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Überfall bei Jesendorf : Brutale Tat im Wald – jetzt Anklage

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Spektakulärer Fall vom Oktober 2014: Frau schwer verletzt im Forstgebiet bei Jesendorf gefunden / 36-Jähriger dringend tatverdächtig.

von
erstellt am 24.Feb.2015 | 17:26 Uhr

Der Fall sorgte vergangenen Oktober republikweit für Schlagzeilen: Eine 60-jährige Frau aus dem „Haus Confidence“ in Jesendorf wurde am 8. Oktober 2014 in einem Waldstück zwischen Jesendorf und Ventschow stark blutend gefunden. Ein angeblicher Pilzsammler hatte die Frau entdeckt und den Rettungsdienst verständigt. Das Leben der Überfallenen konnte durch eine Notoperation gerettet werden.

Alarmiert wurden damals gleich zweimal im Abstand von drei Stunden auch die Freiwilligen Feuerwehren der Umgebung. So sicherten die Ventschower „Blauröcke“ zuerst die Bergung der Schwerverletzten mit ab, um später auch noch die Nacht über den Tatort auszuleuchten zur Spurensicherung durch die Kripo.

Und die kam dem vermeintlichen Helfer in der Not schnell auf die Schliche. Aus dem „Pilzfreund“ wurde der Tatverdächtige, wie die Staatsanwaltschaft Schwerin bereits zwei Tage darauf gegenüber SVZ bekanntgab.

Nach Informationen unserer Redaktion war die Justiz seinerzeit bereits Wochen vor dem Verbrechen auf den 38-jährigen Mann aufmerksam geworden. Dieser hatte das Gefängnis erst im Februar 2014 nach zwölfjähriger Haftstrafe wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung verlassen.

Vorgestern erkundigte sich SVZ nun zum Fortgang der Dinge. Es gab Gerüchte, die 60-Jährige sei doch noch an der grausamen Straftat verstorben. Dieses verneinte Pressesprecherin Claudia Lange von der Staatsanwaltschaft Schwerin mit dem Hinweis: „In der Vorwoche ist sie ausführlich psychologisch begutachtet worden.“ Zudem liefen die Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen weiter, der sich seit 11. Oktober in Untersuchungshaft befindet und, so Lange, „nach wie vor den Tatvorwurf bestreite“. „Er ist weiter der Tatverdächtige“, ergänzte die Sprecherin.

Gestern Nachmittag erhob die Ermittlungsbehörde nun beim Landgericht Schwerin Anklage gegen den 38-Jährigen „wegen eines gewaltsamen Übergriffs auf eine gehörlose und gehbehinderte Frau“. Dem Beschuldigten wird Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.


Neue Details: Frau in Wald gezerrt und missbraucht


Zudem gab die Staatsanwaltschaft in dem Zusammenhang neue Details des Hergangs bekannt. Demnach soll der Tatverdächtige am Nachmittag des 8. Oktober die ihm bis dahin unbekannte 60-Jährige auf ihrem Nachhauseweg in ein Waldstück nahe Jesendorf gezerrt und sie dort sexuell missbraucht haben. Um deren Gegenwehr zu brechen, soll er zudem mehrfach mit einer Bierflasche zielgerichtet auf ihren Kopf und in ihr Gesicht geschlagen haben. Anschließend hätte er den Tatort zunächst verlassen, sei jedoch später zurückgekehrt und soll einen Notruf abgesetzt haben. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Frau infolge schwerer Kopfverletzungen und Unterkühlung bereits in akuter Lebensgefahr.

Der 38-jährige Tatverdächtige stand im Oktober 2014 unter Führungsaufsicht, verstieß aber gegen Auflagen, teilte seinerzeit das MV-Justizministerium auf SVZ-Nachfrage mit. Deshalb sollen beim zuständigen Landesamt für ambulante Straffälligenarbeit Ende September des Vorjahres die Möglichkeit eines Strafantrages und die erneute Einweisung ins Gefängnis geprüft worden sein. Eine endgültige Entscheidung war allerdings bis zum Tatzeitpunkt nicht getroffen worden.

Nach seiner Freilassung kam der Mann in das Präventions-Programm „Für optimierte Kontrolle und Sicherheit“ (FoKuS) des Landesamtes. In dem Programm werden Rückfall gefährdete Straftäter betreut. Eine Fußfessel oder Aufenthaltsbeschränkungen gab es nicht. Eine der Auflagen für den 38-Jährigen war allerdings Alkoholabstinenz. Dagegen hatte er jedoch verstoßen.

 



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