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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. Oktober 2017 | 09:53 Uhr

Sternberg/Brüel : Blendern bleibt noch halber Monat

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die meisten Kfz-Werkstätten in der Region bieten im Oktober den kostenlosen Lichttest an. Die Beteiligung der Autofahrer ist allerdings durchwachsen.

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 21:16 Uhr

Der Oktober ist gut zur Hälfte vorbei und damit der Monat, in dem die meisten Kfz-Werkstätten bundesweit einen kostenlosen Lichttest anbieten. Dringend nötig haben ihn viele Pkw, wie Blender und Einäugige bei Dunkelheit auf den Straßen erkennen lassen. Die Nachfrage sei allerdings „eher schleppend“, bedauert Lutz Klement, Serviceberater und Werkstattmeister im Sternberger VW-Autohaus. „Es kommen vor allem die Kunden, die regelmäßig die Durchsicht machen lassen und bei denen alles in Ordnung ist.“ Allein zum Lichttest fahre kaum jemand vor.


Mehr Sicherheit für sich und andere


„Das sind überwiegend ältere Autobesitzer, die das noch von früher kennen“, so Klements Erfahrung. Diese wollten, wenngleich keine Pflicht, die Plakette haben, um bei einer Kontrolle einen Nachweis zu besitzen oder gar nicht erst angehalten zu werden. „Wenn wir den Pkw wieder übergeben, fragen sie nicht, ob alles in Ordnung war, sondern ob die Plakette dran ist“ , erzählt der Werkstattmeister. Und diese Überprüfung bringe mehr Sicherheit für sie selbst und andere Verkehrsteilnehmer, so die Überzeugung dieses Teils von Pkw-Fahrern.

Bei anderen Autos werde der Lichttest natürlich beim Servicetermin mit erledigt, wenn die gesamte Beleuchtung fachgerecht überprüft werde. Doch jüngere Autobesitzer verzichteten meist auf das Abziehbild an der Frontscheibe, wollten die nicht zugepflastert haben. Die grüne Umweltplakette, die in mehreren Großstädten Pflicht ist, oder die Autobahn-Vignette in Österreich reichten ihnen schon.

Bezahlt werden müsse nur, wenn jemand einäugig unterwegs und eine defekte Glühlampe auszuwechseln ist, der Einbau koste nichts, betont Klement. Modernere Wagen würden das anzeigen. Bei Blendern, deren Scheinwerferlicht Entgegenkommende mitten ins Gesicht trifft oder noch höher bzw. seitwärts geht, seien die Glühlampen „eindeutig“ schief eingebaut, in der Regel von den Autobesitzern selbst, ist der Fachmann überzeugt. Das richtig hinzubekommen, sei allerdings für Laien oftmals kaum machbar. Beim neuen Passat mit Xenon , dessen Glühlampe freilich besonders langlebig und erst nach längerer Zeit auszuwechseln sei, müsse dazu der Stoßfänger abmontiert werden.

Solche Fälle kennt auch Dirk Nering zur Genüge. Er hat 1997 die freie Werkstatt in Brüel übernommen, in der er schon gelernt und seinen Meister gemacht hat. Das sei zwischen den Automarken und -typen ganz unterschiedlich. Mitunter müsse der Scheinwerfer komplett heraus. Oder bei einem anderen Pkw sei durch eine Luke im Radkasten an die Glühlampe zu gelangen und das Ganze mit „viel Fummelei“ verbunden, für den Nichtfachmann kaum zu bewältigen. Erst müsse er wissen, wie er an das Teil herankommt und dieses dann auch noch händeln, ohne sich die Finger zu brechen. Manche Glühlampen würden in die Fassung hineingedreht, andere gesteckt oder mit Bügeln befestigt.

Die Einstellung der Scheinwerfer könne ohnehin nur der Fachmann mit entsprechender Technik machen. Das Gerät müsse einmal im Jahr kalibriert werden. Das bestätigt Nering eine grüne Dekra-Plakette. Beim Einstellen sei wichtig, dass Gerät und Auto waagerecht stehen sowie dessen Leuchtweitenregulierung auf Null. Sonst bliebe alles wirkungslos, wenn der Pkw später hinten schwer beladen sei.

Dirk Nering hat die 20 Marken, die er mit einem Lampenpaket des Großhändlers erhielt, komplett verklebt. Den kostenlosen Lichttest kann dennoch jeder bei ihm machen lassen. Der halbe Monat bis zum 30. Oktober bleibt den Blendern und Einäugigen noch.

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