60 Jahre nach Schulende : Blick ins Klassenbuch anno 1957

Die Brüelerin Renate Bründel schaut nach ihren Zensuren im alten Klassenbuch, welches die heutige Schulsekretärin Simone Reich (r.) zur Begrüßung aus dem Schularchiv geholt hatte.  Fotos: privat
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Die Brüelerin Renate Bründel schaut nach ihren Zensuren im alten Klassenbuch, welches die heutige Schulsekretärin Simone Reich (r.) zur Begrüßung aus dem Schularchiv geholt hatte. Fotos: privat

Wiedersehenstreffen der einstigen Mittelschule Sternberg: Heutzutage ist hier die KGS

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27. September 2017, 07:26 Uhr

Schülerinnen und Schüler der ehemaligen Mittelschule Sternberg trafen sich nach sechs Jahrzehnten zum Klassentreffen. „60 Jahre – eine lange Zeit. Wir haben uns aber niemals aus den Augen verloren und viele Treffen organisiert, aber bei jedem stellte sich die Frage, werden noch viele kommen? Es kamen zu unserem diesjährigen Treffen noch viele“, berichtet Renate Bründel.

Ein kleiner Rückblick ins Jahr 1955: Zur damaligen Zeit war es gang und gäbe, nach der 8. Klasse abzugehen, um einen Beruf zu erlernen oder man machte das Abitur, um später zu studieren. Welch ein Glück hatten damals jedoch die Schüler des Jahrgangs 1955. Im Kreis Sternberg startete die 1. Mittelschulklasse (9. und 10. Klasse) mit 31 Schülern. Diese kamen aus vielen Orten des Kreises Sternberg – aus Warin, Weiße Krug, Brüel, Thurow, Jülchendorf, Sternberg, Witzin, Sternberger Burg und Holzendorf. Busse fuhren aber noch nicht, dafür ein Zug. „Es war so ein Zug, der beim Bahnhofsfest am Sonnabend in Sternberg als Sonderzug fuhr“, so Bründel.

Alle anderen mussten sehen, wie sie zur Schule kamen. Die mittlere Reife, so hieß es damals, machten 1957 dann noch 25 Mädchen und Jungen.

Das erste Wiedersehenstreffen startete bereits nach zehn Jahren. Bei dem dritten Klassentreffen waren dann auch die Ehepartner dabei und so blieb es bis heute. „Übrigens wurden auch die Treffen in die Orte, in die es Schüler verschlagen hatte, organisiert, zum Beispiel in Quedlinburg, in Lünen/ Westfalen, in Berlin und Gera. Zwischendurch aber immer wieder in der alten Heimat“, betont Renate Bründel, in der Region unter anderem bekannt als Leiterin der Mandolinengruppe Zahrensdorf-Brüel.

Das jetzige Klassentreffen nach 60 Jahren Schulentlassung fand in Sternberg beziehungsweise Brüel statt. Es war schon das zwölfte Mal. „Wir waren alle nur die zwei Jahre in der Schule zusammen und dann dieser Zusammenhalt bis heute“, erzählt die Brüelerin geradezu begeistert über diese Tatsache.

Treffpunkt war wieder einmal die Sternberger Schule. Simone Reich, die Schulsekretärin, begrüßte alle herzlich und „ließ uns in die Schule und in unseren ehemaligen Klassenraum, der sich übrigens nicht viel verändert hat. Zur großen Überraschung brachte sie das Klassenbuch der 10. Klasse mit. Alle konnten darin stöbern. Interessant – die Zensuren. Im Klassenraum wurde viel erzählt und lustige Episoden erzählt“, berichtet Renate Bründel. Für sie ist es „erstaunlich, wie viel aus dieser Zeit noch hängen geblieben ist“. Die heutige Schulaula war vor 60 Jahren hauptsächlich Turnhalle, weiß Bründel noch ganz genau.

Dem Klassenfoto vor der Schule folgte die Fahrt nach Dobbertin, um eine Rundreise mit dem Fahrgastschiff „Condor“ auf dem Dobbertiner See zu machen. Zum Ausklang ging es abends in den „Mecklenburger Hof“ in Brüel. In zwei Jahren soll es das nächste Wiedersehen geben.



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