Neuhof : Den Darstellern ganz nahe

Aus dem Film „Ostwind“: Stuntreiterin Jana Jelenova stellt Hauptakteur „Bobby“ vor und gibt einen kleinen Einblick in Dreharbeiten mit Pferden, bevor die Kinder streicheln dürfen, sich Autogramme geben lassen und Fotos gemacht werden.
1 von 2
Aus dem Film „Ostwind“: Stuntreiterin Jana Jelenova stellt Hauptakteur „Bobby“ vor und gibt einen kleinen Einblick in Dreharbeiten mit Pferden, bevor die Kinder streicheln dürfen, sich Autogramme geben lassen und Fotos gemacht werden.

Dritte Equinale in Neuhof: Besucher sehen interessante Aufführungen, erleben Pferde aus „Ostwind“, Stuntreiter und Schauspieler

von
15. September 2019, 20:00 Uhr

Auf der großen Multimediawand lief „Aris Ankunft“, der vierte „Ostwind“-Film, der in diesem Jahr in die Kinos kam. Dann geht es schon mit dem weiter, worauf die meisten, vor allem jungen Besucher auf der dritten Equinale am Wochenende in Neuhof freudig gewartet haben: Stuntreiterin Jana Jelenova führt Bobby heran, der den Hengst „Ostwind“ in dem gleichnamigen Film spielt. Allerdings nicht ganz allein, ihm folgt gleich Danny, beinahe ein Ebenbild. „Denn in so einem Film kann ein Pferd nicht alles machen, die Aufgaben sind sehr vielfältig“, klärt Suzanne Sera-Struben von Filmpferde.com auf. Alle sind direkt von Dreharbeiten zu Ostwind 5 gekommen.

Jedes Pferd habe seine Fähigkeiten und werde danach ausgesucht. Wenn es für Springreiten oder Dressur trainiert worden sei, eigne es sich aber nicht zum Filmemachen. „Wir wollen tierfreundlich sein, geben ihnen ihre Lieblingsrollen, denn die Pferde müssen Freude an der Arbeit haben“, sagt Sera-Struben. Manche würden die Regieanweisungen schon von sich aus befolgen. „Es gibt Pferde, die lieben es, vor der Kamera zu stehen. Das ist wie beim Menschen.“ Filmpferd.com stünden rund 200 Pferde samt Stuntreitern zur Verfügung, die europaweit zum Einsatz kämen. Der 23-jährige Bobby sei lange dabei und Hauptakteur in „Ostwind“ sowie anderen bekannten Pferdefilmen. Er spiele ganz viele Szenen frei in der Natur, springe über ein Auto, laufe durch Feuer und übernehme alle weiteren gefährlichen Aktionen. Doch nicht alles andere, was einfach aussehe, sei auch einfach. „Am schwierigsten ist es, wenn ein Pferd still auf einer Wiese stehen soll“, weiß Sera-Struben. Das werde mitunter 20 Mal probiert, weil es sich nur eine Kleinigkeit zur Seite bewegt oder gebückt habe, um Gras zu fressen.

Der zehnjährige Danny sei gewissermaßen noch ein Jungstar. Dafür, dass er als Ostwind nicht nur beinahe ein Ebenbild von Bobby ist, sondern genauso aussieht, sorgt Pferdemaskenbildnerin Barbara Rönneburg mit einigen Pinselstrichen und kleinen Tricks etwa bei der Mähne. An einem Drehtag verzaubert sie morgens schon mal fünf ähnliche Pferde zu „Ostwind“, insgesamt stehen zehn für die Rolle bereit.

Jana Jelenova, die von Kind an von ihrer Mutter trainiert wird und mit 18 Jahren als Stuntreiterin begann, findet es besonders schön, wie in „Ostwind“ ohne Sattel zu reiten. Sie ermutigt alle, die regelmäßig auf einem Pferd sitzen, es selbst zu versuchen. „Ich freue mich über jedes Kind, das das heutzutage macht“, sagt sie.

Akteure und Besucher der Equinale, die zum ersten Mal im September stattfindet und endlich Glück mit dem Wetter hat, finden in lockerer Atmosphäre zueinander. „Die Idee und das Konzept sind toll“, meint François Goeske. Er spielt im Pferdefilm „Armans Geheimnis“, der bei der ersten Equinale einen Preis erhielt, die Hauptrolle und kam nun gern selbst nach Neuhof. Der 30-Jährige dreht derzeit in Berlin die erste Staffel für die Krimiserie „Blutige Anfänger“, die ab Januar im ZDF läuft, wie er sagt. Eine völlig neue komplexe Herausforderung, nachdem er sich als Arman, ein verzaubertes Pferd, das sich zurück verwandelt, in ein Tier hinein versetzen musste.

Die Schauspielerin Marita Marschall habe bislang dreimal mit Pferden drehen dürfen, einmal als spanische Königin in einer goldenen Rüstung, vor allem sei sie jedoch privat „ein Pferdemensch“ mit zwei eigenen Arabern. Das Filmfest in Neuhof finde sie „grandios und ausbaufähig. Ich hoffe, dass es weiter wächst“, so Marschall gegenüber SVZ. Sie wünsche sich noch viel mehr Pferdefilme. Zumal Deutschland ein Pferdeland sei.

Der Ventschower Klaus Stender findet es schön, dass es so nahe im Nachbardorf eine solche Veranstaltung gibt. „Es wird von Jahr zu Jahr immer mehr.“ Roland Gerhard ist mit der ganzen Familie aus Schwerin gekommen. Beide Kinder sind schon geritten und haben sich darauf gefreut, alles hier hautnah zu erleben.

Claudia Prestin aus Crivitz schaut freudig zu, wie ihre Töchter Evi (6) und Emmi (4) nacheinander zwei Runden auf einem Boulonnais, einem franzözischen Kaltblüter, drehen.

Zu Hause reiten sie ein eigenes Pony. „Es ist klasse, was es hier alles für Kinder gibt. Bei den Shows haben wir gesehen, was wir vielleicht auch mit unserem Pony machen könnten.“

Am Samstagabend wurden dann die Filmpreise in 18 Kategorien feierlich vergeben.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen