Zickhusen/Bad Kleinen : Bürger sollen mitentscheiden

Schmal, zahlreiche Löcher und völlig zugewachsen - so ist der aktuelle Zustand der Verbindungsstraße zwischen Gallentin und Zickhusen an der B 106.
Schmal, zahlreiche Löcher und völlig zugewachsen - so ist der aktuelle Zustand der Verbindungsstraße zwischen Gallentin und Zickhusen an der B 106.

Verbindungsstraße zwischen Gallentin und Zickhusen könnte auf 5,50 Meter ausgebaut werden

svz.de von
12. Juli 2018, 20:45 Uhr

Dass der jetzige Zustand der Straßenverbindung des Bad Kleinener Ortsteils Gallentin mit Zickhusen an der B 106 nicht so bleiben kann, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Doch in welchem Umfang die im Zuge des ländlichen Wegebaus einst errichtete Asphaltstraße neu hergerichtet werden soll, daran scheiden sich die Geister. Soll die Straßenbreite von aktuell drei Metern beibehalten oder ein zweispuriger Ausbau auf fünfeinhalb Meter vorgenommen werden?

Deshalb planen die Gemeindevertreter, die Einwohner Bad Kleinens in die Entscheidung darüber miteinzubeziehen. „Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder über eine offizielle Abstimmung, zum Beispiel bei der kommenden Kommunalwahl im Mai 2019. Oder über eine separate schriftliche Befragung aller Haushalte“, erklärt der Verwaltungschef des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, Eckhard Rohde den Abgeordneten auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause. Die Variante mit der Abstimmung bei der Kommunalwahl kommt bei den Volksvertretern nicht so gut an. „Da besteht die Gefahr, dass das zum Wahlkampfthema gemacht wird und alles andere in den Hintergrund rückt“, gibt Bernd Heidrich (Die Linke) zu bedenken.

Da dies auch weitere Volksvertreter so sehen, wird es eine schriftliche Befragung geben. „Wir werden zur nächsten Gemeindevertretersitzung im September eine entsprechende Beschlussvorlage erarbeiten, wie und wann das genaue Procedere ablaufen soll“, so Bürgermeister Joachim Wölm (Die Linke).

Uneinigkeit herrscht bei den Kommunalpolitikern in Bad Kleinen noch darüber, welche Vor- und Nachteile eines zweispurigen Ausbaus den Bürgern zur Entscheidungsfindung an die Hand gegeben werden sollen. So sieht ein erster Entwurf vor, dass die Baulast, die Unterhaltung, der Winterdienst oder Probleme mit der Geschwindigkeit negative Auswirkungen seien. „Das ist nicht nachvollziehbar, weil wir das alles auch bei Beibehaltung der Straßenbreite zu tragen haben. Und die Geschwindigkeit wird überall nicht eingehalten“, monieren Evelin Kopper (Die Linke) und Katy Rathsack (FDP). Und letztere fügt hinzu: „Auch den angeführten Nachteil, dass die Wohngebiete dadurch mehr Lärm abbekommen, kann ich nicht gelten lassen. Dafür haben es die Anwohner der Wismarschen Straße dann ruhiger. Der Verkehr verlagert sich nur“, so die FDP-Politikerin.

„Im Interesse von Bad Kleinen sollten wir jede Möglichkeit einer besseren Verkehrsanbindung ins Umland nutzen“, sagt FDP-Kollege Hans Kreher. „Wir sind bisher nur über die Landesstraße 31 ordentlich zu erreichen - das ist zu wenig“, fügt der ehemalige Bürgermeister und jetzige Vorsitzende des Tourismus- und Entwicklungsausschusses hinzu. Klar sei, viel Geld kosten beide Varianten.

Hansjörg Rotermann, Bürgermeister von Zickhusen steht dem ganzen abwartend gegenüber: „Die Bad Kleinener sollen mal machen, die sind zu zwei Dritteln für die Straße zuständig, wir nur zu einem Drittel“, so der parteilose Kommunalpolitiker auf Nachfrage unserer Zeitung. Allerdings: „Ich habe kein Interesse daran, die Straße zweispurig auszubauen. Ich finde, sie in der bestehenden Breite wieder ordentlich herzurichten und bessere Ausweichtaschen anzulegen, ist völlig ausreichend“, sagt der gelernte Landwirt.

Ungeachtet dessen ist Rotermann aber davon überzeugt, dass sich beide Gemeinden, die auch noch zu unterschiedlichen Ämtern gehören, einigen werden. Das nächste Wort haben nun die Bürger von Bad Kleinen.

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