Hasenwinkel : Da swingte der Marstall des Schlosses Hasenwinkel

Im bunten Bühnenlicht und in der Musik im Vordergrund: Giovanni Weiss, neben ihm Robert Weiss und Kohe Reinhardt (v. r.), dahinter Jeffrey Weiss am Bass.
Im bunten Bühnenlicht und in der Musik im Vordergrund: Giovanni Weiss, neben ihm Robert Weiss und Kohe Reinhardt (v. r.), dahinter Jeffrey Weiss am Bass.

Giovanni Weiss und die Band Django Deluxe eröffneten mit einem grandiosen Konzert die neue Veranstaltungsreihe „kultur schmaus“ im Tagungshotel Schloss Hasenwinkel.

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02. Februar 2014, 18:14 Uhr

Der Auftakt am letzten Freitag des Monat Januar hätte kaum besser ausfallen können. Mit der Veranstaltungsreihe „kultur schmaus“ will das Tagungshotel der Wirtschaft Schloss Hasenwinkel einen öffentlichen und ganzheitlichen Service anbieten. Ein Angebot sozusagen für Körper und Geist, immer am letzten Freitag jeden Monats. Das Ambiente des Marstalls und das Bewirtungsangebot bieten beste Voraussetzungen, dazu kommt als „Sahnehäuptchen“ für den Kultur-Genießer eine hervorragende Akustik für Jazz, für Klassik, für das gesprochene Wort.

Beste Voraussetzungen also auch für die eigentlichen Stars dieses Abends: Giovanni Weiss und die Band Django Deluxe. Sie spielen Gypsi Swing, eine Musik, in der Rhythmus und Melodie einander jagen, eine Musik, die den Zuhörer einbezieht, ihn mitswingen lässt.

Die vier Vollblutmusiker entstammen der Sinti-Szene von Hamburg-Wilhelmsburg. Dort leben sesshaft gewordene Sinti-Familien, leben ihre Tradition in und durch Musik. So führen sie die Musik solcher Ikonen des europäischen Jazz, wie Django Reinhardt weiter, angepasst und modernisiert. „Wir wären dort eine große Familie, verwandt, verschwippt, verschwägert“, sagte Jeffrey Weiss einmal in einem Interview, „leben fußläufig beieinander, reden aber wenig, wir machen Musik miteinander, das ist unsere Sprache.“

Bei dem musikalischen Reichtum und dem virtuosen Spiel von Giovanni Weiss und der Band Django Deluxe wundert es nicht, dass die Deutsche Phono-Akademie, die alljährlich in den verschiedenen Musiksparten die besten Musiker kürt, 2013 als Echo-Preisträger Jazz die CD „Wilhelmburg“ von Django Deluxe und Giovanni Weiss als besten Jazz-Gitarristen national wählte.

Diese musikalische Qualität überzeugte auch die mitgehenden Zuhörer im Marstall von Schloss Hasenwinkel. In der Besetzung Kohe Reinhardt, ein Neffe des großen Django Reinhardt, zweite Solo-Gitarre, Robert Weiss, Rhythmus-Gitarre, Jeffrey Weiss, Bass, und der überragende Giovanni Weiss, erste Solo-Gitarre, zog die Band das Publikum in ihren Bann. Die Gitarren wären Spezialanfertigungen, „maßgeschneidert“, so Robert Weiss. Seine Halbresonanz-Gitarre, erklärte Giovanni Weiss, das sei die beste Jazzgitarre der Welt. Und deren weiche Töne sangen die Melodien, trugen den Rhythmus mit. Furios das Tempo der Läufe, oft so schnell, dass die Hände der Musikanten verschwommen wirkten. Schnell und tonsicher, wie es nur Musikanten der Extraklasse beherrschen.

Django Deluxe spielte eigene Kompositionen und Adaptionen klassischer Jazzstücke. Moderator Armin Wenzel führte zurückhaltend durch den Abend, ließ die Musik wirken. Mit seiner Einschätzung, dass es eine phantastische Gruppe sei, die es verstünde, mit drei Gitarren und einem Bass einem ein ganzes Orchester vorzuspielen, traf er den Nerv des Publikums. Es gab viel Applaus, eine hörenswerte Zugabe und viel Publikumslob für den Abend. So scheint schon so mancher zu wissen, was er an den nächsten letzten Freitagen des jeweiligen Monats vor hat. Bis zum Dezember 2014 ist das Programm durch Schloss Hasenwinkel abgesteckt, bereichert der „kultur schmaus“ das kulturelle Angebot der Region.

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