Brüel : Brüeler Schüler gründen Firma

Elf Schüler unterzeichneten den Gesellschaftsvertrag für die Schülerfirma, die S GbR HOBIWA.  Fotos: Roswitha Spöhr
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Elf Schüler unterzeichneten den Gesellschaftsvertrag für die Schülerfirma, die S GbR HOBIWA. Fotos: Roswitha Spöhr

Fünft- und Sechstklässler wollen nachhaltig wirtschaften und trotzdem tolle Produkte verkaufen.

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13. März 2015, 22:45 Uhr

Elf Gesellschafter – allesamt Schüler der Regionalschule Brüel – zählt die in dieser Woche gegründete Schülerfirma HOBIWA. Der Name steht für Honig, Biene, Blüten, Wachs und Apfel. Die Idee kam aus den eigenen Reihen. Michelle Wulf, die wie auch Lucas Kretzmar die Firma nach außen vertritt, interessiert sich sehr für Natur und Tiere, erzählt die Zwölfjährige. Beim Adventsmarkt in Tempzin hatte sie bereits an einem Stand Imkerprodukte verkauft. „Alleine oder zu zweit wäre das nicht weitergegangen. Deshalb habe ich mit Frau Klammer überlegt und dann in der Schule andere angesprochen“, so Michelle.

Rita Klammer hatte 2012 an der Schule mit einer Imkerklasse innerhalb des Wahlpflichtunterrichts begonnen. Ab diesem Schuljahr gibt es hier nun als außerschulisches Bildungsangebot eine Arbeitsgemeinschaft (AG). „Ich habe tolle Schüler aus der fünften und sechsten Klasse, von denen die überwiegende Anzahl wild entschlossen ist, zu imkern. Viele wissen schon mehr über die Biene als Zehnt- oder Zwölftklässler an manch anderer Schule“, sagt Rita Klammer. Als die AG zum Herbst begonnen habe, „gab es keine Bienen. Wir haben mit Wachs gearbeitet und kleine Geschenke für die Eltern hergestellt. Daraus entstand die Idee für den Verkauf. Zwei Mädchen, u.a. Michelle, haben mich dann in die Pflicht genommen“, erzählt sie, wie es zu dem Stand auf dem Adventsmarkt gekommen ist.

In der Schule und beim Förderverein kam die Idee, eine nachhaltige Schülerfirma zu gründen, sofort gut an. Nach den Winterferien hatte es dann ein erstes Treffen von interessierten Schülern gegeben. „Eine Schülerfirma ist eine ernste Angelegenheit und passiert in der Freizeit“, machte Rita Klammer allen dann auch noch einmal auf der Gründungsversammlung deutlich. Dazu hatten sich die Schüler auch Schulleiterin Christina Schuhmann, Sylke Völzow, stellvertretende Schulleiterin und Vertreterin des Fördervereins, Regina Reinholdt vom privaten Bildungsträger BilSE-Institut, und Jennifer Harling, die Mutter von Fünftklässler Leon eingeladen, die den Beruf einer Imkerin erlernt. „Das ist ein Geschenk für uns, so werden wir immer mit neuem Wissen ausgestattet“, freute sich Klammer.

Sie betreue 30 Schülerfirmen, erklärte Reinholdt, eine wie die Brüeler gebe es darunter bislang nicht. Sie könne in der Theorie helfen, bot sie an und konnte gleich bei einer Frage beruhigen. Auch wenn einige Sechstklässler nach dem Schuljahr auf verschiedene Gymnasien wechseln, sei das für die Firma, die ihren Sitz an der Brüeler Schule hat, kein Problem. „Man trifft sich zentral als Gruppe. Man braucht aber mit den anderen Schulen einen neuen Kooperationsvertrag“, erklärte Reinholdt. Sie könne auch unterstützen, wenn es um Namen, Logo oder Konzept gehe, bot sie an.

„HOBIWA als Namen zu nehmen war die erste Idee und ist richtig. Wir wollen eine nachhaltige Schülerfirma sein“, so Rita Klammer. Gearbeitet werde mit Achtung vor der Natur und trotzdem könne es tolle Produkte geben.

Den Passus, je Gesellschafter fünf Euro oder eine Sachleistung als Einlage in die S GbR einzubringen, erläuterte Klammer: „Wir haben kein Bienenvolk. Das kostet am Markt 100 bis 150 Euro. Das Geld haben wir nicht“. Würde die Firma auf „Ableger“ warten, gebe es diese frühestens im Mai. „Dann ernten wir in diesem Jahr aber nichts mehr, was wir vermarkten könnten“. Aus Erfahrungen der Vorjahre, in denen sie und ihr Mann in den Sommerferien allein schleudern mussten, machte Rita Klammer auch deutlich, dass sich Bienen nicht nach der regulären Schulzeit richten.

„Ich bin stolz auf euch, dass ihr den Mut habt, eine Firma zu gründen“, beglückwünschte nach der Vertragsunterzeichnung Schulleiterin Schuhmann. Nach so viel Theorie wurde es praktisch: Rita Klammer hatte Bienenwachsknete mitgebracht, die die Firma als so genannte Handschmeichler verkaufen könnte. Dafür wurden Portionen von 25 Gramm abgewogen und dekorativ verpackt.

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