Sternberg : Das letzte Ahoi als Hausmeister

Als Hausmeister verabschiedete sich Olaf Steinberg von der Bühne.
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Als Hausmeister verabschiedete sich Olaf Steinberg von der Bühne.

Olaf Steinberg verabschiedet sich nach 13 Jahren von der Karnevalsbühne. Eine stimmungsvolle Abendgala fand im Sternberger Seehotel statt.

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16. November 2014, 18:01 Uhr

Immer wieder ertönte am Sonnabendabend im Saal des Seehotels der Schlachtruf „Sternberg ahoi“. Der Elferrat marschierte herein, angeführt von Präsident Jan Markowski. In den Abend ging es mit zünftiger Musik und den jüngsten Tänzerinnen, den Feuersternchen. Die Majestäten Jens I. und Netti II. verlasen ihre Rede, die sie selber verfasst haben und machten auf einiges gefasst in ihrer neuen Amtszeit. Karnevalspräsident und Majestät standen auch als Gesangsduo auf der Bühne, ehe die Regentschaft an dem Abend residierte. Mit Musik und Klamauk ging das Programm weiter.

Traditionell gehört zum Sternberger Carnevalclub (SCC) der Karnevalsschlager. Gesungen wurde er von Gerhard Müller nach dem Westernhagen-Ohrwurm „Ich bin wieder hier“. Ihren ersten Saalauftritt hatte Tanzmariechen Nathalie Vossler. Die 13-jährige tanzte vordem bei den Superkids. Das Herrenballett hatte seinen feurigen Auftritt, ebenso das Tanzpärchen Anna Kessel und Mira Dziekan. Und Zeremonienmeister Eckardt Meyer schlüpfte in die Rolle von Feuerwehr-Meyer und hatte die Lacher im Saal auf seiner Seite. Er beklagte sich, dass nur noch drei Kollegen in der freiwilligen Feuerwehr sind. Und die von der Berufsfeuerwehr sind in seinen Augen Callboys– denn die löschen für Geld! Im nächsten Sketch gab er am Telefon
bekannt, das die Sternberger Feuerwehr von der Amtsverwaltung privatisert wurde. „Wir stellen jetzt mit dem Gemeindearbeiter die Brandpartner GmbH“, sagte er am Telefon den wahrscheinlich völlig verzweifelten Notanrufer. Der im wahren Leben als Ordnungsamtsleiter tätige Meyer spielte die Rolle in einer sehr amüsanten Art und Weise und erntete tollen Applaus.

Wie in den Jahren davor stellten sich die Pappmachéfiguren Tante Emma, Onkel Otto und Baby dem Publikum mit Alltäglichem. „Die kenne ich schon seit meiner Kindheit, da gab es die drei Figuren beim Karneval. Ich schaue mir jedes Jahr das Programm an, komme mit Freunden und
Familie her. Es ist erstaunlich, was die Karnevalisten auf die Beine stellen. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir so einen aktiven Verein haben“, sagte Pascal Winkler. Der 25-Jährige ist Stadtvertreter und Kreistagsmitglied.

SCC-Präsident Markowski nahm an diesem Abend zahlreiche Ehrungen vor. Trainerin Sabrina Täufer, die früher ein Tanzpaar mit Toni Seibert und 18 Jahre lang SCC-Mitglied war, verlässt den Verein ab Februar kommenden Jahres. Erstmals vergaben die Karnevalisten einen Orden für fünfjährige Zugehörigkeit. Einen solchen nahmen entgegen die Tänzmädchen Jasmin Jankowski, Anna-Sophie Schulz, Fenja Groth, Celine Mallon und Lisa-Marie Herrmann. Die Allstars verabschiedeten ihre langjährige Trainerin Katja Zender, die nach Hamburg umgezogen ist.

Aber auch Olaf Steinberg wurde von seinem Amt beim SCC verabschiedet. 13 Jahre lang tand er auf der Bühne. Der stellvertretende Bürgermeister hat künftig als Kreistagspräsident viele andere Aufgaben. Als Schreiber von Büttenreden wird er den etwa 100 Vereinsmitgliedern erhalten bleiben. Bevor er aber in den „Ruhestand“ ging, drehte er als scheidender Hausmeister Holz in einem Seniorenstift mit seiner Katze „Lehmann“ noch mal richtig ab. An seiner Seite hatte er als Spielpartnerinnen Manuela Huth, als Minna seine Regenbogenforelle, Andrea Thiele und Manuela Reimer, als trauernde Damen der Seniorenresidenz, Mathias Braun als neuen Hausmeister Gerome Hasenkötter, einen Herrn vom Ballett als Busfahrer und Janet Strack-Dziekan als Polizistin.

Gestern lud der SCC zum Familiennachmittag ein. Im Februar wird die Saison zünftig beendet. Dann heißt es „Der SCC bewegt die Mauken – jetzt gehen wir alle noch mal pauken“.

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