Gemeinsam für Jesendorf : Danke für das Engagement

Jesendorfs Bürgermeister Arne Jöhnk und sein Stellvertreter Daniel Bohl haben Detlef Lukat, Bürgermeister der Nachbargemeinde Bibow, in ihre Mitte genommen. „Wir machen schon viel zusammen“, sagen beide Gemeindeoberhäupter. „Eine Fusion würde keine Vorteile bringen.“
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Jesendorfs Bürgermeister Arne Jöhnk und sein Stellvertreter Daniel Bohl haben Detlef Lukat, Bürgermeister der Nachbargemeinde Bibow, in ihre Mitte genommen. „Wir machen schon viel zusammen“, sagen beide Gemeindeoberhäupter. „Eine Fusion würde keine Vorteile bringen.“

Die Gemeinde Jesendorf gab für die engagierten Bürger und Gäste einen Neujahrsempfang mit leckerem Catering

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29. Januar 2018, 12:00 Uhr

„Unser Neujahrsempfang ist vor allem ein Dankeschön an die engagierten Bürger in der Gemeinde“, erklärte Bürgermeister Arne Johnk am Samstagabend gegenüber der SVZ. Und er solle auch für die weitere Arbeit motivieren. Der Landwirt zeigte sich sehr zufrieden damit, wie viele Einwohner Jesendorfs sich für die Belange des Ortes einsetzen. So wie zum Beispiel Christine Dannehl und Ilona Diederich vom Kirchenbauverein. „Wir haben schon viel für unsere Kirche geschafft“, konnten die beiden Frauen berichten. Durch das Engagement des Vereins mit 40 Mitgliedern gibt es nun verschiedene Events im Jahresverlauf, die nicht mehr aus dem Gemeindeleben wegzudenken sind: So den Frühjahrsputz, ein Konzert im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung, das Erntedankfest und den Dorfadvent mit Krippenspiel.

Eine besonders wichtige Rolle spielt in den vier Ortsteilen Jesendorf, Büschow, Trams und Neperstorf die AG Kultur, erläuterte der stellvertretende Bürgermeister Daniel Bohl. Vier bis sechs Mal im Jahr treffen sich verschiedene Akteure, um die anstehenden Kulturveranstaltungen zu besprechen und zu organisieren. Zu den Machern gehören Mitarbeiter des „Hauses Confidence“, einer Betreuungseinrichtung für chronisch alkoholabhängige Menschen, Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, Mitglieder der örtlichen Laienspielgruppe, des Kirchenbauvereins und interessierte Bürger. 2018 sind es immerhin 14 Veranstaltungen, die sie alle zusammen geplant haben. Am 16. März wird Frauentag gefeiert, am 1. April gibt es einen Ostertanz, den Kindertag am 2. Juni, das Rosenfest im Gutshaus mit Handwerkermarkt am 17. Juni und das Sommerfest am 25. August.

„Dank an alle, die sich in die AG Kultur einbringen“, sagte Arne Jöhnk in seiner Rede. „Nur so kriegen wir das alles mit unseren bescheidenen finanziellen Mitteln hin, da merkt man fast gar nicht, dass wir eigentlich gar kein Geld haben.“

„Wir häufen jedes Jahr mehr Schulden an“, verriet das Gemeindeoberhaupt der Redaktion. Der Grund sei die Kreisumlage, die zwar nicht mit ihrem prozentualen Anteil, jedoch in tatsächlichen Zahlen gestiegen sei. Außerdem lebt in der 480-Einwohnergemeinde eine wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen. Dadurch steigen die Ausgaben für den Schullastenausgleich und die Kinderbetreuungskosten, die die Gemeinde zur Hälfte übernehmen muss. „Ich bin gespannt, wie Frau Schwesig 100 Prozent finanzieren will“, sagte der ehrenamtliche Bürgermeister mit Sorgenfalten auf der Stirn. Er habe schon kurzzeitig Angst gehabt, die Gemeinden sollen noch mehr von der Finanzierung dieser Kosten übernehmen.

Sein Nachbar, Bibows Bürgermeister Detlef Lukat, kann dagegen ein Plus von 45 000 Euro im Haushalt verkünden. Denn er hat nur wenige Kinder und Jugendliche in seiner Gemeinde, dafür zählen aber die 132 Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Demenz, die in der Pflegeeinrichtung „Haus am Bibowsee“ betreut werden, als Einwohner. Arne Jöhnk versteht nicht, warum eine Gemeinde mit vielen Kindern und Jugendlichen mit den durch diese verursachten höheren Aufwendungen quasi bestraft wird.

Beklagenswert finden beide Bürgermeister, dass ihre Gemeinden pro Jahr jeweils etwa 8000 Euro aufbringen müssen, um die Ränder der Straße zwischen Nisbill und der L 101 zu reparieren. Diese Straße wird für viele Autofahrer, die aus Warin kommen, als Abkürzung zur A 14 genutzt. „Da wurden teilweise 2500 Autos am Tag gezählt“, weiß Arne Jöhnk. Für die Straße gab es zwar 2006 Fördermittel, aber nur für eine Straßenbreite, bei der nicht zwei Autos gleichzeitig nebeneinander auf die Fahrbahn passen. Durch das große Verkehrsaufkommen passiert das jedoch so regelmäßig, dass die Straßenränder jedes Jahr kaputt gehen. „Vor allem entstehen so tiefe Löcher, dass die Gefahr besteht, dass die Autos im Straßengraben landen“, meint Detlef Lukat. Deshalb wollen die beiden Gemeindeoberhäupter demnächst Fördermittel für eine Verbreiterung der Straße beantragen.

„Wie machen schon viel zusammen“, bestätigten die beiden Bürgermeister auf Nachfrage. „Aber fusionieren wollen wir nicht. Das würde keine Vorteile bringen.“

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