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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. September 2017 | 19:27 Uhr

Sternberg : Brandalarm verzögert Einsatzübung

vom

Am Sonnabend war eine Einsatzübung für sieben freiwillige Feuerwehren im Amt Sternberger Seenlandschaft um 17 Uhr geplant. Doch der Alarm ging früher los und aus einer Übung wurde es ein Wohnungsbrand.

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erstellt am 28.Nov.2011 | 09:31 Uhr

Mustin | Der Sternberger Feuerwehrchef Eckardt Meyer wunderte sich, als die Leitstelle am Sonnabend um 16.50 Uhr Alarm auslöste. Zehn Minuten zu früh! Erst für 17 Uhr war für sieben freiwillige Feuerwehren (FFw) im Amt Sternberger Seenlandlandschaft die Einsatzübung geplant. Als Leiter des Ordnungsamtes gehörte er zu den wenigen, die das vorher wussten. Doch die Übung war keineswegs vorverlegt, die Alarmierung galt einem Wohnungsbrand in der Sternberger Karl-Marx-Straße. Die Feuerwehr rückt aus.

Zu dieser Zeit haben Amtswehrführer Olaf Schröder aus Kobrow und sein Stellvertreter Horst Reimers von der FFw Sternberg bereits in Mustin Position bezogen. Auf dem Betriebsgelände der Löbel KG soll das Zusammenwirken mehrerer Feuerwehren bei der Menschenrettung möglichst wirklichkeits getreu geübt werden. Landwirt Berthold Löbel, Bürgermeister von Mustin, ist ebenfalls zur Stelle. Das Szenario sieht Rauchentwicklung in der Werkstatthalle und einen Brand der Tankstelle vor. Zwei vermisste Personen gilt es zu retten. Vor dieser Aufgabe stehen die Feuerwehrleute des Amtes - erfreulicherweise - eher selten, erst recht nicht bei einem großen Objekt wie diesem. Umso wichtiger sei es, den Einsatz zu proben, um im Ernstfall gewappnet zu sein, sagt der Amtswehrführer. "Einen Strohhaufen anstecken und Wasser draufhalten, müssen wir nicht üben."

Er kann die Gespräche über Funk zwischen Leitstelle und Wehrführer Eckardt Meyer verfolgen. Erst einmal abwarten, was in der Karl-Marx-Straße los ist. Die Sternberger aus der Übung herauslassen? Doch das ist die einzige Schwerpunkt-Feuerwehr im Amt mit der besten Ausstattung. Und vielleicht müssen ihr noch Nachbarn zu Hilfe eilen. Dann hätte sich die Übung an dem Tag erledigt. Das habe er in seinen 17 Amtsjahren noch nie erlebt, dass parallel zu einer geplanten Übung ein Ernstfall eintritt, sagt Schröder. Doch Meyer gibt über Funk Entwarnung. Die Bewohner hätten den Brand im Anfangsstadium selbst gelöscht. Ein Beutel mit Textilien hatte sich in der Küche entzündet und zum Glück den Rauchmelder anschlagen lassen, berichtet er später.

Die Sternberger Feuerwehr rückt ab und kehrt zum Gerätehaus zurück. Jetzt, knapp eine halbe Stunde später als vorgesehen, lässt Schröder über die Leitstelle Alarm zur Einsatzübung geben. Eine solche muss mindestens eine Woche vorher angemeldet sein. Laut Ausrückeordnung werden Mustin, Sternberg, Witzin und Borkow in dieser Reihenfolge alarmiert, fünf Minuten darauf Dabel, Hohen Pritz und Kobrow. Der Mustiner Mirko Koynowski, der als heimischer Wehrführer beim Erstangriff seiner Mannschaft besonders viel um die Ohren hat, gibt die Einsatzleitung an Eckardt Meyer ab.

Die Sternberger seien im Vorteil gewesen, räumt der Amtswehrführer ein, weil sie schon in voller Montur bei ihren Fahrzeugen waren, doch es gehe nicht um die Zeit bis zum Einsatzort. "Wir wissen, dass alle so schnell wie möglich sein wollen, da müssen wir nicht auf die Minute genau stoppen", so Schröder. Ohnehin habe die Sicherheit Vorrang vor Tempo. Das gilt nun auch für die Atemschutztrupps, die in der dunklen und zusätzlich ver nebelten Halle, in der Traktoren, Güllefahrzeug, Jeep und klei nere Technik stehen, eine der vermissten Personen suchen. Der erste, aus zwei Männern bestehende Trupp geht hinein, ein zweiter muss an der Tür absichern. Hat eine Wehr nur zwei Atemschutzträger, was keineswegs ungewöhnlich ist, müssen diese Beiden warten, bis eine weitere Wehr mit Sicherungstrupp vor Ort ist. Die Suche wird schwierig und zieht sich. "Kein Wunder bei der Hallengröße", zeigt sich Olaf Schröder dennoch nicht unzufrieden. Eine Person wurde

inzwischen mittels Drehleiter der FFw Sternberg über das Dach wohlbehalten geborgen. Gleichzeitig haben die Witziner und Dabeler die Wasserentnahmestelle etwa 150 Meter entfernt an einem offenen Gewässer zum Löschen des fiktiven Tankstellenbrands überprüft. Die anfängliche Hektik habe sich schnell gelegt, resümiert Olaf Schröder. Kleinere Fehler wie zu Beginn "die nicht optimale Aufstellung der Fahrzeuge" würden intern ausgewertet. Insgesamt 80 Feuerwehrleute seien beteiligt gewesen.

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