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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

15. Dezember 2017 | 15:16 Uhr

Mankmoos/Gustävel : Das sind die Problem-Biber-Stellen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Was die wenigsten wissen: Bei Mankmoos, Gustävel, Kritzow und Neu Godern dürfen die Dämme zurückgebaut bzw. gestutzt werden.

von
erstellt am 10.Feb.2015 | 08:48 Uhr

Für Biber-Experte Mario Krüger vom Naturpark Sternberger Seenland geht es in diesen Tagen nach der schneebedingten Pause weiter mit der Zählung der streng geschützten Nager. „Wir haben mal gerade an die 90 Reviere durch, um die 150 sind zu kontrollieren“, betont Krüger gegenüber SVZ. Gestern war er z. B. bei Zaschendorf unterwegs, wo sich „zwei Jungtiere nach dem Rauswurf aus dem Biber-Familienverband händeringend ein neues Revier suchen. Der kleine Graben war die vergangenen zwei Jahre nicht besetzt.“

2013 zählten Krüger & Co. 157 Reviere, zehn mehr als im Jahr davor, mit einem Bestand von knapp über 320 Tieren. Die jüngsten Ergebnisse werden am 18. April beim 16. Bibertag in Alt Necheln präsentiert. Doch übern Daumen gepeilt lässt sich sagen: „Der Bestand ist konstant gleich bleibend. Man kann auch sagen, er stagniert“, so Krüger.

Vor allem Jungtiere wanderten auf Reviersuche auch in andere Gebiete ab. Zugleich gibt es aber im rund 540 km2 großen Naturpark Sternberger Seenland auch mehrere Problemstellen, wo offiziell die Biberdämme zurückgebaut werden. Eine Dauergenehmigung dafür gibt es etwa an der L 031 zwischen Mankmoos und Qualitz. Hier kontrolliert die Straßenmeisterei regelmäßig, ob der Biber den Durchfluss unter der Landesstraße zugesetzt hat. Wenn ja, wird der Damm entfernt. An vier anderen Stellen liegt das in der Obhut des Wasser- und Bodenverbandes Obere Warnow mit Sitz in Warin. Es betrifft etwa die ICE-Strecke Schwerin – Rostock, die kurz hinterm Steeder See durch ein kleines Moorgebiet führt. Krüger: „Wenn hier der Biber das Moor zum See anstaut, kann bei hohem Wasserstand der Bahnkörper ins Rutschen kommen.“ Zudem betrifft es das Mühlenfließ bei Neu Godern, wo sonst das Wasser an der alten Mühle nicht richtig ablaufen kann. Hier darf der Biberdamm um 50 cm abgesenkt werden. Eine weitere Problemstelle befindet sich unweit davon im so genannten Schelphorn zwischen Kritzow und Vorbeck. „Dort werden regelmäßig Wiesen überflutet. Das geht in die Hektar“, weiß Krüger. Darum wurde hier ein Bibertäuscher eingebaut.

Wie mühselig und nervenaufreibend das Genehmigungsverfahren sein kann, bis die zuständige Untere Naturbehörde des jeweiligen Landkreises ihre Zustimmung erteilt, davon konnte die Agrargenossenschaft e.G. Gustävel ein Lied singen. Das Wort Biber kann man darum dort gar nicht mehr hören. Unweit des Flüsschens Göwe, das den Glambecksee bei Weberin mit der Warnow verbindet, legen Biber jeden Herbst einen typischen Nahrungsdamm an. Die Göwe verwandeln die hier lebenden Biber dazu in einen Teich, „damit sie schwimmend an ihre Nahrung kommen“, so Krüger. Nachdem in Ufernähe die Biber alles weggefressen hätten, ziehe es sie nun weiter rein zum Erlenbruch. Linker Hand kurz hinter der neuen Göwe-Brücke an der Landesstraße 09 in Richtung Crivitz haben die Gustäveler Bauern ihre Mutterkuh-Wiese. Damit diese nutzbar ist, wird seit drei, vier Jahren im Frühjahr der Nahrungsdamm entfernt. Ein Dammrückbau um ca. 30 cm erfolgt bei Bedarf auch im Dämelower Mühlenbach.  

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