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Auszeichnung für Sternberg : Das ist die beste Kleinstadt für Ältere

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Gute Gründe, warum Sternberg seniorenfreundlichste Kleinstadt in MV wurde

svz.de von
erstellt am 15.Nov.2017 | 12:00 Uhr

„Diese Auszeichnung ist uns Verpflichtung und Ansporn, das, was hier über Jahrzehnte aufgebaut wurde, weiterzuentwickeln“, sagte Sternbergs Bürgermeister Armin Taubenheim anlässlich der Auszeichnung der Stadt als seniorenfreundlichste Kommunen in der Kategorie Kleinstädte (SVZ berichtete). „Gewisse Ideen“ sollen nun noch umgesetzt werden und „was wir geschaffen haben, wollen wir auch erhalten. Das waren viele, viele Bausteine, die zu der Auszeichnung beigetragen haben. Wir haben mit verschiedenen Vereinen und Verbänden zusammen gearbeitet, um so weit zu kommen“, so der Bürgermeister weiter.

Sternberg überzeugte die Jury insbesondere durch die Beständigkeit, mit der die Stadt die seniorenpolitischen Aspekte berücksichtigt und umsetzt. Wie bekannt, haben die Sternberger Stadtvertreter bereits 1991 den Beschluss gefasst, ein Altenhilfezentrum mit Betreutem Wohnen, einer Dauer- und Kurzzeitpflegeeinrichtung, einem Tagespflegeangebot, einer Begegnungsstätte mit einem Seniorenmittagstisch und Essen auf Rädern zu schaffen. Initiator und jahrelanger Verfechter dieser Idee war damals Bruno Pischel, der dann auch lange Zeit das DRK-Seniorenheim leitete.

„Seitens der Stadt wird die Seniorenpolitik als Querschnittsaufgabe gesehen und als kommunale Daseinsvorsorge verstanden, die nur gemeinsam und zielorientiert geschultert werden kann. Die Seniorenarbeit ist integraler Bestandteil der Zusammenarbeit von Stadtvertretung, Stadtverwaltung, Seniorenbeirat, DRK-Seniorenbüro, den Kirchgemeinden und den Vereinen, Verbänden und Organisationen mit ihren spezifischen Angeboten speziell von und für die Seniorinnen und Senioren der Stadt“, hieß es weiter in der Begründung der Jury. Diese bestand aus Vertretern des Landesseniorenbeirats, des Landesrings des Deutschen Seniorenringes, des Städte- und Gemeindetages und des Landessozialministeriums.

Die Jury hob außerdem hervor, dass auf Initiative der Stadt gemeinsam mit dem Landkreis ein kooperatives Bürgerbüro in Sternberg installiert wurde. Vor allem ältere Menschen würden diese bürgerfreundliche Verwaltungseinrichtung nutzen. Das Bürgerbüro wurde erst im Frühjahr erweitert und mit einer Rampe für einen barrierefreien Zugang versehen.

Die Jurymitglieder waren zudem beeindruckt von dem „wunderschönen Altstadtbereich mit sanierten Häusern und der Kirche, von der Sauberkeit in der Stadt und von ihrer reizvollen Umgebung.“ Außerdem fanden sie die modern hergerichteten Wohnungen in der Innenstadt hervorhebenswert, die sich durch die gemeinsam gestalteten Innenhöfe und deren gemeinsame Generationen übergreifende Nutzung auszeichneten. Darüber hinaus wurde die Vielfältigkeit der Kultur-, Sport- und Vermittlungsangebote des Seniorenbüros des DRK gewürdigt, mit der ältere Menschen aktiv in das Leben der Stadt integriert würden.

Eine Institution, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass es sich in Sternberg als älterer Mensch gut leben lässt, ist der Seniorenbeirat der Stadt. „Unsere Hauptarbeit besteht darin, die Belange älterer Menschen aufzugreifen und zu bearbeiten“, erklärte Petra Rauchfuß der SVZ. Sie war als Vertreterin des Seniorenbeirats bei der Auszeichnungs-Veranstaltung in der letzten Woche mit dabei. Obwohl die Sternbergerin noch keineswegs zu den Senioren gehört, war sie sofort bereit, als Vertreterin des Behindertenverbandes im Seniorenbeirat mitzumachen, als sie gefragt wurde. „Ich finde das gut, weil ich ja einen gehbehinderten Sohn habe. Daher weiß ich genau, wo es hakt, wenn jemand mit einem Rollstuhl oder Rollator durch die Stadt muss.“ Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Noch 2013 begleitete die SVZ einen Testlauf mit einem Rollator durch die Altstadt, der sich als anstrengender Hindernislauf über das holprige Kopfsteinpflaster erwies. Seitdem ist viel passiert. Stadtweit wurden Straßen erneuert, Bürgersteige abgesenkt und mit rollstuhl- plus kinderwagenfreundlichen Steinen gepflastert. Über das Kopfsteinpflaster der mittelalterlichen Sträßchen wurden Übergänge für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen geschaffen. „Die haben größere Steine und größere Fugen“, erläutert Petra Rauchfuß. „In dem normalen Kopfsteinpflaster können die kleinen Stützräder der Rollstühle stecken bleiben.“

Im Seniorenbeirat arbeiten Vertreter von allen acht Vereinen und Institutionen mit, die mit den älteren Sternbergern zu tun haben. „Dadurch sind wir immer an der Quelle“, meint Rauchfuß. „Es geht einfach nicht, dass jemand von den Älteren keinen von uns kennt.“

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