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Gelebter Denkmalschutz : Das Traumhaus steht in Zahrensdorf

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"Wir haben uns vom ersten Augenblick an in das Haus verguckt", sagt Michael Werner. Ehefrau Simone pflichtet bei. Beide arbeiten im Tierpark in Wismar. Jetzt haben sie ein Haus in Zahrensdorf.

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erstellt am 13.Feb.2013 | 09:48 Uhr

Zahrensdorf | "Wir haben uns vom ersten Augenblick an in das Haus verguckt", sagt Michael Werner. Ehefrau Simone Werner pflichtet bei. Beide arbeiten im Tierpark in Wismar, Michael Werner seit 35 Jahren - er ist dort der Direktor. Jetzt haben sie ein Haus in Zahrensdorf.

Michael Werner ist in Berlin aufgewachsen, wo seine über 80-jährigen Eltern noch heute wohnen. Sie in der Nähe zu haben, ist ein Wunsch, den sich Eltern, Sohn und Schwiegertochter teilen. "Eine Variante war, ein Haus zwischen Wismar und Schwerin zu finden, in dem wir alle Platz haben. Ich kannte diese Gegend gut. Und so waren wir wieder einmal unterwegs, dieses Mal nach Kuhlen. Durch Zufall, wir waren schon auf dem Rückweg, haben wir das Backsteinhaus in Zahrensdorf entdeckt. Mir gefallen Bauernhöfe", erinnert sich der 61-Jährige. Das war vor zweieinhalb Jahren.

"Ich habe nur den hellen Stein gesehen", sagt Simone Werner und gesteht, dass auch sie sich eigentlich sofort in das Haus verguckt habe. Es schien ein Glückstag für die Werners gewesen zu sein, denn am Zaun standen zwei Frauen, von denen sich eine, Marianne Krause, anbot, ihnen das Grundstück zu zeigen. "Damals wohnte Frau Krause noch in dem Neubau, heute ist sie unsere Mieterin in der Einliegerwohnung", so Michael Werner.

Der erste Eindruck vom Haus, wenn auch nur von außen, und das Gehörte verstärkten bei den Werners den Wunsch, das Grundstück erwerben zu wollen. Eine halbe Stunde später sprachen sie beim Bürgermeister vor. "Der war aber natürlich noch sehr verhalten mit seinen Informationen. Er kannte uns ja auch gar nicht", zeigt Michael Werner Verständnis. Doch das Haus in Zahrensdorf wollte den Beiden nicht mehr aus dem Kopf gehen. Noch am Abend suchten sie Kontakt zu den Eigentümern - per Internet. "Das war von Anfang an sehr harmonisch", freut sich Simone Werner. "Die Vorbesitzer aus Stuttgart haben nur den Sommer über hier gewohnt, 20 Jahre lang", erzählt Michael Werner. Die Stuttgarter aber waren es auch, die das über 100 Jahre alte Haus restauriert haben. "Mit sehr viel Sinn für die Wesentlichkeiten wie das Dach, die Fenster und die Türen. Als wir dann zum ersten Mal in das Haus hineinschauen durften, kamen gleich noch Pluspunkte oben drauf, so schön war es", schwärmt der 61-Jährige.

Seit vielen Jahren in Wismar zu Hause, hätten sie auch mitverfolgt, wie die Hansestadt Weltkulturstadt geworden sei. Denkmalschutz müsse von innen gelebt werden, zeigt sich Michael Werner überzeugt. "Wir wissen um den Wert der alten Dinge. Ein älteres Haus hat ein eigenes Vorleben. Da ist Atmosphäre drin", sagt er. Und diese Atmosphäre spüren beide auch in dem Zahrensdorfer Haus, "weil behutsam restauriert wurde". Mit den früheren Eigentümern verbindet sie auch heute noch ein sehr freundschaftliches Verhältnis.

In Zahrensdorf fühlen sich Simone und Michael Werner wohl, auch wenn der 61-Jährige arbeitsbedingt seinen Lebensmittelpunkt noch in Wismar hat. "Wir sind hier gut aufgenommen worden und haben sehr engagierte Mitbewohner kennen gelernt", freut sich auch die 49-Jährige. In den Ort einbringen, wollen sie sich auch. Beide gehören zur Vorbereitungsgruppe für die 775-Jahr-Feier in diesem Jahr. Beide waren dabei, als Einwohner an einem Sonnabendvormittag im vergangenen Herbst im Dorf Laub zusammen geharkt haben. "Hinterher hat man sich im Feuerwehrgerätehaus noch zu einer Bockwurst getroffen und wir haben neue Leute kennen gelernt", freut sich Simone Werner.

Auf Spurensuche gehen die Beiden auch im eigenen Haus. Von der Großbauernfamilie, die hier einst gelebt hat, gibt es noch Nachfahren. Eine Tochter soll in Berlin, eine weitere in Schwerin wohnen. Zu Letzterer wollen die Werners Kontakt aufnehmen, erzählen sie. Vielleicht gibt es auch noch Bilder, die ihr Haus in früheren Jahren zeigen. Wie es vor 100 Jahren aussah, zeigt eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, die im Eingangsbereich hängt - und die beide sehr mögen.

Übrigens: Für die Eltern von Michael Werner ist auf dem Grundstück, das neben dem Haupthaus mit Einliegerwohnung auch über Ferienwohnungen verfügt, natürlich auch ausreichend Platz. Jeder bliebe zudem unabhängig und man wäre doch zusammen, freuen sich die Werners.

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