Brüel : „Bin der Bürgermeister für alle“

Brüels neuer Bürgermeister Burkhard Liese.
Brüels neuer Bürgermeister Burkhard Liese.

Interview mit dem neuen Brüeler Stadtoberhaupt Burkhard Liese an seinem ersten Dienst-Tag im Rathaus

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17. Juli 2019, 05:00 Uhr

Zur Bürgersprechstunde am Montagabend im Brüeler Rathaus bezog das neue Stadtoberhaupt Burkhard Liese (CDU) erstmals sein Dienstzimmer.

Liese entschied die Stichwahl gegen den Einzelbewerber Torsten Lange mit sechs Stimmen Vorsprung und war vor Wochenfrist vereidigt worden. Mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister, der als Bezirksdirektor einer Bausparkasse tätig ist, sprach Redakteur Roland Güttler.

Herr Liese, wird Brüel jetzt von Golchen aus regiert?

(lacht) Ich habe fast 20 Jahre in Brüel gewohnt, gleich neben dem Rathaus. In bin Brüeler! Inzwischen wohne ich in Golchen. Es wäre schlimm, wenn wir die Bürger der Ortsteile, die sich als Brüeler verstehen, ausgrenzen würden. Mit der Digitalisierung ist die Zeit aber eine andere geworden. Da ist es egal, von wo aus ich arbeite. Man kann auch von Golchen aus für die Stadt tätig sein als Ehrenamtler. Aber wir haben ein gutes Rathaus und das werde ich weidlich nutzen.

Bei den Stichwahl-Ergebnissen fiel eines auf: In einem Wahllokal hatte Ihr Gegenkandidat ein Plus von 100 Stimmen; im anderen gewannen Sie ebenso deutlich und schafften letztlich die hauchdünne Mehrheit von sechs Stimmen. Ist Brüel zweigeteilt?

Überhaupt nicht, das sehe ich nicht. Brüel ist nicht zweigeteilt. Wir zerlegen uns nicht und haben keinen schmutzigen Wahlkampf geführt. Wir wollen beide im Sinne der Stadt, dass es weiter vorangeht. Ich bin der Bürgermeister für alle! Ich nehme es sportlich, für mich ist es eine Herausforderung. Herausforderungen liebe ich eh in meinem Leben.

Was sind Ihre drei Hauptziele?

Kurzfristig gilt es, die Arbeitsfähigkeit der Ausschüsse herzustellen. Zudem gilt es, den Wohnungsbau Am Mühlenberg weiter voranzutreiben und hier relativ schnell mit Fakten aufwarten zu können. Hier könnten bis zu 25 Einfamilienhäuser entstehen. Und dann verspreche ich mir viel von Senioren- und Jugendräten, die ich ins Leben rufen möchte. Davon erwarte ich Information, Hilfe und Unterstützung. Bei der Jugend Verständnis für Beschlüsse zu wecken, aber sie auch mitzunehmen in die Zukunft, ist mir wichtig. Mit dem Seniorenrat will ich die Erfahrung und das Wissen der Älteren nutzen, dass dieses erhalten bleibt für die Zukunft. Daher bitte ich alle, die Interesse haben, hier mitzuarbeiten und zu gestalten, sich schnellstens bei mir zu melden. Tja und die Mittelschicht, vom Alter her, bildet die Stadtvertretung ab, die dann wünschenswert gemeinsam versucht, viele Dinge umzusetzen.

Mittelfristig sehe ich den Radwegbau in Richtung Blankenberg sowie in Richtung Schwerin von Thurow aus weiter bis Keez ebenfalls von großer Bedeutung.


Brüel sitzt auf einem großen Schuldenberg. Wie hoch ist der aktuell und wie wollen Sie ihn abbauen?
Die aktuelle Schuldenzahl beträgt rund 3,85 Millionen Euro. Schuldenabbau steht bei mir ganz oben auf der Agenda, um die Zukunftsfähigkeit der Stadt aufrechtzuerhalten. Mit Finanzen kenne ich mich aus. Ich habe mal überschlagen: Im Jahr 2035 könnte die Stadt mit intelligenter Kreditumschuldung sogar schuldenfrei sein. Man weiß natürlich nie, was die Finanz- und Politikwelt in den nächsten Jahren bringt, aber ich kann nur nochmal betonen, bei diesen Zahlen werde ich sehr genau hinschauen.

Könnten Sie sich neben der wöchentlichen Bürgersprechstunde im Rathaus auch Einwohnerversammlungen in Brüel und den Ortsteilen vorstellen?
Ich denke, dass es durchaus Sinn macht, einmal im Jahr vor Ort sich mit den Bürgern zu treffen. Da nicht in jedem Ort ein Raum vorhanden ist, ich jedoch in meiner ersten
Sprechstunde schon ein Angebot von einem Bürger bekommen habe, kann ich mir solch einen Vor-Ort-Termin gut vorstellen. Wie der dann angenommen wird, das wird sich dann zeigen.

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