Beispiel für inklusion in Sternberg : Brücken bauen in Teamarbeit

Inklusion im Projekt: Dominik Eggerth, Christian Frasz, Michael Schürer und Carl Baustian (v.l.) bilden eine Gruppe. Fotos: niemeyer
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Inklusion im Projekt: Dominik Eggerth, Christian Frasz, Michael Schürer und Carl Baustian (v.l.) bilden eine Gruppe. Fotos: niemeyer

Sternberger Gymnasiasten und Förderschüler nehmen gemeinsam am 24. Papierbrückenwettbewerb in Wismar teil.

svz.de von
13. Mai 2017, 05:00 Uhr

Brücken zu bauen ist nicht einfach. Weder im direkten und physikalischen, noch im übertragenen Sinne. Bei der Brücke aus Stein und Stahlstangen muss sehr aufmerksam gearbeitet werden, damit sie lange hält und nicht zusammenbricht. Bei den Brücken zwischen Menschen ist die Aufmerksamkeit noch größer, da zwischenmenschliche Brücken sensibler sind. Beide Seiten verbindet ein Projekt, dass Schüler des Wahlpflichtkurses Physik vom Sternberger David-Franck-Gymnasium sowie Schüler der Förderschule nun durchführen. Sie nehmen gemeinsam am 24. Papierbrückenwettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern teil, der am 23. Juni an der Hochschule Wismar ausgetragen wird.

Aus handelsüblichem Zeichenkarton oder -papier und Klebstoff bauen sie Brückentragwerke. „Wir verwenden den Universalkleber Duosan. Der ist fest und kräftig“, sagt Lehrer Frank Langpap, der die jungen Tüftler während des Wettbewerbs begleitet.

Die Konstruktionen müssen sich am Wettbewerbstag Ende Juni im Prüflabor in einer speziellen Vorrichtung einem Belastungstest unterziehen. „Die Brücke wird so lange getestet, bis sie bricht. Das Ergebnis wird auf einem Bildschirm angezeigt und kann so mit Spannung verfolgt werden“, erklärt Langpap. Die Vorgaben sind, dass die Brücke mindestens 40 Zentimeter lang sein muss und die Gesamteigenmasse nicht 150 Gramm überschreiten darf. Eine Herausforderung.

Voller Eifer und hochkonzentriert sind die Schüler gestern Vormittag bei der Sache. Sie bauen Brückenpfeiler. Rollen Papier über einer Metallstange auf. Anna-Lena Neuendorf und Julia Wiebring arbeiten im Team. Während die eine das Papier aufrollt, klebt die andere. „Der Anfang ist schwer, aber dann ist es ganz einfach. Zwischen den einzelnen Schichten darf keine Luft sein“, erklärt Anna-Lena und lässt sich nicht von der Arbeit abhalten.

Neben ihr sitzt Pauline Ahrens. Vier Rollen hat sie schon fertig. „Ein bisschen üben muss man schon, bis man den Dreh raus hat. Aber es macht Spaß und ist anders als normaler Unterricht“, sagt die Schülerin.

Das David-Franck-Gymnasium Sternberg hat in der Vergangenheit schon oft an diesem Wettbewerb teilgenommen. Acht Mal wurden Schüler zu Landessiegern gekürt. In einer Glasvitrine im Schulflur sind die verschiedenen Werke ausgestellt. So wird die Mühe honoriert. „Physik wird erleb- und anwendbar. Das praktische Arbeiten macht den Schülern Spaß und fördert deren Selbstständigkeit“, sagt Langpap. So seien schon kreative Ideen entstanden.

Die Wettbewerbs-Teilnahme ist mit einer Wette verbunden. „Wir wetten gegen die VR-Bank, dass drei Brücken das Gewicht des neuen Leiters des Regionalzentrums Sternberg halten“, sagt Langpap und fügt lachend hinzu: „Zum Glück ist er kein Zwei-Meter-Mann.“ Martin Steuber, der seit dem 2. Mai diese Funktion ausübt, macht sich ein Bild von den jungen Baumeistern. Der Wetteinsatz: „Gewinnen die Schüler die Wette, erhalten sie 250 Euro für schulische Vorhaben“, so Steuber. Etwa 73 Kilogramm müsste jede der drei Brücken tragen können. Top, die Wette gilt!

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