Hasenwinkel/Brüel : Der Jazz-Freitag in der Region

Im „Kulturknastfenster“ musizierten Albrecht Maurer, Hagen Stüdemann, Christian Ramond und Theo Jörgensmann (v.l.).  Fotos: Christoph von Fircks
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Im „Kulturknastfenster“ musizierten Albrecht Maurer, Hagen Stüdemann, Christian Ramond und Theo Jörgensmann (v.l.). Fotos: Christoph von Fircks

Andreas Pasternack und Band begeistern im Marstall von Schloss Hasenwinkel, Theo Jörgensmann mit Musikfreunden im Brüeler Kulturknastfenster.

svz.de von
02. März 2014, 18:58 Uhr

Gleich zwei Jazz-Ereignisse gab es am vergangenen Freitag in der Region. Schloss Hasenwinkel hatte für seine Veranstaltungsreihe „kultur schmaus“ Andreas Pasternack und Band eingeladen, und im Brüeler „Kulturknastfenster“ spielte Free-Jazzer Theo Jörgensmann mit seinen Musikfreunden aus Köln und Rostock auf. Diese Doppelung zeigte die große Bandbreite des Jazz, der so viele Fassetten hat und Platz bietet für die jeweiligen Fans.

Kultjazzer Andreas Pasternack hatte seine Fans zahlreich in den Marstall von Schloss Hasenwinkel gelockt. Und es wurde der erwartete Erfolg. Pasternack und seine Musik gehen auf das Publikum zu, wollen es mitnehmen in eine abgehobene Stimmung, wo der Alltag seine Wichtigkeit verliert. Ob nun Titel von klassischen Jazzlegenden, aufgewertete Popsongs, tanzbar und rhythmusbetont, stille Jazzballaden und nicht zuletzt die heiße Musik der 50er- und 60er- Jahre des vergangenen Jahrhunderts, alles begeisterte.

Andreas Pasternack heizte mit seinem Saxophon, mit prägendem Gesang, einer ausdruckbetonten Körpersprache und mit wortgewandter Moderation die Stimmung an. Ihm zur Seite standen hervorragende
Musiker. Christian Ahnsehl, Gitarren, zeigte insbesondere bei den eher stillen Balladen seine überragende Musikalität. Martin Pollock überzeugte mit furiosen Soli am Schlagzeug und Jörg Hillert, Kontrabass und Rhythmusgitarre, war weit mehr als nur ein kongenialer Begleiter.

Zum Ende des Abends hatten es Andreas Pasternack und Band wieder geschafft: kaum jemand saß noch still, man tanzte und tobte ausgelassen im Banne der Musik. Das Publikum erklatschte sich viele Zugaben. Pasternack verabschiedete sich mit dem Song: My live. Nach diesem Abend glaubt man ihm, dass Musik sein Leben sei.

Man kann dem Management von Schloss Hasenwinkel nur dankbar sein für diese Form des kulturellen Angebotes, so einer der Gäste, der schon beim ersten „kultur schmaus“ dabei war. Wieder sei es ein ganzheitlich unterhaltender Abend gewesen, toll und wiederholenswert.

Auch im Brüeler „Kulturknastfenster“ gab es viel Zustimmung für die Musiker und ihre überragende Kunst der freien Improvisation. Aus Köln waren „Karneval-Flüchtige“ gekommen: Albrecht Maurer (Geige) und Christian Ramond (Bass). Nun konnten sie im karnevalsfreien Brüel ihrer wahren Passion nachgehen: sich mit Freunden unterhalten in
ihrer Sprache, die aus Tönen besteht und sich zu Musik zusammenfügt. Albrecht Maurer begeisterte einmal mehr mit seinem grandiosen
Geigenspiel, vielseitig, abwechslungsreich, aufgewertet durch Elemente indischer Folklore.

Christian Ramond am Bass spielte mit Hagen Stüdemann, Gitarre, starke Läufe, die große Klangbreite seines Instrumentes voll nutzend. Grandios an diesem Abend das Spiel von Hagen Stüdemann auf der Konzertgitarre, schnell, sicher und voll musikalischer Akzente. Und immer prägnant dabei, Theo Jörgensmanns überzeugendes Klarinettenspiel.

Als Gastgeber zog Jörgensmann ein klares Resümee: guter Besuch, gute Musik, ein guter Abend. Dem kann nur zugestimmt werden.


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