Wettkampfstimmung : Dabel im Pech – leider nur Vierter

Die Dabeler legen  im Wiederholungslauf des feuerwehrtechnischen Teils eine tolle Zeit hin, doch am Ende passieren ihnen zwei Fehler, die den Landesmeistertitel kosten. Im eigentlichen Wertungslauf hatten sie wegen Problemen an der Pumpe eine schlechtere Zeit, blieben aber fehlerfrei. Bei Verzicht auf den Wiederholungslauf wäre es erneut der erste Platz gewesen.  Fotos: Rüdiger Rump
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Die Dabeler legen im Wiederholungslauf des feuerwehrtechnischen Teils eine tolle Zeit hin, doch am Ende passieren ihnen zwei Fehler, die den Landesmeistertitel kosten. Im eigentlichen Wertungslauf hatten sie wegen Problemen an der Pumpe eine schlechtere Zeit, blieben aber fehlerfrei. Bei Verzicht auf den Wiederholungslauf wäre es erneut der erste Platz gewesen. Fotos: Rüdiger Rump

Starke Leistung bei Landesmeisterschaft der Jugendfeuerwehren / Im Poker um Wiederholungslauf verloren: Titelverteidigung verpasst

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14. September 2015, 20:00 Uhr

Die Entscheidung konnte ihm niemand abnehmen. Frank Werner haderte noch gestern mit sich. „Hinterher ist man immer schlauer“, sagt er zähneknirschend. „Klar, das nehme ich auf meine Kappe.“ Die Jugendfeuerwehr Dabel verpasste bei den Landesmeisterschaften am Sonnabend in Lützow unter ärgerlichen Umständen die greifbare Titelverteidigung und wurde nur Vierter. Vorbei ist der Traum von der Teilnahme an der deutschen Feuerwehrolympiade 2016 in Rostock, bei der Dabel ebenfalls den Titel zu verteidigen hätte, und der internationalen Meisterschaft ein Jahr darauf in Österreich. Nur die beiden Erstplatzierten qualifizieren sich.


Zuerst schlechtere Zeit, aber fehlerfrei


Was war geschehen? Beim A-Teil, der Hindernisbahn mit feuerwehrtechnischen Disziplinen, gab es Probleme an einer Pumpe. Drei Mannschaften waren betroffen, darunter die Dabeler. Ihre Zeit von 64 Sekunden lag deutlich über der in anderen Wettkämpfen. Zum Vergleich: Bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr lief die Mannschaft 41 Sekunden. Die drei benachteiligten Teams bekamen die Möglichkeit zum Wiederholungslauf. Und nun begann das Kopfzerbrechen. „Wir waren fehlerfrei. Wenn wir nun eine bessere Zeit schaffen, uns aber Fehlerpunkte einhandeln, nützt uns das gar nichts“, versuchte Frank Werner das Risiko abzuwägen. Wenn andererseits die beiden Konkurrenten eine gute Zeit laufen und dabei fehlerfrei bleiben würden, wären sie vorbei. Kummer hatte beim Kreisausscheid 46 Sekunden erreicht, erinnerte sich Werner. Um die 50 Sekunden seien dem Kreisrivalen jederzeit zuzutrauen. Dennoch dachte der Dabeler daran zu pokern und auf den Wiederholungslauf zu verzichten. Das Risiko, durch Fehler abzurutschen, schien ihm zu groß. „Von den Feuerwehrleuten, mit denen ich sprach, meinte die Mehrheit, wir sollten den Wiederholungslauf machen. Ich bin dann zu den Kindern gegangen und habe gefragt, wer dafür ist, noch einmal zu laufen. Alle haben die Hände gehoben. Doch ich bin der Trainer und hatte zu entscheiden. Und bis einen Schritt davor war ich noch vom Gegenteil überzeugt“, beschreibt Werner seine verzwickte Gemütslage und fügt an: „1992 habe ich zum ersten Mal eine Mannschaft bei einem internationalen Wettkampf trainiert. Das hätte mir jetzt nicht passieren dürfen.“

Mit 53 Sekunden fiel die Zeit tatsächlich deutlich besser aus. Doch kurz bevor die Stoppuhr stehen blieb, passierte es: Ein Knoten war nicht fest genug gezogen und ging beim Drüberlegen über den Balken wieder auf – Fehler. Und dann wurde die Übung zu früh als beendet gemeldet – zweiter Fehler. 20 Minuspunkte ließen sich durch die „super Zeit“, so Werner, nicht auffangen. Da die unmittelbaren Konkurrenten Krakow am See und Kummer, die gleichfalls wiederholen durften, keine berauschende Zeit liefen, hätten Dabel die eingangs fehlerfreien 64 Sekunden zum erneuten Landesmeistertitel gereicht. „Und selbst mit einem Fehler hätten wir ganz vorn gelegen“, ärgert sich Werner. Denn beim B-Teil, einem Hindernislauf allein auf Tempo, ließen die Dabeler (1:09 Minuten) die Gegnerschaft um sieben Sekunden und mehr hinter sich, bewiesen damit einmal mehr ihre Klasse. So aber lag am Ende Krakow am See mit 1039,35 Punkten knapp vor Kummer (1038,91), Altentreptow (1031,27) und Dabel (1031,09).

Besonders schwer wiegt für ihn, sagt Frank Werner, für zwei Jahre aus den Wettkämpfen, die nach internationalen Regeln ausgetragen werden, heraus zu sein. „Das ist schwer wieder aufzuholen“, sagt er. Ans Aufgeben denkt der Dabeler aber keineswegs. Für die beiden 17-Jährigen , die ihren letzten Wettkampf in der Jugendfeuerwehr bestritten, rücken nun zwei Jüngere nach.

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