Sternberg : Das erste Klassentreffen mit allen

Klassentreffen 35 Jahre nach der Schule in Sternberg: Die Teilnehmer stellten sich für das Foto in etwa genauso auf wie vor gut 40 Jahren mit Pionierhalstüchern. Das Gebäude gehört heute zur Verbundenen Regionalen Schule und Gymnasium „David Franck“.
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Klassentreffen 35 Jahre nach der Schule in Sternberg: Die Teilnehmer stellten sich für das Foto in etwa genauso auf wie vor gut 40 Jahren mit Pionierhalstüchern. Das Gebäude gehört heute zur Verbundenen Regionalen Schule und Gymnasium „David Franck“.

Die Schulabgänger von 1982 in Sternberg sehen erstmals auch jene wieder, die vorher zur EOS gewechselt oder weggezogen sind.

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26. Juni 2017, 21:00 Uhr

Sie sind Jahrgang 1965 und 1966. Die meisten haben nach der zehnten Klasse die damalige Polytechnische Oberschule (POS)
„Rosa Luxemburg“ 1982 verlassen. In dem Kreise gab es schon 1999 ein Wiedersehen. Doch diesmal, 35 Jahre nach der Schule, waren erstmals auch jene eingeladen, die vorher die Klasse verlassen hatten, in die Erweiterte Oberschule (EOS) Brüel gewechselt oder weggezogen waren. Wer selbst so ein Treffen organisiert hat, weiß, welcher Aufwand damit verbunden ist, über Eltern oder andere Wege die neuen Adressen oder Telefonnummern zu ermitteln. Über das Ergebnis freuen sich alle: Bis auf einen ehemaligen Mitschüler haben nach dieser langen Zeit alle ihr Kommen zugesagt.

Ein großer Teil lebt bis heute in der Region oder ihrer Umgebung, andere hat es in alle Richtungen verstreut. Frank Stüwe und Uwe Fleischhauer sind aus Berlin gekommen, Heike Schumann, geborene Bakenecker, aus Stendal. Am weitesten entfernt wohnt Ina Neumann – in St. Augustin bei Bonn. Zum ersten Klassentreffen habe sie nicht kommen können, weil Lisa, die älteste Tochter, gerade geboren war. Umso mehr freue sie sich, dass es diesmal geklappt hat, sagt Ina Neumann. Drei- bis viermal im Jahr sei sie sonst in Sternberg, weil ihre Eltern hier
leben, vor acht Jahren von Mustin hergezogen sind. „In der Schulzeit war ich Buskind, bin jeden Tag gefahren.“ Und: „Dies ist immer noch Heimat.“ Ihren Bruder habe es von Berlin nach Sternberg zurück
gezogen. Es sei die Natur, die Ruhe. „Wenn es geregnet hat, riecht es hier auch anders als am Rhein oder in der Eifel.“ Sie habe mit dem Vater oft am Wasser gegessen, „mit Regenwürmern und Brotteig zum
Angeln“. Auch der Menschenschlag sei, wo sie jetzt wohne, ganz anders, so Neumann.

Dorthin gekommen sei sie über zahlreiche Stationen, eine davon besonders weit entfernt: vier Jahre New York durch die Arbeit ihres Mannes im auswärtigen Dienst. Sie habe nach der Schule eine Ausbildung als Stomatologische Schwester an der Fachschule in Schwerin absolviert und zunächst in der Sternberger Poliklinik gearbeitet.

Obwohl Ina Neumann lange nicht mehr in der Region lebt, spricht sie „so schön mecklenburgisch“, hat Grit Kowalski, geborene Schreiber, mit Freude festgestellt. Sie lebt jetzt in der Nähe von Güstrow, kommt allerdings nur noch selten nach Sternberg, wo sie aufgewachsen ist. Obwohl es „so was Schönes wie die Oberen Seen, den Sternberger und Luckower kaum noch einmal gebe. „Bei uns ist auch viel Wasser, aber nicht so.“

Uwe Fleischhauer war langjähriger Banknachbar von Ina Neumann. Sie hätten sich gut verstanden, sagen beide. Wer im Unterricht mehr vom
anderen profitiert, etwa bei Arbeiten mal auf das andere Blatt geschaut hat, behalten sie jedoch für sich. Fleischhauer hat die Arbeit schon vor der Wende nach Berlin geführt.

Eine aus der Klasse arbeitet heute dort, wo sie einst zur Schule gegangen ist: Simone Reich, geborene Brügge, als Schulsachbearbeiterin, wie die Sekretärin heute bezeichnet wird. Gelernt hatte sie ab 1982 Anlagenfahrerin im Schweriner Plastverarbeitungswerk, wechselte aber schon 1988 als Schreibkraft zum damaligen Rat des Kreises Sternberg, blieb Angestellte der Kreisverwaltung und nutzte 2003 das Angebot zum Wechsel an die Schule in Sternberg, erzählt Reich, die inzwischen seit über 15 Jahren in Dabel zu Hause ist.

Beim Klassentreffen habe sie bis auf „AC“, Dirk Schröder, alle wiedererkannt. „Wir haben uns lange nicht gesehen und alle verändert.“

Schade, dass Petra Richter, geborene Günzel nicht kommen konnte, sind sich alle einig. Sie habe am Rauschenden Bach gewohnt und lebe jetzt in Meiningen. Sie hätte die Klassenkameraden gern wiedergesehen, wissen sie, doch eine Krankheit ihrer Tochter habe das verhindert. Alle denken an sie, kommt es aus der Runde.

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