Sternberg : Brunnenwasser im Nitrattest

Gaben Brunnenwasserproben bei Lina Demme ab: David Laband aus Penzin und der Witziner Willi Birkholz (r.).
Gaben Brunnenwasserproben bei Lina Demme ab: David Laband aus Penzin und der Witziner Willi Birkholz (r.).

Gleich 67 Bürger aus dem Seenland kamen mit einer Probe zum Labormobil auf den Sternberger Marktplatz

von
21. August 2018, 21:00 Uhr

Bei den hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Wochen und Monate wurde auch in den Gärten viel Wasser benötigt. Sei es zum Gießen der Pflanzen oder fürs Planschbecken der Kinder oder Enkel. Wohl dem, der einen eigenen Brunnen hat.

„Bei den Wasserpreisen hat jeder einen eigenen Brunnen im Garten, da bleibt einem nichts anderes übrig“, meint Heinz Janetzki. Der Klein Labenzer ließ bereits einmal sein Brunnenwasser vom Labormobil des Vereins VSR-Gewässerschutz kontrollieren. Am Dienstagvormittag weilten die Umweltschützer wieder einmal für zwei Stunden auf dem Sternberger Marktplatz. „Beim letzten Mal war viel Eisen drin“, so Janetzki zu seinem Brunnenwasser. Nach einigen Jahren ließ er sein Nass aus dem Garten, den Brunnen gibt es hier seit 1978, wieder kontrollieren.

Beim Thema Wasser werden die Bürger offenbar immer sensibler. 67 Personen brachten in Sternberg eine Brunnenwasserprobe zum Labormobil des Vereins aus Geldern am Niederrhein. „Im Schnitt haben wir sonst 40 bis 50 Proben“, erklärt Diplom-Physiker Harald Gülzow, Mitglied im Vereinsvorstand und Experte zum Thema Brunnenwasserqualität. Woche für Woche sind die Umweltschützer irgendwo in Deutschland unterwegs. Und bereits seit 2011 macht das Labormobil in Abständen in Sternberg Station. „Montags bis mittwochs gibt es jeweils zwei Stationen pro Tag“, so Gülzow. In dieser Woche ging es in Neustrelitz und Röbel los. Gestern war Sternberg an der Reihe. Weiter ging es dann nach Schwerin. Am Mittwoch machen Gülzow & Co. Station in Wittenburg und Ratzeburg.

Auf dem Sternberger Markt bildete sich teils eine Schlange vorm Mobil. Jakob Greiler aus Dabel nutzt sein Brunnenwasser „für den Garten und das Viehzeug“. Der Penziner David Labend hat „ein Hauswasserwerk am Brunnen“, und Willi Birkholz aus Witzin kam im Auftrag von Sohn Stephan.

Elf Personen ließen eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt vornehmen. Diese Untersuchung fand vor Ort statt, so dass die Bürger ihre Ergebnisse bereits gegen Aktionsende abholen konnten.

Gülzow gegenüber SVZ: „In den elf Proben waren drei Nitratwerte sehr hoch: In Neu Pastin mit 95 Milligramm je Liter, in Mestlin 93 und in Sternberg gar 100. Die meisten Schnellproben lagen aber unter 25 Milligramm – aus Brüel, Wipersdorf, Weberin, Warin und Dabel“, verkündet der Experte. Der offizielle Nitratgrenzwert liegt bei 50 Milligramm je Liter.

Als statistisch verwertbare Stichprobe können diese Werte freilich nicht herangezogen werden. „In MV ist im Schnitt jede dritte, vierte Probe belaste. Alle Gegenden in MV sind im hell- oder dunkelroten Bereich. Grüne Bereiche gibt es gar nicht“, sagt Lina Demme, deren Bundesfreiwilligenjahr bei VSR-Gewässerschutz zu Ende geht. Die drei Länder mit der höchsten Nitratbelastung im Schnitt laut den Umweltmobil- Untersuchungen von privat genutzten Brunnen in den Jahren 2013 bis 2017 sind Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und eben Mecklenburg-Vorpommern.

Wer in Sternberg umfangreichere Untersuchungen auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien vornehmen ließ, der bekommt sein Resultat in zwei, drei Wochen. Das Ergebnis wird mit einer Bewertung, wofür das Wasser geeignet ist, per Post zugesandt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen