55. Dorffestspiele : Dabel verliert seine Dorfwette

Das Kettenkarussell kam bei den Kindern gut an. Fotos: Horst Kamke
1 von 5
Das Kettenkarussell kam bei den Kindern gut an. Fotos: Horst Kamke

Bei den Festspielen präsentierten sich nur neun Mühlen / Organisationskomitee will dennoch seinen Arbeitseinsatz leisten

svz.de von
19. Juli 2015, 21:00 Uhr

Die Dabeler haben es nicht geschafft, die Dorfwette gegen ihr Organisationskomitee für die 55. Dorffestpiele zu gewinnen. Aus den angepeilten 55 Windmühlen mit drehbaren Flügeln in einer Mindesthöhe von 55 Zentimetern wurden gerade einmal neun. Thomas Hiller wurde für sein selbstgebautes Exemplar mit einem Gutschein für ein Candleightdinner auf dem Schweriner Fernsehturm belohnt. Dennoch will das sechsköpfige Komitee der Dabeler Vereinsgemeinschaft (DVG) um Harry Beyer bei einem Arbeitseinsatz den kommunalen Spielplatz herrichten.

Die Dorffestpiele am Holzendorfer See waren bereits am Freitag von Bürgermeister Herbert Rohde eröffnet worden. Von seinem Stellvertreter Thorsten Edlich wurde dabei öffentlich verraten, dass Rohde bei den 55. Festspielen sein 25-jähriges Amtsjubiläum feiert – also ein Doppeljubiläum gewissermaßen. Der Bürgermeister erinnerte an die Zeiten, „als beim Dabeler Dorffest der Boden bebte“. Angesichts der knappen Finanzen der Gemeinde sei daran kaum mehr anzuknüpfen. Umso dankbarer müsse man deshalb den unermüdlichen Organisatoren aus der Dabeler Vereinsgemeinschaft sein, die einmal mehr ein Fest auf die Beine stellten, „das zunehmend auch auswärtige Besucher anlockt“. Alle Gäste wurden am Freitag auf Kosten der Gemeinde mit Kaffee und Kuchen bewirtet. „Wir erheben außerdem bewusst kein Eintrittsgeld und übergeben unser Fest auch keinem Generalveranstalter, der damit seinen Reibach machen will“, verdeutlichte Rohde seine Philosophie. Vielmehr solle den Vereinen im Ort bei den Dorffestspielen eine günstige Gelegenheit geboten werden, sich als Bewirtschafter zu präsentieren und damit ihre Vereinskasse aufzubessern.

Zum Festauftakt am Freitag ließ der Chor der Dabeler Volkssolidarität unter der Leitung von Ingrid Kuhlmann eine hörenswerte Auswahl seines reichhaltigen Repertoires erklingen. Dabei wechselten selten gesungene deutsche mit internationale Liedern, die dem Chor reichlichen Beifall bescherten. DVG-Sprecher Harry Beyer bedankte sich außer mit Rosen für jedes Chormitglied bei der Dirigentin Ingrid Kuhlmann mit einer Nachbildung der Dabeler Mühle, die ihr beim Herrentag abhanden geraten war.

Volker Mitschrick als der Diskjockey hinter der Mikrofon-, Verstärker- und Lautsprecher-Anlage hielt sein Publikum zur Eröffnung der Dorffestspiele See mit flotter Musik und als Humorist „Sprotte“ mit launigen Texten in guter Stimmung. Außerdem präsentierte sich die Kindertagesstätte von St. Martin.

Das Samstagsprogramm war als Familientag angelegt und begann bereits vormittags mit einem Fußballturnier um den Bürgermeisterpokal. Hierbei siegten die Goldberger Freizeitkicker. Bei den Schulmannschaften errang die Klasse 4 den Turniersieg. Eifrig genutzt wurde tagsüber das Angebot, sich von einem Hubschrauber aus 400 Meter Höhe die Gemeinde Dabel und ihre malerische Lage von oben anzuschauen. Im Einsatz war mit dem Robinson R 44 „Raven I“ eines der sichersten Fluggeräte weltweit. Einer der jüngsten Mitflieger war mit etwas mehr als drei Jahren Til, dem außer dem tollen Weitblick an Bord besonders die Mikrofonanlage imponierte.

Die ASB-Kindertagesstätte „Kunterbunt“ steuerte ihren Line-Dance bei und durften dann als besonders berührende Geste rund 60 Friedenstauben in Richtung Stäbelow (bei Rostock) entsenden. Kita-Leiterin Sandra Gaeth absolvierte den Hütchen-Parcours mit dem Rollator in genau 20 Sekunden, was ihr den Pokalsieg einbrachte. Erzieherinnen und Elternbeiräte hatten außerdem eine reich bestückte Tombola organisiert. Die Tagesstätte kümmert sich derzeit um insgesamt rund 70 Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder. Im Herbst soll noch eine Krabbelgruppe hinzukommen. Außerdem sorgten die Minis vom Dabeler Carnevalclub, Quad-Fahren, ein Ketten-Karussell, eine Schminkstation, eine Hüpfburg und andere sportliche Spaßspiele für viel Abwechslung. Die Dabeler Feuerwehr hatte einen hindernisreichen Parcours aufgebaut, den Mathias Kidt bei den Erwachsenenen und Niklas gewann. Der lauteste Schreihals bei den Dabeler Kindern war Elisa mit 131 Dezibel. Moderator Harry Beyer siegte bei den Erwachsenen mit deutlich leiseren 128,6 Dezibel. Als musikalische Bereicherung präsentierte sich die Schülerband „Fluchtweg“ als Vorgruppe der abendlichen Showband „Oldie Company“.

Das Sonntagsprogramm startete bei Musik der Blaskapelle Banzkow mit einem zünftigen Frühschoppen, den Moderator Volker Meier vor der Bekanntgabe des Dorfwette-Ergebnisses mit seinen Einlagen aufpeppte. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen