Historisches : Der Hufeisenbaum

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Erinnerungen an einen Wariner Baumeister und Pferdenarr

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07. April 2016, 21:01 Uhr

Es gibt Orte, da soll der Himmel voller Geigen hängen. Anderen Orts verzieren abgefallene Radkappen den Gartenzaun. In Warin aber trägt der Baumstamm vor dem Sozialhaus der Volkssolidarität, Brüeler Straße 8, ungezählte Hufeisen. Sie zeigen zum Haus hin.

Die Villa erbaute, damals außerhalb des Städtchen gelegen, 1910 der Bauunternehmer Adolf Ehlers (1877-1957). In Warin nannte man ihn „Meister Blitz“, weil er immer so schnell unterwegs war. Das mag auch mit einer seiner Neigungen zusammen hängen. Meister Blitz war bekennender Pferdenarr, hatte nicht nur Wirtschaftspferde, sondern auch immer Reitpferde. Per Pferd besuchte er seine Baustellen. Ausritte an den Sonntagen zählten zu seinen besonderen Vergnügungen. Auf dem Wirtschaftshof, unterhalb der Villa in Richtung Stadt, stand parallel zur Straße sein Pferdestall.

Die Nachkommen der Familie Ehlers bestätigten, dass Meister Blitz alle gewechselten und gefundenen Hufeisen an den Baum vor seiner Villa nagelte. So erinnern heute nicht nur seine errichteten Bauten, wie Schloss Hasenwinkel, die „neue“ Post und die Häuser am „Blitz-Berg“ sondern auch ein Baum voller Hufeisen an den Baumeister Ehlers.

Adolf Ehlers hat bis ins hohe Alter gearbeitet. Allerdings hatte er zu DDR-Zeiten vom Reitpferd auf einen Drahtesel umgesattelt. Aber auch so soll er noch schnell wie ein Blitz gewesen sein, erzählt man sich.

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