Dubiose Gewerbeauskunft in Sternberg aktiv : Bloß nicht unterschreiben!

<fettakgl>Dubiose Post </fettakgl>erhielt der Unternehmer Alexander Uhlig, Restaurator im Stuckateurhandwerk. <foto>Foto: Roswitha Spöhr</foto>
Dubiose Post erhielt der Unternehmer Alexander Uhlig, Restaurator im Stuckateurhandwerk. Foto: Roswitha Spöhr

Das Schreiben von der Düsseldorfer Gewerbeauskunft-Zentrale sieht auf den ersten Blick seriös aus: Dieses erhielt der Sternberger Geschäftsmann Alexander Uhlig in diesen Tagen. Allerdings ist das nur eine Abzocke-Falle:

svz.de von
09. Juli 2012, 10:00 Uhr

Sternberg | Das Schreiben von der Gewerbeauskunft-Zentrale sieht nur auf den ersten Blick seriös, wie von einer Behörde, aus. Der Sternberger Geschäftsmann Alexander Uhlig erhielt in diesen Tagen Post von einer Düsseldorfer Gewerbeauskunft-Zentrale. Im Briefkopf steht - amtlich aussehend: "Erfassung gewerblicher Einträge". Jeder Unternehmer ist ja in der Regel in einer Reihe von diversen Organisationen, wie IHK, Berufsgenossenschaften, Handwerkskammer oder Innungen Mitglied. Deshalb kommt zunächst kein Misstrauen auf.

In dem Schreiben wurde der Sternberger aufgefordert, einige bereits vorausgefüllten Einträge in einem Branchenbuch zu ergänzen bzw. zu korrigieren. Das unterzeichnete Formular sollte dann an die GWE GmbH-Gewerbeauskunft-Zentrale, Hauptstraße 34, 40507 Düsseldorf, gebührenfrei zurückgefaxt werden. Es entsteht der Eindruck, das schon eine Eintragung erfolgt ist und alles seine Richtigkeit hat. Weit gefehlt, denn der Auftrag kommt erst mit der Rücksendung des unterzeichneten Angebots zustande.

Eine Abzocker-Falle, die deutschlandweit schon für Schlagzeilen gesorgt, Ärger verursacht und etliche Anwälte beschäftigt. Auf der Rückseite im besonders Kleingedruckten steht dann, was das Ganze für den Betroffenen bedeutet. Ein zweijähriger Vertrag mit einer monatlichen Belastung von 39,85 Euro, für zwei Jahre also Netto stolze 956,40 Euro.

Der Sternberger Unternehmer war jedoch aufmerksam und hat das Schreiben nicht unterschrieben, sondern entwertet und dahin geworfen, wohin es gehört: in den Papierkorb. Aus diversen Foren und Internetseiten ist zu ersehen, dass gleiche dubiose Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale auch an andere Einrichtungen, wie Kitas und Chöre gingen.

Jurist Steffen Rötz von der Handwerkskammer Schwerin verweist gegenüber SVZ auf diverse Warnungen in der Kammer-Zeitschrift Nordhandwerk vor dieser Abzockerei. Allein am Montag habe er schon zwei Anrufe von betroffenen Mitgliedern aus Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Insgesamt habe er bereits über 35 Fälle auf dem Tisch, die sich mit der Masche der Gewerbeauskunft-Zentrale beschäftigen. Seit etwa zweieinalb Jahren, besonders aber in jüngster Zeit seien die Düsseldorfer im Norden wieder aktiv.

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