zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 19:54 Uhr

Sprayer aus Rostock : Der Fantasie freien Lauf gelassen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sebastian Volgmann schmückt triste Betonkästen mit farbenfrohen Gemälden aus der Sprühdose / Mehr als 130 Objekte verziert

Allerorten sind sie zu finden, die Kabelverteiler, Schaltstationen und Trafostationen des Betreibers Wemag Netz GmbH als schmucklose Betonkästen. Nicht jeder ist derart ansehnlich gestaltet wie der in Ventschow (Foto). Die Bemalung dieser Trafostation stammt aus dem Jahr 2014. Seit 2008 hat der Rostocker Sebastian Volgmann mehr als 130 Bauwerke für den Netzbetreibers mit Graffiti-Sprühbildern künstlerisch gestaltet: „Die grauen Kästen werden dadurch zu echten Hinguckern.“

Überall hat der Künstler dabei versucht, in Absprachen mit den jeweiligen Standorten ortstypische Motive mit Symbolen erneuerbarer Energie zu verbinden. Storchennester, Biberburgen, markante Gebäude, heimische Tiere, idyllische Landschaften – keine der Bemalungen gleicht einer anderen. Unter der Adresse www.s-volgmann.de sind ihre Fotos im Internet als Auftragsarbeiten zu finden. „Die Zusammenarbeit mit Sebastian Volgmann ist sehr erfolgreich“, lobt Wemag-Pressesprecherin Dr. Diana Kuhrau. Mit den Auftragsarbeiten sei versucht worden, den Farbschmierereien von Vandalen zuvorzukommen. „Der Ehrenkodex der Sprüher besagt nämlich, dass eine bereits gestaltete Fassade nicht mit wahrlosen Bemalungen übersprüht wird.“ Mittlerweile seien die künstlerisch gestalteten Anlagen ein wirkliches optisches Highlight in unserer Region. Außerdem, so Dr. Kuhrau, „steigern sie im Land die Akzeptanz für die mit der Energiewende einhergehenden Maßnahmen“.

Manchmal projiziert der Künstler seine Motive vorab mit einem Beamer auf die Wandflächen, um sie danach per Hand aufzuzeichnen. Für die unterschiedlichen Grüntöne eines Laubbaumes wie auf der Ventschower Station kommen mindestens die Sprühdosen mit den Aufschriften Woodstock, Deep Forest, Mescaline oder Boston zum Einsatz. Immer wieder bleiben Passanten stehen, wenn Sebastian Volgmann in Aktion tritt. „Die Leute sind sehr aufgeschlossen und loben meine Arbeit.“ Neugierige Kinder gehen ganz dicht an die Wandgemälde heran, damit ihnen auch kein noch so winziges Detail entgeht. Der Humor kommt bei der Motivgestaltung nicht zu kurz: In Ventschow hat Volgmann beispielsweise einen Windsurfer gemalt, der in einem knallroten Anzug über eine grüne Computer-Tastatur gleitet. Die Kosten für die Gestaltung der Schaltstation Ventschow haben zu gleichen Teilen der Netzbetreiber, das Telekommunikationsunternehmen WEMACOM und die Firma MOS GmbH übernommen.

2014 wurden außerdem unter anderem die Trafostationen in Strohkirchen, Spornitz, Neu Sprenz, Krakow am See, Granzin und Wittenförde professionell besprüht. Laut Wemag-Pressesprecherin Kuhrau „fragen jährlich viele Standorte für eine mögliche Gestaltung an – aber nicht jeder Anlage ist dafür geeignet“. Wenn ein Standort in den Genuss einer derart ansehnlichen Station kommen wolle, muss sie sich baulich in einem guten Zustand befinden, an einem viel frequentierten Standort stehen und in das strategische Wemag-Netzkonzept passen. „Wenn sich dann womöglich noch ein weiterer Sponsor findet, dürfte einer schmucken Bemalung nichts mehr im Wege stehen.“ Laut Dr. Kuhrau sind die Standorte für das Jahr 2015 noch nicht festgelegt. Geplant aber sei, erneut wieder 10 bis 12 Trafostationen verschönern zu lassen. „Spätestens im März haben wir darüber Klarheit.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen