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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. August 2017 | 10:31 Uhr

Warin : Boote aus Wertstoffen gebaut

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Mit Künstlerin Angela Preusz haben Kinder verschiedener Nationalitäten zu „Kunst auf dem Wasser“ Ideen entwickelt und umgesetzt

Eine leere Trinkflasche dient als Schiffsrumpf, ein Bauklotz, ein Trinkröhrchen und Folie werden zum Segel – aus Wertstoffen, die sonst in den gelben Sack kommen, hat Laura ein Boot gebaut. Die Zwölfjährige gehört zu den Mädchen und Jungen, die im Haus der Zukunft in Warin an „Kunst auf dem Wasser – ein „künstlerisches Projekt am Wariner See mit Filmdokumentation für ein interkulturelles Miteinander“ teilgenommen haben.

„Wir wollten einmal etwas zusammen machen mit Kunst und Wasser. Wir haben dafür Geld beantragt, damit nicht alles ehrenamtlich läuft“, erklärt Künstlerin Angela Preusz. Das „Wasserreich von Brüel“ sei jetzt nach Warin marschiert, ergänzt sie. „Die Idee ist die gleiche. Wir bringen Kindern nahe, dass Wasser ganz wichtig ist, dass dort unsere Lebensenergie fließt. Wir versuchen, das Thema auf spielerische Art umzusetzen und bauen auch kleine Experimente mit ein“, sagt sie.


Sprachliche Barrieren schnell überwunden

 

So erfuhren die Kinder beispielsweise etwas über verschiedene Recyclingsarten, wie   Boote entstanden  und parallel wurden Wasserlupen gebaut. „So können sie auch  gucken, wo etwas bleibt, wenn es vom Boot  abfällt, aber auch, wie sich das Wasser verändert. Die Boote sind angemalt, also muss vorsichtig mit Farbe umgegangen werden“, so Angela Preusz.

Das Haus der Zukunft besuchen auch Flüchtlingskinder aus Syrien, Albanien und Afghanistan. Über Projekte   kämen  Kinder  und Jugendliche   schnell in Kontakt miteinander, Berührungsängsten würden abgebaut und  Abgrenzung vermieden, weiß  Sozialarbeiterin Birgit Jepsen. Diese Erfahrung habe sie schon im vergangenen Jahr  bei der Weihnachtsdisko und in diesem  beim Fasching gemacht, die auch schon über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ - „Bundesweite Förderung lokaler Partnerschaften für Demokratie“ unterstützt  wurden. Und auch jetzt wieder, beim Kunstprojekt,  würden sprachliche Barrieren mit Händen und Füßen überwunden.  „Saheed aus Syrien  hat ein Floß gebaut. Vielleicht ist er auf einem Floß geflüchtet?“, überlegt Jepsen.  „Unsere Kinder sehen die Fremden nicht mit anderen Augen. Sie spielen zusammen, sie sind einfach da, das ist toll“, freut sich die Sozialarbeiterin.

Auch Shaban (11) hat ein Boot aus einer Wasserflasche, einem Joghurtbecher und Trinkröhrchen gebaut.   Er, Laura und alle anderen  durften die Boote dann ins Wasser lassen   und freuten sich, dass sie schwimmtauglich sind!

„Wir machen Kunst der Teilhabe. Das beginnt experimentell. Wir wissen nicht was entsteht, was für Kinder manchmal kompliziert ist“, weiß die Künstlerin. „Aber irgendwann bekommt alles  Eigendynamik“, hat Robert Klammer festgestellt.  Er hat das  Projekt mit der Kamera begleitet  und  schneidet jetzt aus drei Stunden Filmmaterial einen  15-minütigen Kurzfilm. Zu sehen sein wird dieser am Tag der offenen Tür im  Haus der Zukunft am 26. November ab 16 Uhr.

„Wasser ist weltweit. Wasser macht mobil. Ich spreche auch nicht syrisch oder afghanisch. Einige Kinder sprachen kaum deutsch. Es ist schon toll, wie Kunst verbindet“, sagt Angela Preusz, die sich sehr wünsche, dass zu Hause über das Projekt erzählt werde.

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erstellt am 28.Jul.2016 | 21:07 Uhr

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