Internet für Alle : Daten mit Lichtgeschwindigkeit

Bei der Informationsveranstaltung zum Breitbandausbau mit zahrlreichen Mitarbeitern der Wemag konnten die Einwohner auch Fragen stellen.  Fotos: Katja Frick
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Bei der Informationsveranstaltung zum Breitbandausbau mit zahrlreichen Mitarbeitern der Wemag konnten die Einwohner auch Fragen stellen. Fotos: Katja Frick

Zu der ersten Einwohnerversammlung zum bald beginnenden Breitbandausbau kamen in Sternberg rund 220 Menschen

svz.de von
11. Januar 2018, 21:00 Uhr

So viele Sternberger treffen sonst nur bei Volksfesten oder dem Karneval aufeinander. Zu der ersten Informationsveranstaltung zum beginnenden Ausbau der Internetanbindung Sternbergs mit Glasfasertechnologie waren am Mittwochabend etwa 220 Bewohner gekommen, auch aus den Ortsteilen Pastin, Neu Pastin, Zülow und Gägelow. Gestern Abend fand im Hotel Dreiwasser eine weitere Einwohnerversammlung zum Thema Breitbandausbau in gleicher Größenordnung statt.

„Ich lasse mich anschließen“, sagte Bürgermeister Armin Taubenheim am Ende seiner Begrüßung am Mittwoch und übergab das Mikrofon an Kathrin Pröhl von der Kundenbetreuung der Wemag. Das Unternehmen mit Sitz in Schwerin, dessen Kerngeschäft bisher die Energieversorgung der Region war, hat mit seiner 100-prozentigen Tochter Wemacom und Projektpartnern den Zuschlag für den Ausbau im Landkreis Ludwigslust-Parchim erhalten, am 6. November letzten Jahres wurden die Verträge unterzeichnet. Durch die Glasfasertechnologie können Daten bedeutend schneller übertragen werden als durch die bisher üblichen Kupferkabel. „Dann reisen die Daten in Lichtgeschwindigkeit. Wir bauen in Fließrichtung der Lichtwelle“, erklärte Kathrin Pröhl den Anwesenden.

„Innerhalb der nächsten drei Wochen finden 25 Einwohnerversammlungen im Landkreis statt“, sagte sie im Anschluss an den allgemeinen Informationsteil im Gespräch mit der SVZ. „Wir werden im gesamten Landkreis 650 Kilometer Glasfaser verlegen und etwa 12 000 Haushalte anschließen. Das ist eine große Investition.“ Im Mai solle die Bauphase des Projektes beginnen.

Wer sich als Hauseigentümer bis zum 30. April entscheidet, einen Internet-Vertrag mit der Wemag abzuschließen, erhält den Glasfaserkabel-Hausanschluss kostenlos, wenn die Entfernung zwischen Grundstücksgrenze und Haus nicht mehr als 15 Meter beträgt und sich das Objekt im Fördergebiet befindet. In der Bauphase kostet dieser Anschluss 199 Euro, danach 1299 Euro. „Wenn das Haus weiter als 15 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt ist, kostet jeder Meter 50 Euro. Falls der Eigentümer die fehlenden Meter selbst aufgräbt und ein Leerrohr verlegt, bekommt er 30 dieser 50 Euro zurück erstattet“, so Kathrin Pröhl. Nicht gefördert würden Gebiete, wo durch frühere Ausbauarbeiten der Telekom oder anderer Anbieter bereits eine Datenübertragung von 50 Megabit pro Sekunde und mehr möglich ist.

Der Auftrag in diesem Geschäftsbereich sei der erste in dieser Größenordnung für die Wemag, erläuterte die Kundenbetreuerin. „Das schaffen wir“, meinte sie zuversichtlich in Abwandlung des bekannten Merkel-Satzes. „Die Pläne stehen, die Verträge mit den Tiefbaufirmen sind abgeschlossen. Verhandlungen über weitere Gebiete laufen.“

Auch wenn es aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine Informationen dazu gibt, ist anzunehmen, dass sich die Wemag auch für die Projektgebiete des Breitbandausbaus im Landkreis Nordwestmecklenburg beworben hat. Dort mussten bis Ende November die Angebote für den sogenannten 1. Call - das sind Teile der Amtsbereiche Rehna, Lützow, Lübstorf, Dorf Mecklenburg und Bad Kleinen - eingereicht werden. Derzeit laufen die Verhandlungen mit den Bewerbern, im Februar wird die Entscheidung bekannt gegeben und der Vertrag unterzeichnet. Für den zweiten Call, zu dem auch das Amt Neukloster- Warin gehört, wird voraussichtlich das ganze Verfahren um drei Monate zeitversetzt stattfinden.

„Der Breitbandausbau wird durch 70 Prozent vom Bund und 30 Prozent vom Land MV gefördert“, erläuterte Rüdiger Falk, Breitbandkoordinator in Ludwigslust-Parchim (LUP) der SVZ. Er stand bei der Einwohnerversammlung am Donnerstag ebenfalls für Fragen zur Verfügung.

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