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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

12. Dezember 2017 | 16:58 Uhr

Groß Raden : „Das war eine schwere Überfahrt“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Wikinger-Freunde aus ganz Deutschland ließen sich auf dem Freigelände des Freilichtmuseums von Blitz und Donner nicht unterkriegen.

von
erstellt am 11.Jun.2014 | 17:02 Uhr

Wikinger sind nicht nur raue Burschen, sie bilden auch eine verschworene Gemeinschaft. Seit Jahren ist dabei das idyllisch in die Landschaft gebettete Archäologische Freilichtmuseum Groß Raden ein beliebter Pfingst-Treffpunkt für die Freunde aus ganz Deutschland. Diesmal waren es exakt 56 Nordmänner, -frauen und
-kinder, die auf dem Freigelände ihre Zelten aufschlugen bzw. in zwei der nachgebauten Slawen-Häuser nächtigten.

„Das war eine schwere Überfahrt, bevor wir hier neues Land entdeckten. Aber die Seeungeheuer haben wir mit unserem Achselschweiß vertrieben“, fabuliert Wikinger Jan aus Zeven bei Bremen über das Unwetter am Pfingstsonntag. Zwischen zwei Gewitter ruderten die zu allem bereiten Gesellen tatsächlich raus auf den nahen See, während sich die Weiblichkeit „zu einer Mädchenrunde im Haus“ traf, so Doreen Wehr. Die Bremerin war zu Pfingsten quasi auf Durchgangsstation in Groß Raden; via Kopenhagen ging es zusammen mit ihrem Freund Lars Dietze am Dienstag bereits weiter zum großen Wikinger-Treffen in der isländischen Hauptstadt Reykjavík. „Dort bleiben wir für zwölf Tage, um dann auf den Westmännerinseln Mitsommernacht zu feiern“, verkündet Dietze. Von Beruf ist er Gefängniswärter in Bremen. „Wenn ich die Insassen abends eingeschlossen habe, kann ich auf Wikinger-Tour losziehen“, scherzt er.

Dietze war 2014 bereits zweimal in Island sowie in England, Dänemark und im Februar schon mal auf Island. Regelrecht ins Schwären gerät er, als er vom vorjährigen „Battle-from-Clontarf“-Jubiläum im irischen Dublin berichtete. „Da kamen an einem Wochenende 75 000 Zuschauer.“

„Ober-Wikinger“ Daniel Vetter aus Radenbeck, „dem Tor zur Göhrde – dort, wo in der Lüneburger Heide zu Napoleons Zeiten die Göhrdener Schlacht stattfand“, organisiert seit Jahren die Pfingsttreffen in Groß Raden. „Das hier ist eine wunderschöne Gegend mitten im Wald und schön ruhig. Wir kommen immer wieder gerne her.“

Diesmal trafen sich die befreundeten Gruppen der Schildwall aus Berlin sowie von den Valhallas und Einwics. Der Heernburger Isbjörn, so sein Wikinker-Name, ist nach eigenen Worten „bestimmt zehn Wochenende im Jahr unterwegs fürs Hobby“. Ja, für nicht wenige ist das Wikinger-Dasein längst „Kultur, vom Hobby in eine Lebenseinstellung übergegangen“, so Vetter. Dazu zählen nicht nur der nachgestellte Kampf mit Äxten, Messern, Schwertern und Speeren, sondern auch die Wikinger-Kleidung und die Geschichte der einstigen Nordmänner…

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