Sternberg : Christophorus im Rollenspiel

Die Kinder malten während und nach dem Gottesdienst Palmbäume.
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Die Kinder malten während und nach dem Gottesdienst Palmbäume.

Am Luckower See fand der erste Open-Air-Gottesdienst statt.

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23. August 2015, 20:58 Uhr

Zum ersten Mal lud die Evangelisch-Lutherische Kirche Sternberg zu einem Open-Air-Gottesdienst an den Luckower See ein. Bei fantastischem Wetter zelebrierte Pastorin Katrin Teuber diesen für alle offenen Familiengottesdienst auf dem Campingplatz. Mit Blick auf den See hatte sie den Gottesdienst unter das Thema „Christophorus und das Wasser“ gestellt. Ihr zur Seite standen Mitglieder der Kirchengemeinde und der Witziner Bläserchor.

„Christophorus“, so war einleitend von der Pastorin zu erfahren, „ist der Schutzheilige aller Menschen, die unterwegs sind, aller Urlauber, Wanderer und Reisenden. Er lebte im dritten oder vierten Jahrhundert an einem reißenden Fluss. Sein Gedenktag und damit Namenstag all derer, die Christoph heißen, ist der 24. Juli. Und ihr sollt heute seine Geschichte hören.“

In ihr wurde ein Riese mit Namen Offerus geschildert. Christophorus suchte dieser Legende zufolge den mächtigsten aller Könige, nur diesem wolle er dienen. Als ein König, den er für den mächtigsten gehalten hatte, bei einem Spielmannslied sich jedes Mal bei der Nennung des Teufels bekreuzigte, musste der zugeben, dass er sich vor dem Teufel fürchte. Da verließ Christophorus ihn, um den noch Mächtigeren zu suchen. In der Einöde fand er ihn als schwarzen Ritter mit einer schrecklichen Begleiterschar und stellte sich in seinen Dienst. Als sie aber zusammen des Weges zogen, wurde ein Kreuz sichtbar; der Teufel wich dem Kreuz aus, machte einen großen Umweg und musste zugeben, dass er das Bild des gekreuzigten Christus noch mehr als alles in der Welt zu fürchten habe. Christophorus verließ nun auch den Teufel, nur dem noch mächtigeren Christus wollte er dienen. Lange suchte er, bis er endlich einen Einsiedler – später Cucufas genannt – fand, der ihm bestätigte, Christus sei der mächtigste Herrscher. Wolle man ihm dienen, so müsse man fasten können. Christophorus entgegnete, dass er das nicht könne. Auch die nächste Forderung, viel zu beten, konnte Christophorus nicht befolgen. Er übernahm dann aber die Aufgabe, Menschen auf dem Rücken über einen gefährlichen Fluss zu tragen, denn er war groß und stark. Statt eines Stabes nahm er eine große Stange. Eines Nachts hörte Christophorus eine Kinderstimme rufen, konnte aber in der Dunkelheit nichts erblicken. Nach dem dritten Ruf nochmals hinausgehend, sah er ein Kind, das hinübergetragen werden wollte. Als er aber mit diesem Kind auf der Schulter ins Wasser stieg, wurde die Last immer schwerer, das Wasser schwoll an, er fürchtete zu ertrinken und glaubte, die ganze Welt läge auf seinen Schultern. Mehr als die Welt hast du getragen, sagte das Kind zu ihm, der Herr, der die Welt erschaffen hat, war deine Bürde. Das Kind drückte ihn unter das Wasser und taufte so Offerus auf den Namen Christopherus.

Am Ufer erkannte Christophorus Christus als seinen Herrn, der ihm auftrug, ans andere Ufer zurückzukehren und seinen Stab in den Boden zu stecken: er werde als Bekräftigung seiner Taufe finden, dass der Stab grüne und blühe. Als Christophorus am Morgen erwachte, sah er, dass aus seinem Stab tatsächlich ein Palmbaum mit Früchten aufgewachsen war.

Diese Geschichte sprachen Gemeindemitglieder im Rollenspiel, und im Anschluss durften die Kinder nebenan bei Maibritt Wendig, Animateurin des Campingplatzes, einen solchen Palmbaum malen. Viele verschiedene kamen dabei zu Stande, eben nach eines jeden Vorstellung.

Einen solchen Open-Air-Gottesdienst kann sich die Pastorin einmal im Jahr am See vorstellen, wenn der Campingplatzbetreiber einverstanden ist.

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