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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. August 2017 | 20:27 Uhr

Sternberg : „Der Ehrliche ist der Dumme“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Reaktionen der Leser auf den SVZ-Bericht über das Müll-Problem in der Sternberger Karl-Marx-Straße.

Der gestrige SVZ-Beitrag über die Müll-Problematik sorgt für ein breites Echo. So bedankten sich Irene und Klaus Werner aus der Karl-Marx-Straße für den Bericht. Normalerweise wohne es sich sehr gut in der Straße, so die Beiden. Die Freude sei seit der Installierung des Müll-Erfassungssystems getrübt. „Leider mussten wir mit ansehen, dass es zwar einige wenige Einwohner gibt, die ihren Abfall einfach daneben stellen (wo könnte man ihn sonst entsorgen), die meisten jedoch verantwortungsvoll damit umgehen“, so die Werners.

Dabei heißt es in der Mail weiter: „Wir waren bei der Einweisung dabei, auf der die Stewo bereits darauf aufmerksam gemacht wurde, dass die Leute nun den Müll sorgfältiger sortieren werden, aber dann die Bio-Tonnen nicht ausreichen werden. Von der Stewo erhielten wir alle ein Schreiben, in dem festgelegt war, dass die Tonnen reichen und es mehr nicht geben wird. So viel Ignoranz verwundert einen schon, wenn der Abfallratgeber 2014 des Landkreises eine Biotonne für maximal 8 Haushalte empfiehlt, hier aber nur eine Biotonne für 24 Haushalte vorhanden ist.“ Das Ehepaar kritisert zudem: „Und, essen die Leute im Winter weniger, so dass nur 14tägig, im Sommer wöchentlich, entleert werden muss?“

Ihnen fiel auf, dass es an anderen Plätzen ebenso böse aussehe. Vorallem auch über Weihnachten und Neujahr. „Sicher wurde an den Stewo-Plätzen versucht, Ordnung zu halten“, schreiben Irene und Klaus Werner. Allerdings stellen sie sich die Frage, warum ein Müllplatz seitens der Genossenschaft mitten an die ,Hauptstraße’ gesetzt werden müsse: „Kommt jemand auf die Idee, einen Müllplatz auf dem Markt anzulegen?“

Dabei denken sie auch an das Erscheinungsbild Sternbergs, wenn sich bis zur Urlaubssaison nichts ändere: „Täglich müssen viele Leute dicht an dem Müllplatz vorbei, in der Saison dann auch die vielen Urlauber von See und Campingplatz. Der Anblick ist nicht geeignet, auf unsere schöne Stadt hinzuweisen. Vom Geruch und dem zu erwartetem Leben, wenn die Sonne den ganzen Tag darauf knallt, gar nicht zu reden. Gibt es hier nicht auch Hygienebestimmungen?“ Die Mieter appellieren, dass aus diesem Grund nicht nur die Bewohner der Karl-Marx-Straße Protest einlegen sollten, sondern alle, denen Sternberg als Stadt am Herzen liege.


Bio-Tonnen sind einen Tag nach Abholung bereits wieder voll


An anderen Stellen der Stadt werde sehr wohl auf das Aussehen eingegangen . Dies wünschen sich die Werners ebenfalls für ihre Straße: „Wo anders werden Hecken um Müllcontainer gezogen oder andere Sichtschutzmaßnahmen ergriffen, in der Karl-Marx-Straße denkt man an einige Schildbürger. Oder ist der Gedanke der Wohnumfeld-Verbesserung noch nicht angekommen? Sternberg und die Sternberger leben mitnichten hinter dem Mond, wie man in der Altstadt und an vielen anderen Dingen sehen kann.“

Zusätzlich geht das Ehepaar auf einige Aussagen der Vermieter ein. Nach Angaben dieser seien die Container nicht kaputt, was Irene und Klaus Werner nicht bestätigen können: „Aber es muss auch gesagt werden, dass die Müllschleuse zeitweise fehlerhaft arbeitet, das müssen wir auch bestätigen. Es kommt vor, dass sie nur halb öffnet und dann ,voll’ signalisiert. Hierbei hilft ein zweiter Versuch und mit Glück funktioniert es wieder. Dass mancher Container im Dunkel steht, ist dabei das kleinere Übel dank Taschenlampe.“ Desweiteren empfehlen beide den anderen Mietern auf Abhilfe zu drängen, anstatt den eigenen Müll dem schon vorhandenen beizustellen und somit „dem Gruppenzwang zu folgen“. Abchließend meinen sie: „Denn es liegt auch an jedem Einzelnen, wie unser Wohnumfeld aussieht. Wir hoffen sehr, dass bei den gegenwärtigen Zuständen rasche Abhilfe erfolgt, vor allem unsere ,Hauptstraße’ wieder müllfrei wird.“

Auch Gerd Behrendt ist Mieter in derKarl-Marx-Straße und hat sich an SVZ gewandt: „Das betrifft nicht nur die große Straße, sondern es gibt überall Probleme mit den Containern.“ So sei bei ihm die Bio-Tonne am Donnerstag geleert worden und Freitag sei sie schon wieder voll. Zu dem sieht Behrendt Probleme bei der Bezahlung: „An sich finde ich die Idee ja gar nicht schlecht. Mit den 50 Prozent für alle und 50 Prozent individuell nach Anzahl der Müllsäcke. Aber: Wer seinen Müll neben die Container stellt, zahlt nichts. Der Ehrliche ist der Dumme.“ Denn die danebenliegenden Säcke würden bei der Abrechnung für alle Mieter aufgeschlagen. Er habe sich schon vor drei Wochen an das Ordnungsamt gewandt, bis jetzt habe er aber weder einen Kontrolleur gesehen, noch eine Antwort erhalten.




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erstellt am 24.Jan.2014 | 17:33 Uhr

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