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Gemeinde zeigt kein Interesse an Immobilie : Dabler Wohnheim erneut auf Auktion

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Das leer stehende ehemalige Wohnheim in der Straße der DSF in Dabel kommt auf der Versteigerung der Deutschen Grundstücksauktionen AG am 10. Dezember in Berlin erneut zum Aufruf.

svz.de von
erstellt am 25.Nov.2011 | 09:31 Uhr

dabel | "Da ist der Zug wohl abgefahren", sagt Bürgermeister Herbert Rohde mit Blick auf das ehemalige Wohnheim in der Straße der DSF in Dabel. Das leer stehende Gebäude kommt auf der Versteigerung der Deutschen Grundstücksauktionen AG am 10. Dezember in Berlin erneut zum Aufruf. Das Mindestgebot liegt bei 25 000 Euro.

Dass die Euphorie beim Bürgermeister gebremst ist, kommt nicht von ungefähr. Nur kurz währte für die Gemeinde die Freude darüber, dass es für das frühere Lehrlingswohnheim einen Investor gibt. Das war 2007. Ein junges Paar von auswärts hatte es seinerzeit von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben, dann aber - nur ein Jahr später - in die Auktion gebracht. Im Auktionskatalog lag der Verkehrswert des Gebäudes laut Gutachten im Jahr 2008 bei 274 000 Euro. Das Auktions limit war mit 60 000 Euro angegeben. Nach SVZ-Recherchen weit mehr, als die einst gezahlte Summe.

"Das Haus ist damals in private Hände gegangen und wurde noch einmal weiter veräußert", weiß Bürgermeister Rohde. Im Gebäude habe lediglich ein Hausmeister gewohnt, der sich gekümmert habe und inzwischen wohl auch ausgezogen sei, meint er. "Es gab mal Interesse, das Haus zu einer Jugendherberge umzubauen. Dafür hätte es sich noch geeignet", sagt er.

Kaum punkten kann das Gebäude, das ca. 1974 gebaut und Mitte/Ende der 1990er-Jahre umgebaut und modernisiert worden ist, wohl mit seiner Lage direkt an der relativ viel befahrenen Straße nach Parchim. Zudem besteht laut aktuellem Auktionskatalog "weiterer bzw. erneuter Sanierungs- und
Modernisierungsbedarf".

So hatte auch ein holländischer Investor, der mit einer Fläche liebäugelte, auf der NVA-Wohnblocks standen und die sich vis-a-vis zu dem Lehrlingswohnheim befand, für Letzteres kein Interesse gezeigt. Wie SVZ im Juni diesen Jahres berichtete, sollten auf dem Areal 70 bis 80 Ferienhäuser entstehen mit viel Grün und Wasser. Er habe noch zwei-, dreimal Kontakt mit dem Holländer gehabt, sagt der Bürgermeister. "Ich gehe davon aus, dass es mit den Ferienhäusern nichts wird", sagt er.

Als Gemeinde bei der Auktion mitbieten, werde man nicht. "Wir können mit dem Haus nichts anfangen, und es spekulativ zu erwerben, davon halte ich nichts. Wir haben mit dem ehemaligen KfL schon große Sorgen", sagt Herbert Rohde. So hat sich wohl auch hier die Hoffnung der Gemeinde zerschlagen, für den früheren Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) eine Teillösung gefunden zu haben. Wie SVZ berichtete, hatte es die Anfrage einer Firma gegeben, zwei Hallen und das alte KfL-Heizhaus demontieren zu können, um die Baustoffe zu vermarkten. "Im Juni haben wir in der Gemeindevertretung dazu noch
einen Beschluss gefasst und unsere Bedingungen zu Papier gebracht. Seitdem zeigt die Firma aber kein Interesse mehr. Das hat sich also auch erst einmal zerschlagen", ärgert sich Herbert Rohde.
Währenddessen verfällt der alte KfL immer mehr. Fenster sind zerstört, Wände zerfallen in ihre Einzelteile. "Wir werden hier jetzt unserer Verkehrs sicherungspflicht nachkommen und erst einmal alle Glasteile, die zur Straße hinzeigen, herausnehmen und das Gebäude so dicht machen, dass nichts hin eingeworfen werden und niemand rein klettern kann. Uns liegen drei Angebote von Firmen auf dem Tisch", sagt Rohde und nennt als Zeitschiene, "bevor der Winter kommt". Lehrlingswohnheim und KfL waren übrigens auch Themen in der Hauptausschussitzung der Gemeindevertretung in dieser Woche in Dabel.

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