Gewusst wie… : Clever, clever: Papierschöpfen

Greta und Jule (v.l.) lassen ihr Sieb erst einmal abtropfen, bevor sie das Sieb auf die Schnelltrockenmaschine setzen. Fotos: kema
1 von 2
Greta und Jule (v.l.) lassen ihr Sieb erst einmal abtropfen, bevor sie das Sieb auf die Schnelltrockenmaschine setzen. Fotos: kema

Sternberger Grundschüler verwandelten in einer besonderen Unterrichtsstunde Tetrapacks in wieder verwendbare Blätter.

svz.de von
11. September 2015, 17:59 Uhr

Einen ganz besonderen Unterricht hatte in der Woche die 3. und 4. Klassen der Alexander-Behm-Grundschule in Sternberg. Sie durften aus kleinen Tetrapacks Papier schöpfen.

Wie das geht, zeigte ihnen Michael Koßmann alias Joe Clever. „Das ist die Aktion: Joe Clever – wir machen Papier aus Tetrapacks, mit der wir Kinder auf die Umwelt sensibilisieren wollen“, erklärte der Mann, der bereits seit 15 Jahren in diesem Sinne durch Deutschlands Schulen reist und bis zum Januar 2015 bereits 15 000 Klassen unterrichtet hat.

In der ersten Stunde in Sternberg kam Lehrerin Monika Ahrens mit ihrer Klasse 4b. Die Kinder strömten in den Werkraum und waren ganz aufgeregt. Eine Maschinen- und Gerätereihe war vorne aufgebaut. Die Kinder schnatterten, wollten hier ran, da ran; doch Joe Clever hatte sie schnell im Griff: Erst einmal setzen. Er selbst nahm ihnen gegenüber auf der Werkbank Platz und erklärte, d.h. zunächst wollte er erklären, was hier passieren sollte. Doch nach wie vor schnatterten, tuschelten einige Kinder, drehten sich hierhin und dahin. Joe Clever aber hatte ein ganz einfaches Prinzip, um die Zehnjährigen auf sich zu fixieren: „Wichtig hier heute: Uffpassen, uffpassen, uffpassen, zuhören, zuhören, zuhören und merken, merken, merken!“

Und schon hatte er die volle Aufmerksamkeit der Kinder, denen er nun entspannt erklären konnte, dass sie aus alten Tetrapacks Papier schöpfen werden, sie allein, d.h. im Team zu Zweit. „Und eure Lehrerin und ich werden in der Zwischenzeit abchillen…“

Anschließend erläuterte er den Ablauf, ließ sich Gesagtes immer wieder mal wiederholen und machte auch auf den Umweltgedanken aufmerksam: „ Wenn wir aus altem Kartons Papier machen, was bedeutet das für die Umwelt?“ Er half: „Dann brauchen wir nicht mehr so viele Bäume fällen? Denn die Bäume sind für uns lebenswichtig, nicht wahr?“ Die Kinder nickten. „Also haben wir mit dem selbst Papier schöpfen aus alten Kartons doch etwas für die Umwelt getan…“

Dann ging es endlich los. Zu zweit traten die Jungen und Mädchen an die Papierschöpfmaschinenreihe ran. Das Schreddern der Tetrapacks hatte Joe Clever schon vorbereitet, den Papierbrei legte er ins Wasser und holte mittels eines rechteckigen Siebes eine darauf gut verteilte Menge heraus.

Nun durften die Kinder loslegen. Sie ließen das Wasser aus dem Brei im Sieb abtropfen und klemmten das Sieb auf eine extra dafür hergestellte Trockenmaschine. Hebel umlegen, die Maschine sprang an und saugte in drei Sekunden das Wasser heraus. So zählten die Kinder 1, 2, 3 – Hebel wieder zurück, Sieb rausnehmen und neben einem Lappen auf die Seite stellen. Mit einem Extraschlag auf die Breitseite des Siebrahmens fiel das Sieb aus dem Rahmen auf den Lappen. Nun brauchten die Kinder nur noch wie Trommler auf einer Trommel das Sieb abklopfen, damit sich das Papier löste.

Das etwa A4-große graue Blatt wurde nun gemeinsam im Team zwischen zwei Zeitungsblätter gelegt und sollte 24 Stunden trocknen. Bei den Kindern, die gut aufgepasst hatten, klappte alles reibungslos. Zur Belohnung bekamen alle zum Schluss den „Joe Clever Papiermacherorden in Gold“. Und sogar Lehrerin Monika Ahrens wurde mit dem „Oberlehrerinsonderpädagogikehrenorden“ versehen, weil sie sich nicht eingemischt hatte. „Eure Lehrerin hatte ganz viel Vertrauen zu euch und zurecht, denn ihr habt gezeigt, dass ihr gut aufgepasst habt und deshalb selbstständig arbeiten konntet! Also, denkt dran: uffpassen, uffpassen, zuhören, zuhören und merken, merken, dann habt ihr eine glückliche Lehrerin und ihr werdet mit ihrem Vertrauen in euch belohnt!“ Ganz zum Schluss legte Joe Clever den Kindern noch einmal das Hauptanliegen der Aktion ans Herz: „Also, Leute, es ist ganz wichtig, dass wir auf unsere Umwelt aufpassen – wie auch immer!“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen