Schlowe : Das große Summen im Dorf

Fünf Hummelarten hat Anja Hansen (l.) vom Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet schon auf der Wiese entdeckt.
Fünf Hummelarten hat Anja Hansen (l.) vom Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet schon auf der Wiese entdeckt.

Schlower Dörpschaft will mit Hummelwiese und singendem Baum Teil des „Erlebnisreichs Bienenstraße“ werden

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19. Juli 2018, 20:00 Uhr

Natternkopf, Spitzwegerich, Ackerwinde, Schafgarbe, Hirtentäschel, Wegwarte und viel anderes Kraut blühen auf der 2000 Quadratmeter großen Wiese von Udo Rogmann und Karola Kühn, die mitten in Schlowe liegt. Aber auch das Berg-Sandknöpfchen, das Faltern, Hummeln und Schwebfliegen viel Nahrung bietet. Früher sei hier das Futter für die Kaninchen gemäht worden, aber jetzt habe er keine mehr, sagt Udo Rogmann. „Wir sehen jeden Tag, wenn wir im Auto unterwegs sind, dass es kaum noch Getier gibt. Die Autoscheiben bleiben sauber. Diese Entwicklung wollen wir aufhalten“, erklärt er. Die Schlower Dörpschaft, der er angehört, möchte mit der Wiese Teil der Bienenstraße werden. Eine Kooperationsvereinbarung mit dem Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet (LSE) ist unterzeichnet. Der LSE ist verantwortlich für das Projekt „Erlebnisreich Bienenstraße“.

„Wir wollen aber eine Anleitung haben“, erklärt Rogmann, warum sich der Verein an Anja Hansen vom LSE gewandt habe. Wie oft und wann darf gemäht werden? Was passiert mit dem Schnittgut?, sind nur einige Fragen.

Das Berg-Sandknöpfchen wächst auf magerem, sandigem Boden und findet damit in Schlowe gute Bedingungen. Hinzu kommt die geschützte Lage, das Dorf ist von Wald umgeben, informiert Anja Hansen. Wichtig sei, dass die Fläche extensiv bewirtschaftet und auf Düngung verzichtet werde, damit sich die Pflanze ausbreiten kann. „Viele Wildkräuter und -blumen brauchen mageren Boden. Trockenrasen ist ein wichtiger Nistplatz für Hummeln.“ Auf besagter Wiese habe sie schon fünf verschiedene Arten gefunden und nenne sie deshalb „Hummelwiese“. Wer einen Moment stehen bleibt, kann hören, wie viel Summen es gibt. Die Schlower seien auf sie zugekommen, „weil Wildbienen zum Dorf gehören“, sagt Hansen. Udo Rogmann bescheinigt sie, bisher bei der Pflege der Wiese alles richtig gemacht zu haben. So fänden unter dem Holzstapel und im hohen Gras, das es auf der Wiese auch gibt, andere Tiere Unterschlupf.

Den finden Immen sogar in einer großen Tanne im Dorf. „Es ist unglaublich, wie der Baum summt. Ich vermute, dass es sich um eine Wespenart handelt, aber es bleibt geheimnisvoll. Es gibt wenig Staaten bildende Bienen, Hornissen und Wespen“, so Anja Hansen.

Elisabeth Burmeister ist vor 58 Jahren nach Schlowe gezogen. Das Alter der Tanne schätzt sie um die 70 Jahre. „Seit 30 Jahren summt es im Baum von April bis Oktober“, weiß sie.

Ein singender Baum und eine Hummelwiese seien schon etwas Besonderes in Schlowe. Darauf könnte auf Schautafeln aufmerksam gemacht werden, schlug Anja Hansen vor. Um den Wunsch der Dörpschaft nach einem Infoabend übers Gärtnern werde sie sich kümmern, versprach sie. Und für das Vorhaben des Vereins, ein großes Insektenhotel zu bauen, könne der LSE eine Bauanleitung beisteuern.

Um solche Flächen wie die Wiese oder eine vergleichbare der Forst in Schlowe zu erhalten, will die Naturparkverwaltung mit den Eigentümern ein Nutzungs- und Bewirtschaftungskonzept entwickeln. Roswitha Spöhr

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