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Sternberger Tierschutzgruppe mahnt Kastration an : Das Leid der Kleingartenkatzen

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Vor ein Paar Tagen klingelte das Telefon. In einem kleinen Ort hinter Brüel gab es Katzen-Alarm. Tierliebe Einwohner hatten aus einem verfallenen Gartenhausanbau in der Nähe seit Tagen jämmerliches Schreien gehört.

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erstellt am 19.Sep.2013 | 10:25 Uhr

/ /Brüel | Charles Darwin sagte einst: "Die Tiere empfinden wie der Mensch Glück und Schmerz, Freude und Unglück."

Vor ein Paar Tagen klingelte das Telefon. In einem kleinen Ort hinter Brüel gab es Katzen-Alarm. Tierliebe Einwohner hatten aus einem verfallenen Gartenhausanbau in der Nähe seit Tagen jämmerliches Schreien gehört.

"Wir verschafften uns Zugang zu dem Anbau und fanden im Gerümpel vier etwa drei Wochen alte Baby-Kätzchen. Eines war dem Tode sehr nahe, die anderen drei bestanden aus Knochen, Haut und Hunger. Und Schreien nach der Mutter, die tagelang nicht mehr da gewesen sein musste. Ich nahm sie mit zum Tierarzt. Als wir ankamen, war das schwächste tot. Die anderen drei waren so schwer krank, dass der Tierarzt sie erlösen musste", berichtet Antje Cieslak von Tierschutzgruppe Sternberg des "TSV Güstrow und Umgebung".

Überall in den Gärten leben Katzen. Meist werden sie den Sommer über gefüttert, im Herbst jedoch, wenn ihre Besitzer die Gärten verlassen, werden meist auch die Katzen sich selbst überlassen. Diese Katzen sind nicht kastriert und vermehren sich deshalb unkontrolliert, das ist die Natur.

Cieslak: "Ihre Besitzer halten es nicht für nötig, sie kastrieren zu lassen oder es ist ihnen einfach zu teuer. Lieber nehmen sie unsagbares Tierleid in Kauf, es scheint sie nicht zu berühren."

Laut der Tierschutzgruppe Sternberg müssen "Gartenkatzen auch im Winter regelmäßig mit Futter versorgt werden und sie benötigen auch ein trockenes, möglichst warmes Plätzchen".

Antje Cieslak erlebt "jedes Jahr im Herbst regelrecht eine Katzen-Schwemme, die zum größten Teil aus diesen Gärten kommt. Die Tiere gehen in harten Wintern ganz armselig zu Grunde und müssen viel Leid durchmachen, was sie nicht verdient haben. Wir Tierschützer wissen vor Arbeit nicht aus noch ein, nur weil die Katzenbesitzer ihrer Sorgepflicht nicht nachkommen. Wir rufen darum wieder und wieder alle Katzenbesitzer auf, ihre Tiere kastrieren zu lassen, das gilt für weibliche und männliche Tiere gleichermaßen."

Werden irgendwo Ansammlungen von wild lebenden Katzen bemerkt, so bittet die Tierschutzgruppe, die Veterinärbehörde oder den Güstrower Tierschutzverein, zu benachrichtigen. Die Telefonnummer des TSV Güstrow für den Einzugsbereich Sternberg ist 0151 17841017.

Einwohner von Orten, die nicht zum Bereich Sternberg gehören, sollten sich mit den jeweils für sie zuständigen Tierschutzorganisationen oder Veterinärbehörden in Verbindung setzen.

Unterkunft für Tiere - der Tierschutz macht mobil

Der Tierschutzverein Güs trow kann zur Zeit - wie viele andere Vereine und Tierheime - aus Platzgründen keine Katzen mehr aufnehmen. Andere Tiere konnten und können wir überhaupt nicht aufnehmen, auch nicht zeitweise. Cieslak: "Deshalb bemühen wir uns seit Jahren um ein für uns passenden Gebäude. Ein Objekt liegt jetzt in greifbarer Nähe. Wir hoffen, dass wir es erwerben können."

Die Katzen aus dem Sternberger Bereich - ganz gleich ob als Abgabe-, Fund- oder herrenlose Tiere werden, seit es die Sternberger Tierschutzgruppe gibt, alle nach Güstrow in die dort vorhandenen Notunterkünfte.

Das alte Katzenhaus in der Langen Stege war wegen Pilzbefall vorübergehen geschlossen. Es fehlt aber als Aufnahmeort für die Tiere. Deshalb haben die Mitglieder des TSV Güstrow u.U.e.V. in vielen mühsamen Arbeitseinsätzen es wieder bewohnbar gemacht, allerdings müssen dort in erster Linie die schon auf anderen Pflegestellen notdürftig untergebrachten Tiere einquartiert werden.

Darum ist es das Ziel des Vereins, ein festes Gebäude zu bekommen und es als richtige Auffangstation sowie Tierasyl umzubauen. Das kostet allerdings eine in die tausende Euro gehende Summe. Der Verein bittet darum alle tierlieben Menschen, mit einer kleinen Spende zu unterstützen unter: Volks-und Raiffeisenbank Güstrow; Kontoinhaber: Tierschutzverein Güstrow; Kontonummer: 136 80 79; BLZ: 140 613 08.

Gleichzeitig dankt der Verein all denen, die helfen, sei es mit einer Sachspende oder mit einem Dauerauftrag oder auch mit Bargeld für die Tiere.

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