Feuerwehr Hohen Pritz wirbt mit Video : Damit bei 112 jemand kommt

Die Jugendfeuerwehr in Hohen Pritz – hier Malte, Jonas, Michel und Willi – ist mit derzeit 20 Mitgliedern gut aufgestellt, freut sich Wehrführer René Pfalzgraf. Ein kleines Imagevideo soll helfen, auch Verstärkung für die aktive Gruppe zu bekommen.  Fotos: Rüdiger Rump
Die Jugendfeuerwehr in Hohen Pritz – hier Malte, Jonas, Michel und Willi – ist mit derzeit 20 Mitgliedern gut aufgestellt, freut sich Wehrführer René Pfalzgraf. Ein kleines Imagevideo soll helfen, auch Verstärkung für die aktive Gruppe zu bekommen. Fotos: Rüdiger Rump

Die Freiwillige Feuerwehr Hohen Pritz will mit einem Werbefilm weitere Mitglieder für die aktive Gruppe gewinnen. Ein Informationsabend findet am 20. Januar statt.

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15. Januar 2016, 21:00 Uhr

Stell dir vor, du rufst die 112 und niemand kommt. So beginnt ein Werbefilm über gut zweieinhalb Minuten, den die Freiwillige Feuerwehr Hohen Pritz hergestellt hat. Zu den Feiertagen am Jahreswechsel wurde er ins Internet gestellt. Damit sollen vor allem weitere Mitglieder für die aktive Gruppe gewonnen werden.

Eine unachtsam auf den Tisch gestellte Kerze setzt ein Zimmer im Obergeschoss in Brand. Der Junge, dem das passiert ist, eilt nach unten, doch er hatte zuvor die Haustür abgeschlossen. Zwei Mädchen sehen von der Straße aus den Qualm, der aus dem Fenster dringt, und rufen die 112 an. Vier Minuten später, so wird in dem Video eingeblendet, sind Angelika und Armin an der Feuerwehrwache und schließen auf, bevor weitere Mitglieder eintreffen, rasch in ihre blaue Montur schlüpfen und das Einsatzfahrzeug startklar machen. Werde Mitglied und rette Leben, ist am Ende zu lesen. Im Abspann, wie er zu jedem Film gehört, wird Angelika, Cindy und Andreas Schmaloske, Paula Gläser, Robert Sdunek und René Pfalzgraf als Schauspieler gedankt. Für Kamera, Schnitt und Regie war Timo Neumann verantwortlich. „Er ist ein Freund unserer Feuerwehr und von Haus aus Mediengestalter.“ Neumann wohne zwar nicht in der Region, habe das kleine Imagevideo aber für „eine gute Sache“ gehalten und sei deshalb extra nach Hohen Pritz gekommen, „um uns zu unterstützen“, erklärt der Wehrführer.

Der Anstoß stamme aus einer Vorstandssitzung der Feuerwehr. „Wir haben mal in die Runde geworfen, wie wir weitere Mitglieder gewinnen könnten. Mehr Werbung machen, schön und gut, und dann sind einige Ideen zusammengekommen“, so Pfalzgraf. Auch der Landesfeuerwehrverband werbe für das Ehrenamt, „doch wir wollten uns nicht auf andere verlassen, sondern selbst die Beine in die Hand nehmen und vor allem was mit Ortsbezug machen, so dass sich mancher vielleicht mehr angesprochen fühlt“. Daraus sei eine kleine Kampagne entstanden, zeitgleich mit dem Video die Internetseite der FFw Hohen Pritz erneuert und ein Flyer gedruckt worden. Dieser weist auf einen
Informationsabend am kommenden Mittwoch, 20. Januar, um 19 Uhr in der Fritz-Reuter-Straße 6 hin. „Wir haben den Flyer nicht einfach in die Briefkästen gesteckt, sondern wenn möglich persönlich übergeben“, sagt Pfalzgraf. Jeder, der sich für die Feuerwehr in Hohen Pritz interessiert, sei herzlich eingeladen. „Wir wollen uns mal austauschen, auch wie man sich untereinander helfen kann“, so der Wehrführer. „Und wenn sich dann mancher entschließt, Mitglied bei uns zu werden, wäre das super, damit die Wehr zukunftsfähig bleibt.“

Mit der Jugendfeuerwehr, zu der 20 Mädchen und Jungen gehören, sieht sich Hohen Pritz gut aufgestellt, doch der Nachwuchs brauche noch ein paar Jahre, bis die Ersten in die aktive Gruppe übernommen werden könnten. Diese habe jetzt 14 Mitglieder, wobei zwei stramm auf die Rente zugingen. „Bei 14 macht sich das anders bemerkbar als bei 30. Wir wären dann nur noch zu zwölft“, gibt Pfalzgraf zu bedenken. Andere würden außerhalb arbeiten und in der Woche tagsüber nicht zur Verfügung stehen.

Hohen Pritz verfügt indes als eine von bundesweit wenigen freiwilligen Feuerwehren seit Mitte 2015 über Höhenretter. Die Ausbildung erfolgte auf Anregung der Servicetechnik für den Windpark, der am Rande der Gemeinde steht. René Pfalzgraf, Timo Moor und Robert Sdunek erwarben nach strenger Tauglichkeitsuntersuchung und zweitägigem Lehrgang die Zertifikate. Sie könnten übrigens auch bei Gefahrensituationen in anderen Windparks, Kirchtürmen oder Hochhäusern aushelfen, überall dort, wo Menschen aus großer Höhe gerettet werden müssen.

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