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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 02:59 Uhr

Büschow : Das Flaschen-Lämmchen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Für Renate Maercker bedeutet das: noch mindestens sechs Wochen lang auch einmal nachts aufzustehen.

von
erstellt am 24.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Zwei süße Wollknäuel springen zwischen den Altschafen umher. Es ist Lammzeit auf dem Hof von Familie Maercker in Büschow. Die Frau des Hauses ist aktuell zur Lämmchen-Ersatzmama geworden, das Mutterschaf hat eines der Zwillinge nicht angenommen. „Nichts Ungewöhnliches“, bemerkt Renate Maercker, die freilich nicht weiß, „ob der kleine Bock durchkommt. Wenn ein Mutterschaf ein Junges nicht annimmt, hat das meistens was“, so ihre Erfahrung.

Die Maerckers halten seit 15 Jahren ihre „Rasenmäher“, die das Grün auf dem eingezäunten hügeligen Schaf-Terrain des Grundstücks an der L 101 kurz halten. Die kleine Herde besteht aus einem Bock und vier Muttertieren – darunter sind zwei echte Heidschnucken, die anderen sind Mischlinge. „Es gibt noch weiteren Nachwuchs“, betont der hinzu gestoßene Ehemann Martin Maercker.

Währenddessen hat seine Frau eine Babyflasche in der Hand. Dienstagabend gegen 18.30 Uhr – Flaschenzeit mal wieder. Ratzfatz hat das Böcklein die Buddel leer. Die nächste Mahlzeit mit dem speziellen Milchmastaustauscher für Schafe wird um 22 Uhr fällig.

Noch mindestens sechs Wochen lang muss – vor allem Renate Maercker – dem Lamm-Nachwuchs fünf Mal am Tag und auch einmal nachts die Flasche geben. Wann? „Wenn ich wach werde, meistens so gegen halb Drei“, erzählt sie.

„Das ist eben der Mutterinstinkt“, meint dazu der Gatte. Er hingegen schlafe nachts fest. Selbst haben die Maerckers übrigens vier Kinder, der jüngste Sohn ist 20, und mittlerweile vier Enkelkinder. Das fünfte sei unterwegs.

Zum Abschied meint Martin Maercker mit Blick auf die süßen Lämmer: „Jetzt sind sie natürlich niedlich, aber in wenigen Monaten werden sie verwurstet!“ Nutztiere eben. Von Stubentigern halte man hingegen nichts. „Wir leben hier seit 21 Jahren bewusst ländlich. Tiere gehören für uns nach draußen – oder in die Pfanne!“ Bei Maerckers gibt’s Lammkeule sowie leckere Wurst – „halb Lamm, halb Schwein, schmeckt vorzüglich“, preist der Büschower seine Hausmacherwurst an.

Übrigens: Namen bekommen die Lämmer nicht. Das wäre dann gefühlsmäßig doch etwas schwierig mit Blick auf deren spätere Schlachtung, bekennt Martin Maercker.

 

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