Geschwindigkeitskontrollen in Dabel : Bislang Mehrheit für offene Blitzer

faxi sst blitzer neu

Bei Geschwindigkeitskontrollen sollte es zuerst um Verkehrssicherheit gehen. Im Sternberger Maikamp fahren viele deutlich schneller als mit Tempo 30.

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22. März 2016, 21:00 Uhr

Geteilter Meinung sind unsere Leser auf die Frage, ob Blitzer gut sichtbar aufgestellt oder doch getarnt sein sollten. Die Mehrheit spricht sich allerdings für Ersteres aus, weil so Unfallschwerpunkte entschärft werden könnten, während versteckte Blitzer eher zum Abkassieren gesehen werden. Die Bescheide kämen erst Wochen später, so dass die erzieherische Wirkung gegen Null tendiere.

„Klare Meinung: nur offen“, schreibt Andreas Deutscher. Er wohne zwar in Saarbrücken, kenne aber „sehr gut die in Mecklenburg angewendeten Radarkontrollen“. Er sei auch selbst Opfer solcher verdeckten Kontrollen geworden, die in der Regel „überhaupt nicht an Unfallschwerpunkten wie Kindergärten oder Schulen“ aufgebaut würden. Seine Erfahrungen mit mobilen Blitzern seien hier im Vergleich zu anderen Bundesländern „sehr negativ“. Autofahrer müssten den Verdacht haben, „es geht nicht um die Verkehrssicherheit, sondern nur um abzuzocken“.


Nur zum Schein Schutz vor gesetzlosen Rasern

„Für die Straßenräuber und Wegelagerer des Mittelalters war das keine Frage“, spitzt unser Leser Jürgen Kuhlmann aus Dabel zu. „Doch heute müssen sie den demokratischen Schein wahren, geben sich deshalb als Schützer disziplinierter Bürger vor gesetzlosen Rasern aus.“ Dann geht unser Leser auf die besondere Situation an der Kreuzung der B 192 und L 16 ein, wo knapp eine Woche lang ein neuartiger Blitzer stand, der den Anlass zu unserer Diskussion gab. Dort wechselt auf weniger als einem Kilometer das erlaubte Tempolimit mehrmals – von 50 km/h in der Ortschaft, dann darf Tempo 100 gefahren werden, bevor kurz darauf 80 und 60 km/h folgen. „Weshalb die idiotische Beschilderung, die es potenziellen Rasern erlaubt, ihr Fahrzeug erstmal kurz auf 100 km/h hochzujagen, um es sofort wieder durch die 80/60-Schilder auszubremsen? Drei Fragezeichen: Soll 1. der Treibstoffabsatz gesichert, der unökonomische Fahrstil gefördert werden? Sollen 2. die Arbeitsplätze der Schilderbauer gesichert, die vorhandenen Schilder also einfach irgendwo verbraten werden? Oder sollen 3. die Einkünfte der modernen Wegelagerer abgesichert werden?“ Sicherlich sei es sinnvoller, so unser Leser, das Ortsausgangsschild von Dabel hinter der Abfahrt zur Mühle aufzustellen und darüber, auf dem selben Pfosten, ein 80er-Schild, denn bis zum Ortseingang von Holzendorf lohne eine höhere Beschleunigung ohnehin nicht.

Vorschläge zur Beschilderung, die zwar weniger mit den Geschwindigkeitskontrollen zu tun haben, aber durchaus mit Verkehrssicherheit an der Stelle, macht unser Leser Uwe Seppmann aus Loiz: „Die Kreuzung in Dabel benutzen wir als Familie oft von Loiz über Gägelow kommend, um geradeaus nach Parchim zu fahren oder links abbiegend über Goldberg zur A 19 und dann nach Berlin. Ich selbst musste bei der Rückfahrt schon oft scharf abbremsen, denn das Hinweisschild nach Gägelow/Pastin steht ein paar Hundert Meter vor der Kreuzung, doch danach sind weitere Abzweige bzw. Einmündungen, so dass in der Dunkelheit die richtige Straßenkreuzung erst auf den letzten Drücker erkennbar ist.“ Außerdem sei die Richtungsanzeige nicht an der Straße, sondern jenseits des Radweges aufgestellt. „Ich falle jedes Mal wieder neu darauf rein, die richtige Abfahrt zu erkennen. Obwohl ich bereits seit der Vorankündigung langsam fahre, kommt es doch zu einer starken Bremsung.“ Deshalb hat unser Leser zwei
Anregungen: Die Kreuzung sollte auch nachts ausgeleuchtet sein und das Aufstellen der Hinweisschilder verbessert werden bzw. ein Kreisverkehr eingerichtet werden, wie zum Beispiel eingangs Schwerin auf der B 104 aus Richtung Sternberg. Damit wäre eine Reduzierung der Geschwindigkeit garantiert, ist sich unser Leser sicher.

Eine völlig andere Antwort auf die eingangs gestellte Frage erhielten wir von unserer Leserin Gertrud Martin aus Sternberg. „Meine Meinung zum Thema Blitzer: verstecken und nicht schon früh im Radio ansagen! Dann ist doch klar, dass die Raser sich kurzfristig disziplinieren. Ich wohne in einer Straße, in der 30 km/h vorgeschrieben sind (Maikamp in Sternberg). Und als wir herzogen, haben wir das als sehr positiv erhofft. Allerdings ist es so, dass hier nicht 30 gefahren werden, oft nicht mal 50, sondern durchaus mit 80 h/km durchgerast wird. Nachdem die ,hinderlichen Engpässe‘ und Kurven überwunden sind, wird auf Höhe unseres Hauses kräftig auf das Gaspedal getreten. Ich wünsche mir hier sehr einen versteckten, nicht angesagten Blitzer“, schreibt die Sternbergerin.

Für und Wider der Leser, ob Blitzer gut sichtbar oder getarnt sein sollten, haben ihre Gründe. Ein Leser hatte in der bisherigen Diskussion gefordert, dass die Polizei und nur sie an Unfallschwerpunkten lasert, denn es sollte deren hoheitliche Aufgabe sein, dass Autofahrer einer Tat beschuldigt werden. Entscheidend sei jedoch der unmittelbare Lerneffekt, denn so erfahre jeder direkt am Gefahrenpunkt, was er falsch gemacht habe und könne das Fahrverhalten sofort ändern. Angesichts der unterschiedlichen Meinungen führen wir unsere Diskussion weiter.






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