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Hirntumor mit neun Jahren : Das Maskottchen ist immer dabei

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Neunjähriger Felix leidet an einem Hirntumor und darf die Wohnung nicht verlassen. Doch Mitschüler halten Kontakt zu ihm

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erstellt am 17.Jan.2017 | 06:25 Uhr

Felix ist neun Jahre alt. Er geht in die dritte Klasse – doch dort gemeinsam mit seinen Mitschülern lernen, darf er nicht. Er würde sie gern einmal besuchen, aber auch das bleibt ihm verwehrt.

Felix leidet an einem Hirntumor. Fast zwei Jahre ist es her, dass er und seine Mutti Melanie Sommer die schlimme Diagnose erfahren haben und sich damit auch ihr Leben komplett verändert hat. Mehrere operative Eingriffe hat der Neunjährige inzwischen bewältigen müssen. Seit dem vergangenen April bekommt er zusätzlich Chemotherapie.

Felix kämpft, aber oft ist er zu schwach, um aus dem Bett aufzustehen. Er möchte natürlich die Mädchen und Jungen seiner dritten Klasse in der Sternberger Grundschule besuchen, aber mögliche Krankheitserreger könnten seinem schwachen Immunsystem schaden. Doch er bastelt gern und gibt so immer wieder Arbeiten mit in die Schule, die seine Klassenkameraden dann in die Fenster hängen. Denn der Kontakt zu ihnen soll nicht abreißen.

 Mutter eines Drittklässlers ist auch Katja Parwulski, die sich zudem in Sternberg im Una e.V., einem Verein, der Familien unterstützt, engagiert.

„Der Elternrat hatte sich im vergangenen November mit dem Anliegen an mich gewandt, der Mutter von Felix zu helfen. Wir haben zusammengesessen und überlegt, was wir machen können. Felix ist ständig in Behandlung. Wir wollen, dass er einmal wieder Kind sein darf und ohne Bedenken Dinge tun kann, die jedes Kind gerne tut“, sagt Katja Parwulski.

Mit einem Brief wandte sich der Elternrat dann an Eltern, Lehrer und Horterzieher der Grundschüler, um auf die Situation von Felix und seiner Mutti aufmerksam zu machen und um finanzielle Unterstützung für eine begleitende Therapie zu bitten. Die hatten Ärzte der Rostocker Uniklinik angeraten.

„Ganz viele Eltern, Lehrer und der Schulverein haben Geld gespendet. Kinder haben ihr Taschengeld gegeben. Die Schüler aus den Klassen 3 a und b haben für Felix auch eine Videobotschaft erstellt, in dem sie sich wünschen, dass er bald wieder gesund ist“, freut sich auch Katja Parwulski mit Felix und seiner Mutter über eine so große Resonanz. Von Melanie Sommer wusste der Elternrat zudem, dass sich Felix sehnlichst ein Legospiel und die Plüschfigur „Drache ohne Zahn“ wünscht. Beides lag dank der vielen Spenden dann auf dem Weihnachtsgeschenke-Tisch des Neunjährigen. „Das Kuscheltier hat Felix jetzt immer dabei. Es ist sein Maskottchen“, weiß seine Mutti. Sie möchte sich auch im Namen ihres Neunjährigen bei allen bedanken, die ihm und ihr jetzt helfend zur Seite stehen.

Nun hoffen alle, dass Felix bald die Therapie, ein spezielles Schwimmen, an der Rostocker Uniklinik, beginnen kann. Der Elternrat und der Verein wollen Felix und seine Mutti auch weiterhin begleiten.

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