Warin : Brenzlige Situationen entschärfen

<p>Der Mopedfahrer auf der  Langen Straße hat natürlich Vorrang. Doch wie geht es dann weiter? Der Pkw, der aus der Grabenstraße kommt, wäre an der Reihe. Als gängige Praxis aber mogeln sich  Fahrzeuge von der geräumigen Ausfahrt des Norma-Parkplatzes, die etwas bessere Sicht  bietet, vorher auf die Bundesstraße. Obwohl eine Parkplatzausfahrt selbst einer  schmalen Straße wie gegenüber untergeordnet ist. </p>
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Der Mopedfahrer auf der  Langen Straße hat natürlich Vorrang. Doch wie geht es dann weiter? Der Pkw, der aus der Grabenstraße kommt, wäre an der Reihe. Als gängige Praxis aber mogeln sich  Fahrzeuge von der geräumigen Ausfahrt des Norma-Parkplatzes, die etwas bessere Sicht  bietet, vorher auf die Bundesstraße. Obwohl eine Parkplatzausfahrt selbst einer  schmalen Straße wie gegenüber untergeordnet ist.

Wariner Stadtvertretung will mit kleinen Schritten mehr Verkehrssicherheit bei Einmündungen auf Bundesstraße erreichen

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17. September 2015, 20:00 Uhr

Die Grabenstraße, die nur in einer Richtung befahren werden darf, trifft genau gegenüber dem Norma-Parkplatz auf die Lange Straße – die B 192, die mitten durch Warin führt. Und genau an dieser Stelle gibt es zwei Situationen, die brenzlig werden können, sagte Torsten Ries, als sich die Stadtvertretung mit dem Thema befasste. Er kenne die tagtäglich aus eigener Erfahrung. „Wer aus der Grabenstraße kommt, sieht erstmal nichts. Wenn er sich bis an die Bundesstraße vorgetastet hat, steht gegenüber ein Auto, das vom Norma-Parkplatz ebenfalls auf die Lange Straße will.“ Auf die rhetorische Frage, wer wohl zuerst fährt, kommt aus der Runde einhellig die Antwort: das Auto vom Parkplatz, meistens jedenfalls. Die Ausfahrt ist geräumig und bietet zudem eine etwas bessere Sicht auf die Bundesstraße. Und genau das ist die Krux.


Verkehrsschild kommt nicht in Frage


Denn wer von einem Parkplatz auf eine so genannte Vorrangstraße will, ist gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmern wartepflichtig, es sei denn, durch ein Vorfahrts- oder Stoppschild ist die Ausfahrt einer Straße gleichgesetzt. Dann gelten die üblichen Vorfahrtsregeln. Aber das trifft im Wariner Fall nicht zu. Vielen Autofahrern sei das wahrscheinlich gar nicht bewusst, meinen die Stadtvertreter und machen sich Gedanken über eine Lösung des Problems. Wenn nämlich jemand von der Grabenstraße aus auf sein Recht pochen würde, könnte es krachen. Fast alle, die von dort kommen, seien mit der Situation vertraut und ließen zur eigenen Sicherheit lieber dem Fahrzeug gegenüber den Vorrang, was sie eigentlich nicht brauchten.

Deshalb hatte die CDU-Fraktion den Antrag gestellt, die Verkehrssituation zu prüfen. Ein Verkehrsschild solle auf keinen Fall aufgestellt werden, weil der Parkplatz damit offiziell den Charakter einer Verbindungsstraße zwischen Burg- und Lange Straße mit allen Pflichten für die Kommune bekäme. Im Alltag wird das längst so praktiziert, doch im Unterschied liegt die Verantwortung nicht bei der Stadt. Der spontane Gedanke von Bürgermeister Michael Ankermann, die Fahrtrichtung der Einbahnstraße umzudrehen, wurde verworfen. Damit sei nichts gewonnen; das Parken in der Grabenstraße würde erschwert und der fließende Verkehr auf der B 192 mitunter durch Linksabbieger behindert. Eine auffällige Linie an der Norma- Ausfahrt würde möglicherweise schon helfen, so eine Überlegung. Hans-Peter Gossel (Für Warin) sieht den privaten Grundstückseigentümer und damit Norma in der Pflicht, „den Nutzern klar zu machen, dass das ein Parkplatz ist“. Hans-Jürgen Cayé (SPD) schlägt vor, „ein Schild aufzustellen, aber nicht offiziell, nur als Hilfestellung für die Autofahrer“. Sein Fraktionskollege Torsten Ries kam bislang persönlich mit der Situation zurecht, hält aber dennoch eine ordnungsgemäße Regelung für fällig. Der Bürgermeister soll nun die nächsten Schritte in die Wege leiten.


Spiegel an Einmündung zur Brüeler Straße


Als weitere brenzlige Verkehrssituation gilt die Einmündung der Burg- in die Brüeler Straße. Es darf zwar nur nach rechts abgebogen werden, doch von links kommende Fahrzeuge sind erst spät wahrzunehmen, selbst wenn sich diese wie vorgeschrieben an Tempo 30 halten. Die CDU-Fraktion hat deshalb den Antrag gestellt zu prüfen, an der Stelle einen Verkehrsspiegel aufzustellen. Es habe bereits Unfälle gegeben, so Fraktionsvorsitzende Sabine Wundrak-Geritz. Es sei lange her, als sie „noch ganz jung war“, da habe es an der Stelle so einen Spiegel gegeben. Die Entscheidung treffe der Landkreis. Dieser habe „schon mal abgelehnt“, erinnert sich Hans-Peter Gossel. Das sei etwa 15 Jahre her. Dieter Deutsch von der SPD habe den Antrag gestellt. „Der Landkreis begründete die Ablehnung damit, dass die Verkehrssituation angeblich nicht verbessert wird, weil dem Kraftfahrer, der aus der Burgstraße kommt, Sicherheit vorgegaukelt wird.“ Das wollen die Wariner Stadtvertreter nicht so stehen lassen und neuen Anlauf nehmen.

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