Mit der Postkutsche durch Deutschland : Dabeler will mit Kutsche zur Zugspitze

<strong>Reisen wie vor 200 Jahren:</strong> Helmut Deutschkämer in der Original-Postillionuniform bei einer Gästetour mit der historischen Postkutsche.<foto>privat</foto>
Reisen wie vor 200 Jahren: Helmut Deutschkämer in der Original-Postillionuniform bei einer Gästetour mit der historischen Postkutsche.privat

Der Dabeler Helmut Deutschkämer hat eine große Tour vor: Mit einer historischen Postkutsche will er von Kap Arkona bis zur Seilbahnstation Eibsee an der Zugspitze fahren. Das sind rund 1200 Kilometer.

svz.de von
17. Januar 2013, 05:32 Uhr

Dabel | In 40 Tagen um die Welt? Aus 38 Kilometern Höhe in die Tiefe springen? Was Helmut Deutschkämer und sein Team planen, scheint zwar nicht genauso gewagt, aber trotzdem aufregend: Sie wollen auf einer fünfwöchigen Tour mit einer historischen Postkutsche von Kap Arkona bis zur Zugspitze fahren. Das sind rund 1200 Kilometer Weg, die sie zurücklegen müssen.

Und dafür sind sie auf vier, bei bergigen Abschnitten auch auf sechs Pferdestärken angewiesen. "Wir fahren vier- bis sechsspännig mit Mecklenburger Warmblütern", erzählt Helmut Deutschkämer. Das Fahren mit der Postkutsche ist seine persönliche Leidenschaft: Er genieße es, auf dem Kutschbock in fast drei Metern Höhe zu sitzen und die Landschaft zu betrachten. "Wir nehmen uns heute kaum noch die Zeit, die Natur zu genießen", bemängelt er. Von der Postkutsche aus könne man das hingegen wunderbar.

Vor allem, weil die Route der Deutschlandtour - wenn möglich - fernab von Straßen führen wird. "Wir werden auf alten Postkutschen- und Handelswegen fahren", so der Dabeler. Je nach Wegeverhältnis wird die Reisegeschwindigkeit dabei zwischen fünf und sieben Km/h liegen. "Geplant ist, dass wir zwischen 30 und 60 Kilometern pro Tag zurücklegen", führt er weiter aus. Geschlafen werde nachts im Hotel, für die Pferde sei ein Stallzelt mit im Gepäck. Begleitet wird die Kutsche von einem LKW mit Anhänger. Denn allein das für die Pferde benötigte Futter wiegt vier Tonnen. "Unsere Tiere erbringen auf der Tour Höchstleistungen, deshalb nehmen wir Hafer, Heu, Stroh und Mineralstoffe mit", so Deutschkämer. Im Begleitfahrzeug wird aber nicht nur Material transportiert. Hier können sich auch abwechselnd zwei Pferde einen Tag erholen, denn die meisten Tourabschnitte werden vierspännig gefahren.

Für Helmut Deutschkämer ist es nicht die erste große Fahrt, die er und sein Team unternehmen. "Wir sind aufeinander eingespielt und haben zusammen ca. 70 000 Kilometer in Europa zurückgelegt", sagt er. Dennoch wird die Deutschlandtour die längste, die sie bisher an einem Stück gefahren sind. Deshalb sei sie detailliert geplant und die Strecke bereits mehrfach mit dem Auto abgefahren. Auch die Pferde sind im Training. Es ist wichtig, dass sie bis zum Start über die nötige Kondition verfügen, so der Kutschen-Fan. Denn: "Wir laufen ja auch keinen Marathon ohne uns darauf vorbereitet zu haben."

Für Interessierte gibt es auch die Möglichkeit, die gesamte Deutschlandtour mitzufahren bzw. einen Teil zu begleiten. Dafür seien bei ihm verschiedene Angebote inklusive Übernachtung buchbar, so Helmut Deutschkämer. Man müsse allerdings ein bisschen Sinn für Abenteuer haben, gibt er zu bedenken. Und, nicht jeder habe Lust, sechs bis acht Stunden täglich auf der schaukelnden Postkutsche zu sitzen.

Auch wenn er um die Größe des Vorhabens weiß, verspürt Helmut Deutschkämer noch keine Aufregung. Das kommt bestimmt zwei, drei Tage bevor es losgeht, erzählt er schmunzelnd. Starten wird die Tour am 1. Juni auf Rügen. Von dort aus geht es über Altentreptow und Neustrelitz ins Brandenburgische Rheinsberg durch Potsdam nach Brük. Nach einem Abstecher in der Lutherstadt Wittenberg fährt der Tross weiter nach Bad Düben (Sachsen) und Leipzig. Leupoldsgrün wird die erste Station in Bayern sein. Von dort geht es über München nach Garmisch-Patenkirchen. Hier soll am 2. Juli als Tourziel die Eibsee-Seilbahnstation an der Zugspitze erreicht werden. Dabei, so weiß Helmut Deutschkämer von früheren Touren , wird ihre Truppe unterwegs für Aufsehen sorgen. Vor allem, weil er und sein Kollege abwechselnd in Postillionsuniformen von 1806 auf dem Bock der "Mail Coach" sitzen und bei Ankunft in Orten das Posthorn blasen werden. Mehr Infos zur Tour gibt es auch unter www.postkutschenreisen.de.

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