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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. Oktober 2017 | 07:26 Uhr

Brüel : Bis zum Lebensende Musik machen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Weltmusiker Theo Jörgensmann aus Brüel beantwortet unsere 20 Fragen zum Wochenende.

von
erstellt am 19.Apr.2014 | 13:33 Uhr

Theo Jörgensmann gilt als herausragender Protagonist des Modern Creative Stils, der maßgeblich an der weltweiten Renaissance der Jazzklarinette in den 1980er-Jahren beteiligt war. Der international anerkannte Klarinettist, seit 1997 Wahl-Brüeler, hat sich im Anbau am Rathaus einen eigenen Ort zum Proben geschaffen, öffnet ihn aber ebenso für Ausstellungen und Konzerte. Im so genannten Kulturknastfenster ist er denn – wenn er in Brüel ist – auch am ehesten zu treffen, sagt der 65-Jährige. Jeden Tag probt er hier. Und holt auch immer wieder Musiker nach Brüel, wie am 17. Mai Evert Brettschneider und Kai Kanthak. Zu erleben in diesem Konzert sind auch der Brüeler Michael Jüllich und natürlich Jörgensmann. Es wird in diesem Jahr viele Aufnahmen geben und nicht nur im Tonstudio, sagt der Musiker. 2014 werde aber auch ein Jahr, in dem er sich Zeit zum Nachdenken nehme und neue Projekte angehen wolle. So probt Theo Jörgensmann momentan in Berlin für die zeitgenössische Kammeroper „Annunziata“, an der er auch als Komponist beteiligt ist. Redakteurin Roswitha Spöhr stellte ihm 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Mein Lieblingsplatz sind die Oberen Seen Sternbergs.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Ich würde Orte der Begegnung schaffen, wo die Menschen ihre Erfahrungen austauschen können. Ich denke, viele positive Entwicklungen finden nur mit Verzögerung einen fruchtbaren Boden in M-V, weil die Menschen hier nicht gelernt haben, gezielt Fragen zu stellen.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Im „Kulturknastfenster“. Ich übe dort jeden Tag, wenn ich in Brüel bin.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als Aushilfe in der Gaststätte meiner Eltern.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für Angelzubehör und Sportschuhe.
Was würden Sie gerne können?
Mehr Sprachen sprechen.

Was stört Sie an anderen?

Gier und Engstirnigkeit.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Bei der GEMA-Hauptversammlung Anfang April in Berlin hat mir eine Kollegin eine andere als die offizielle Version von Dieter Bohlens Penisbruch erzählt.
Was Unvernünftiges haben Sie zuletzt getan?
Vier Stunden Computerspiele gezockt.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Mein amerikanischer Klarinetten-Kollege Perry Robinson, der nicht nur über Freiheit, Toleranz und Unabhängigkeit redet, sondern sie auch lebt.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Von Michael Klaus „...in die weite Welt hinein“.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Meine Frau und ich haben keinen Fernseher. Nur unsere Kinder sehen fern. Meine Eltern hatten schon ab 1955 einen Fernseher. Damals gab es nur ein Programm, das am Tag zwei Stunden in Schwarz-Weiß sendete. Das Fernsehen nahm noch seinen Bildungsauftrag ernst und so gab es jeden Donnerstag ausschließlich Oper, Operette, Schauspiel oder Ballett zu sehen. Ich fand das als Kind natürlich ganz schrecklich. Aber da Fernsehen damals etwas Besonderes war, habe ich mir das angeschaut und bin so ungewollt in den Genuss vieler bedeutender, deutschsprachiger Inszenierungen der damaligen Zeit gekommen.
Wo trifft man Sie eher: bei der Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Weder noch. Als gebürtiger Westfale bin ich von Haus aus kein begeisterter Anhänger des Karnevals und Fußball fasziniert mich seit einigen Jahren nicht mehr. Ich selbst habe in meiner Jugend Handball gespielt und war im Kader der Westdeutschen-Jugendauswahl.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Alle Politiker, die den Menschen dummes Zeug erzählen, damit ich ihnen den Kopf waschen kann. Leider ist das unmöglich, da es zu viele von ihnen gibt.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, deutsche Gerichte?
Am liebsten indonesische oder indische Gerichte.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Mit Elvis Presleys Version von „muss i denn zum Städtele hinaus“. Ende der fünfziger Jahre lief diese Version oft in der Musikbox unserer Gaststätte. Ich verbinde damit einen schönen, warmen Sonntagmorgen im Sommer, wenn Kirchgänger und Frühaufsteher sich am Stammtisch zum „Doppelkopf“ versammelten, und der Zigarren- und Zigarettenqualm langsam den Raum der Gaststätte füllte. Von dieser Situation ging eine unglaublich entspannte Atmosphäre aus.
Ich bin übrigens Nichtraucher.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Von meinem Patenonkel Jost bekam ich zur Kommunion eine Junghans-Uhr. Leider habe ich die Uhr verloren.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Bis zum Lebensende Musik machen.
Was werden Sie als Rentner alles machen?
Seit Dezember 2013 bin ich Rentner. Es ändert sich aber nicht viel für mich. Außer, dass ich jetzt ein geregeltes Ruhegehalt bekomme. Ich habe noch viele Pläne und probe momentan in Berlin für die zeitgenössische Kammeroper „Annunziata“, an der ich auch als Komponist beteiligt bin.
Wem sollten wir dieses Fragen ebenfalls stellen?
Der holländischen Journalistin Ellie Smolenaars aus Wendorf.







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