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Joachim Gauck übernimmt Ehrenpatenschaft : Bundespräsident schreibt an Neela

vom

Neela, die Ende November ihren ersten Geburtstag feierte, ist das achte Kind von Beate und Frank Vorbau. Die Eltern nahmen gestern in Sternberg die Urkunde über die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten entgegen.

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erstellt am 18.Dez.2012 | 06:01 Uhr

Sternberg | Die großen blauen Augen strahlen. Neela beobachtet genau. Das einjährige Mädchen ist mit ihren Eltern Beate und Frank Vorbau zu Gast im Sternberger Rathaus. Aber auch für Bürgermeister Jochen Quandt und seinen Stellvertreter Olaf Steinberg ist der gestrige Termin ein besonderer. Aus den Händen Quandts nehmen Beate und Frank Vorbau die Urkunde über die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten für Neela entgegen. "Das ist für mich auch das erste Mal, dass ich eine solche Urkunde übergeben kann", freut sich der Bürgermeister, seit 1990 und damit in der vierten Wahlperiode in diesem Amt.

Neela, die Ende November ihren ersten Geburtstag feierte, ist das achte Kind von Beate und Frank Vorbau. "Es war nicht geplant, hat sich aber so ergeben. Und wir kommen gut zurecht", sagt Frank Vorbau. Der 51-Jährige hat selbst vier Geschwister. Und auch Beate Vorbau kommt aus einer Großfamilie. "Wir waren auch acht Kinder", sagt sie. Die 41-jährige Angestellte der Sparkasse befindet sich noch in der Elternzeit. "Die Vereinbarung von Beruf und Kindern ist leider nicht gegeben", bedauert sie. Ihr Mann liegt in der Woche aus, hat derzeit und über den Jahreswechsel aber Urlaub. Und den genießt die Familie, zumal nach Neelas erstem Geburtstag jetzt nicht nur Weihnachten bevorsteht, sondern am 26. Dezember auch noch der Zweitjüngste, Finn, drei Jahre alt wird. Die beiden Ältesten Hendrik (19) und Patrick (21) kommen nur noch an den Wochenenden, beide sind schon in der Ausbildung oder studieren. Und beide haben ein gutes Abitur gemacht, betonen die Eltern.

"Es gibt leider viele Menschen, die einen schief angucken, wenn man viele Kinder hat", sagt Beate Vorbau. Böse Blicke habe sie so auch in der Schwangerschaft mit Neela wieder gespürt. "Da steht man drüber", sagt ihr Mann. "Und zum Glück gibt es ja auch andere Menschen", so die 41-Jährige.

Ihr Tag beginnt in der Regel zwischen 4 und 4.30 Uhr. "Wenn die Kinder noch schlafen, kann ich vieles erledigen. Ich bereite das Frühstück oder schon etwas für das Mittag vor, bügle Wäsche, mache alles, was keinen Lärm verursacht", zählt sie auf. Der Tag endet für die achtfache Mutter meistens vor dem Fernseher, "weil ich davor einschlafe", erzählt sie schmunzelnd. In ihrem Haushalt gibt es übrigens nur einen Kühlschrank und eine Waschmaschine - "das sind Fragen, die mir immer wieder gestellt werden", sagt sie und ergänzt, dass die Waschmaschine aber den ganzen Tag über laufe.

Auch wenn kinderreiche Familien mit Rückblick auf die DDR heute wohl eher die Ausnahme wären, so Frank Vorbau, möchte seine Frau doch noch einen Tipp los werden. "Die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten muss selbst beantragt und der Antrag innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes gestellt werden", sagt sie. Sie hatte davon auch aus der Zeitung erfahren und sich dann im Bürgerbüro in Sternberg informiert, so Beate Vorbau.

Mit der Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten verbunden ist auch eine finanzielle Zuwendung. "Das Geld legen wir für Neela an", sagt ihre Mutter. Und die Eltern wüssten auch eine Verwendung. Vielleicht für den Führerschein. Den haben ihre beiden Ältesten schon in der Tasche und so wissen sie, welche Kosten da auf das Kind zukommen. Übrigens, vom Bundespräsidenten hat die Familie in diesen Tagen auch schon Weihnachtspost bekommen, erzählt Beate Vorbau.

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