Jubiläum : Das Rezept: „Offen sein für Ideen“

Mit einem fulminanten Feuerwerk und Theaterstück der „Pyromantiker“ wurde beim Sommerfest des Rothener Hofs das 15 jährige Jubiläum des Vereins gefeiert. Fotos: Christian Lehsten/ Roland Güttler (2)
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Mit einem fulminanten Feuerwerk und Theaterstück der „Pyromantiker“ wurde beim Sommerfest des Rothener Hofs das 15 jährige Jubiläum des Vereins gefeiert. Fotos: Christian Lehsten/ Roland Güttler (2)

Verein „Rothener Hof“ feierte sein 15-jähriges Bestehen am Samstagabend mit einem Sommerfest. 300 Gäste verfolgen Feuershow.

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01. August 2016, 12:22 Uhr

Den Verein „Rothener Hof“ im 59-Seelen-Ort Rothen gibt es seit nunmehr 15 Jahren. Das feierten die über 70 Mitglieder mit Freunden und Interessierten am Sonnabend bei einem „Sommerfest mit Tanz & Theater“. Und wie vor fünf Jahren zum Zehnjährigen sorgten DJ Sven sowie die Pyromantiker aus Berlin wieder für die richtige Stimmung – samt Feuerwerk als Krönung. Das Ganze ging bis Sonntag früh um zwei Uhr . Die Feuershow ließen sich an die 300 Gäste nicht entgehen.

Begonnen hatte alles 2001. Der vom Verfall bedrohte einstige LPG-Kuhstall verwandelte sich nach und nach in den heutigen „Rothener Hof“ – samt der „Rothen Kelle“ als Café und Restaurant (früher die Milchküche!) sowie auch eines Eisverkaufs. Antje Beyer und Richard Schwerer öffneten 2006 die „Rothen Kelle“.

„Das war auch der Zeitpunkt, wo es gelang, das Dorf mehr mit einzubeziehen“, bekennt Takwe Kaenders, eine vom Gründungs-Septett. Den gastronomischen Geheimtipp gibt es weiterhin, freilich in anderem Besitz. Die gebürtige Parchimerin Christiane Baerens ist seit März die neue Kelle-Wirtin. Essen und Trinken halten nicht nur bekanntlich Leib und Seele zusammen – es fördert auch den Gemeinsinn, wie man beim „Rothener Hof“ unschwer beobachten kann.


Erste Rede bei Verleihung des Hildebrandt-Preises


Seit 2011 ist die in Augzin bei Goldberg wohnende Takwe Kaenders, die sich vor 13 Jahren im „Rothener Hof“ mit ihrer Metall-Email-Werkstatt eingemietete, die 1. Vereins-Vorsitzende. Ihre erste Amtshandlung war für sie unvergessen gleich „die Rede während der Verleihung des ,Regine-Hildebrandt-Preises‘ in Berlin. Den bekamen wir für unser soziales Engagement in einer kleinen Gemeinde. Ab dem Zeitpunkt war unser Verein auch überregional bekannt“, so die Künstlerin.

Der harte Kern im Verein umfasse laut Achim Behrens aus Bolz-Ausbau „zehn Leute“. Nicht wenige haben im „Rothener Hof“ ihre Werkstätten. Behrens hat gleich deren zwei: eine Tischlerei plus Bogenbau sowie zusammen mit Joe Müller auch noch die Mosterei. „So hängen auch persönliche Existenzen mit dran. Also müssen wir pflegsam miteinander umgehen“, sagt Achim Behrens, der zugleich das Geheimnis der Rothener Gemeinschaft auf den Punkt bringt: „Offen sein für Ideen! Ohne zu wissen, was das ist – sich einfach überraschen lassen.“ Dabei sind die „Höfler“ weit weg von jeglicher Vereinsmeierei. „Man muss nicht im Verein sein, um mitzumachen“, so Kaenders.

Diese Offenheit, dass Wildfremde etwa einfach zum Stammtisch kommen können (außer jene mit rechter Gesinnung), beeindruckte auch den vor zwei Jahren aus Hamburg nach Zülow gezogenen Thomas Hansen sowie dessen Lebensgefährtin Ilona Bartels. Ein Jahr schaute sich das Paar in der Gegend um, schnupperte auch beim „Rothener Hof“ rein – und ist seit Frühjahr 2015 dabei. Hansen macht inzwischen als 3. Vorsitzender den Vorstand komplett.

Der „Rothener Hof“ hat sich längst deutschlandweit einen Namen gemacht mit seiner Podiumsdiskussion. Ende Juni bei den nunmehr fünften Auflage lautete das Thema brandaktuell „Europa – ein Hoffnungsraum?“ Zudem beteiligt man sich Jahr für Jahr bei „Kunst offen“ und am 3. Oktober gibt es wieder den „Markt-Tag“. Und es wird eben auch gefeiert wie beim Sommerfest.

15 Jahre – und wie weiter? Im November soll’s dazu einen Stammtisch geben. „Es ist Zeit für Veränderungen, für neue Orientierungen“, schreibt Kaenders’ Amtsvorgängerin, Andrea Klein aus Woserin, in der neuesten Jahresausgabe des „Rothener Hof Kurier“.

Es wird wieder einmal Zeit für Ideen…  

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