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Bürgermeisterwahl Sternberg : CDU erleichtert – 95 Stimmen plus

vom

Armin Taubenheim neuer Bürgermeister der 4300-Einwohner-Stadt. Mit 52,29Prozent setzt er sich gegen Thomas Dolejš durch

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2016 | 20:52 Uhr

Spannung wie Anspannung waren zum Greifen nah heute gegen 18.30 Uhr im Sternberger Rathaus. Im Wahllokal in der Kita am Finkenkamp musste ein zweites Mal gezählt werden. Getuschel hier, Getuschel  da…

Um 18.45 Uhr dann verkündete Wahlleiterin Rebekka Kinetz das Ergebnis: „Gültige Stimmen 2077, ungültig waren 24. Auf Armin Taubenheim entfielen 1086 Stimmen, auf Thomas Dolejš 991.“ Beifall im Rathaussaal. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,15 Prozent; zuletzt bei der Wiederwahl von Jochen Quandt im Januar 2012 waren es knapp 48 Prozent gewesen.

Dolejš (48), im Rathaussaal  anwesend, sagte nach dem denkbar knappen Ausgang: „Herzlichen Glückwunsch an Herrn Taubenheim.“ Sprach’s und  verabschiedete sich zu seiner Wahlparty in Groß Raden. Im Vorfeld hatte Dolejš, der im Ortsteil Sternberger Burg wohnt, gegenüber SVZ verkündet: „Ich hoffe, dass ich nicht abgeschlagen verliere; zu eng wäre dann auch wieder ein anderer Schnack.“

Große Erleichterung herrschte derweil via-à-vis vom Rathaus bei der Party von Sieger Armin Taubenheim (56)  in der „Gaststätte am Markt“, der dort im Kreis der Familie den Wahlausgang erwartete.  Danach wurde „auf das Wohl der Stadt“ angestoßen. Zugegen war auch Lütjenburgs Bürgermeister Dirk Sohn (CDU), der die Glückwünsche der Partnerstadt überbrachte und erklärte: „Armin hat gewonnen.  Die gute bürgerliche Politik in der Stadt kann fortgesetzt werden.“

Wie groß die Erleichterung bei den Christdemokraten und ihren Anhängern war, zeigten die vielen Umarmungen. Ein Plus von 95 Stimmen entschied; wobei Taubenheim „in einem Rathaus-Wahllokal sowie bei dem im Gymnasium und bei den Briefwählern vorn lag und Dolejš im anderen Rathaus-Wahllokal sowie in der Kita“, wie Wahlleiterin Kinetz auf SVZ-Nachfrage erklärte.

Armin Taubenheim tritt sein Amt am 30. April an, nachdem sein Vorgänger Jochen Quandt  seinen Rücktritt für diesem Tag  angekündigt hatte. Quandt ist mit fast 26 Jahren  der dienstälteste hauptamtliche Bürgermeister im Landkreis Ludwigslust-Parchim und einer der dienstältesten in MV. Mit der Wahl Taubenheims stellt die CDU auch weiterhin den Bürgermeister. „Mein Parteibuch werde ich ganz tief unten in die Schublade legen; als Bürgermeister bin ich für alle Bürgerinnen und Bürger da“, so der  Wahlsieger.

Um 9.30 Uhr kamen CDU-Bürgermeister Quandt und sein  Nachfolger, samt Gattinnen, gemeinsam zur Stimmabgabe die Rathaustreppe hoch. Taubenheims Kernaussage im Wahlkampf  lautete „Kontinuität“.  Dem gegenüber setzte Dolejš  voll auf die Parteilosen-Karte und plädierte u.a. für eine „bürgerfreundlichere Verwaltung“.

Die Kandidaten  hatten sich einen dreiwöchigen Bürgermeister-Wahlkampf geliefert, wie ihn Sternberg  noch nie erlebte. Beide gingen  auch in den neun Ortsteilen buchstäblich von Haus zu Haus.  Taubenheim klebte zudem  über 100 Wahlplakate; bei Dolejš  waren es „84 kleine Plakate, vier große Wahlplanen sowie 5000 Flyer“. Insgesamt habe er ca. 5000 Euro für den Wahlkampf aus eigener Tasche bezahlt. Bei Taubenheim, der extra drei Wochen Urlaub genommen hatte, dürfte es eher noch etwas mehr gewesen sein.

„Ich bin gerade in meinem Haus in Sternberger Burg beim Ausbau des Dachgeschosses. Die 5000 Euro waren eigentlich für die Treppe geplant“, so  Dolejš. Dieser will sich auch nach der Niederlage weiter engagieren, so  bei der Sternberger Tafel. Und er will zur Kommunalwahl 2019 fürs Stadtparlament kandidieren. „Jetzt kennt mich wirklich jeder“.

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