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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. September 2017 | 05:22 Uhr

Sternberg : Camping mit Fahrrad und Kanu

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Am Luckower See in Sternberg beginnt die Saison nun richtig. Aus der Zeltwiese wurden Parzellen mit mehr Platz für die Gäste.

von
erstellt am 09.Jul.2017 | 20:50 Uhr

Der Campingplatz füllt sich langsam; die Hochsaison hat begonnen, das Wetter sich rechtzeitig berappelt. Bislang sei die Auslastung eher durchwachsen gewesen, an den Feiertagen – Ostern wie Himmelfahrt und Pfingsten – „okay“, sonst „ein bisschen zäh“, wie es Heiko Thomä, Inhaber des Campingplatzes am Luckower See in Sternberg, ausdrückt. Die unfreundliche Witterung habe wohl einige abgeschreckt. Das sei offensichtlich überall so gewesen.

Land unter habe es trotz der Regenmassen nicht gegeben. „Wir haben auf den Stellplätzen Drainagen gelegt, damit das Wasser abfließen kann. Fünf, sechs ließen sich nicht nutzen, aber die waren sowieso nicht belegt“, sagt Thomä. Lediglich der Hang an einem Bungalow sei abgerutscht. Der habe sich noch nicht gesetzt gehabt. „Wir hatten den gerade aufgeschüttet und waren einen Tag vor dem starken Regen
damit fertig. Inzwischen sei der Schaden behoben, „alles gut“. Um die 100 Liter Regen pro Quadratmeter seien es in kurzer Zeit gewesen. „Aber wir hatten noch Glück“, sagt Thomä und denkt an die
verheerenden Regengüsse in anderen Regionen.

Am und auf dem Campingplatz hat sich viel verändert. „Wir haben die vorherige Gaststätte ,Domowoj’ umfangreich saniert, auf der gleichen Grundfläche alles großzügiger gestaltet“, erklärt der Campingplatzchef. Jetzt heißt die Gaststätte „Sambuca“ und sei verpachtet, genauso wie das Kosmetikstudio und Solarium „Lucki“, das auch zum Campingplatz gehöre und bei dem derzeit noch die Fassade gemacht werde.

Auf dem Gelände, das sich förmlich an den See schmiegt, seien zu dieser Saison weitere 30 Stellplätze erschlossen, die Hälfte davon neu angelegt worden im hinteren Bereich. 90 Prozent der rund 120 verfügten nun über Wasser, Strom und Antennenanschluss. Die restlichen zehn Prozent würden nach der Saison erledigt. Voll parzelliert sei der Platz
bereits. So wüsste jeder Camper genau, wo er aufbauen könne und wie groß seine Fläche sei. Das erleichtere die Buchung und sei angenehmer für die Gäste. Der Trend gehe eindeutig zu größeren Parzellen. Die meisten hätten an die 120 Quadratmeter, etwas kleineren Stellplätze seien hauptsächlich für Radfahrer gedacht, die das Angebot „Bed & Bike“ nutzten und nur eine Nacht blieben. Die Größe zum Vergleich: Vorher auf der Zeltwiese habe der Bedarf pro Zelt und Auto bei 50 Quadratmetern gelegen.

Jens und Brit Heining sind mit den Söhnen Konrad (13) und Tino (10) für das Wochenende gekommen und das erste Mal auf diesem Campingplatz. „Wir waren sonst an der Ostsee, aber da ist es uns jetzt zu voll. Und wir wollten woanders hin“, erklärt der Familienvater. Das Wochenende sei nun die Generalprobe für den Sommerurlaub. Vor der Haustür in Dümmer bei Schwerin gebe es auch einen See und sei es schön, „aber wir wollen mal auf Flüssen Kanu fahren“, so Heining. Mit dem Faltboot, das er von seinen Eltern habe und „30, vielleicht 40 Jahre alt“ sei, „fahren wir erstmal Kreise auf dem See und würden dann gern eine geführte Kanutour auf der Warnow mitmachen“, so Heining, gebürtiger Schweriner, zur Ausbildung nach Lippe in Nordrhein-Westfalen und vor sechs Jahren mit Familie in die Heimat zurückgekehrt. Eine Fahrradtour stehe auch noch an.

Eine solche beginnen gleich am Sonnabendvormittag vier Camper aus Lüneburg, Hamburg und Marxen bei Winsen. Sie seien auch übers Wochenende mit drei Wohnmobilen unterschiedlicher Größe hier. Zunächst hätten sie den Schaalsee im Blick gehabt, doch weil dieser Tage viele Hamburger dorthin geflüchtet seien, sich erstmals für Sternberg entschieden. Es sollte ein See sein. Über ihre Wahl seien sie sehr glücklich und von diesem Campingplatz ausgesprochen positiv überrascht. Direkt am See gelegen, richtig hübsch, freundlich und einladend, angefangen bei der Rezeption.


Knallen vom Schießplatz stört viele Gäste


Er freue sich, wenn die Gäste zufrieden sind, sagt Heiko Thomä. Kritik höre er zum Glück selten. In diesem Jahr „jedoch vermehrt bis hin zu Beschwerden“, weil es fast täglich laut vom Schießplatz herüber schalle. Gäste seien deshalb vorzeitig abgereist und würden sicher nicht wiederkommen, allen voran Hundehalter. Für das Image von Sternberg als Staatlich anerkannter Erholungsort sei das bestimmt nicht förderlich. Er wolle diesen Sport nicht schlecht reden, „ich gehe selbst zur Jagd und schieße gern“, so Thomä, Aber es gebe „Klärungsbedarf“, um einen Kompromiss zu finden, zumal der Sternberger Schützenverein selbst wenig in Aktion sei, wie es auf seine Anfrage geheißen habe. Zumindest von Juni bis August müsse mehr Rücksicht auf Erholung Suchende genommen werden. „Die Leute sind heute sensibler. Und wer hierher kommt, sucht die Ruhe“, weiß Heiko Thomä von vielen Gästen.

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