Weberin : Bilderwechsel im Naschwerk

Ed Schütze (l.) und Hobby-Fotograf Egon Stöbe vor einem Bild aus der Serie „Vergessene Orte“, das im ehemaligen KfL Thurow vor dem Abriss entstand.
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Ed Schütze (l.) und Hobby-Fotograf Egon Stöbe vor einem Bild aus der Serie „Vergessene Orte“, das im ehemaligen KfL Thurow vor dem Abriss entstand.

Hobby-Fotograf Egon Stöbe zeigt in Weberin „Dies und das digital“. Aufnahmen entstanden hauptsächlich in der Natur

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06. Mai 2017, 12:00 Uhr

„Dies und das digital“ titelt Egon Stöbe seine Ausstellung im Weberiner Café Naschwerk, die seit gestern während der Öffnungszeiten besichtigt werden kann. Damit gibt Café-Besitzer Ed Schütze dem Jülchendorfer Hobbyfotografen nach 2013 nun erneut Raum, einen Querschnitt seiner Arbeiten zu zeigen.

Viele seiner Motive findet Egon Stöbe in der Natur. Landschaft, Pflanzen und Tiere sind es, die es ihm besonders angetan haben. Um solche Fotos, wie die von den Schmetterlingen in der Ausstellung zu bekommen, „stehe ich schon ein paar Minuten, bis sie die Flügel aufklappen. Da ist Geduld gefragt“, sagt er. Zu Hause am Computer werde dann herausgefiltet, die Ränder bearbeitet und mit entsprechender Ebene farbig unterlegt.

Fast wie ein Scherenschnitt wirkt das „Segelschiff“ – auch ein Bild im Naschwerk. „Da kommt vor allem die Bearbeitung zum Tragen. Es war spannend, weil es ein Gegenlichtbild ist. Ich habe alles herausgefiltet, was nicht schwarz war und den Hintergrund farbig gemacht. Die Reflexionen machen den Reiz aus.“ Wie ein Scherenschnitt, weil hier das Grau weggefiltert, mutet ebenso die abgebrochene „Weide“ an, die der 70-Jährige zwischen Schönlage und der Warnowbrücke an einem sehr nebligen Tag fotografiert hat.

Doch nicht nur am Computer werden Bilder „ein bisschen verfälscht“, Egon Stöbe nutzt ebenso die Möglichkeiten seiner Kamera. Wie bei den „Herbstblumen“, fotografiert im eigenen Garten. „Die sind mit der Kamera gezogen“, d.h., aufgenommen mit einer langen Belichtungszeit durch einen vorgesetzten Graufilter.

Manches Endprodukt entstünde zufällig, aber es sei auch wieder spannend, „was man mit einem Foto noch anfangen kann“.

Mit der Fotografie als Hobby befasst sich Stöbe, seit er zehn ist. In der Schule war er in einer Foto-Arbeitsgemeinschaft. „Aber die Fotografie ist immer Hobby geblieben“, hat der Jülchendorfer in einem früheren SVZ-Gespräch erklärt. Seit knapp zehn Jahren betreibe er dies aber intensiver und nehme sich nun schon gezielt ein Thema vor, zuvor sei dafür keine Zeit gewesen.

Aus der kleinen Serie „Frühling, Sommer, Herbst und Winter“ hat er so für Weberin das Herbstbild ausgewählt oder aus der Serie „Vergessene Orte“ zwei der noch immer im Brüeler Rathaus zu sehenden Ausstellung „Gegen das Vergessen“. Egon Stöbe war im ehemaligen Kreisbetrieb für Landtechnik in Thurow auf Motivsuche gegangen, in einem Betrieb, der nach jahrelangem Leerstand dem Verfall preisgegeben war und inzwischen abgerissen wurde (SVZ berichtete).

Die Thurower Bilder hat er nach dem HDR-Prinzip aufgenommen und mit einer speziellen Software bearbeitet. Dafür wird eine Belichtungsserie mit drei, fünf oder sieben Fotos erstellt, die von unterbelichtet bis überbelichtet reichen, so dass in einem Foto jeweils die Schatten, die Mitten und die Lichter korrekt belichtet sind. „Anschließend werden die Aufnahmen zu einem Foto zusammengerechnet, in dem alle Partien gut durchgezeichnet sind“, erklärt der Jülchendorfer. Das Ergebnis überrascht und fasziniert, weil es einen völlig neuen Blick mit einer Schärfe bis in das kleinste Detail eröffnet.

Auf die Frage, ob die Kamera denn immer dabei sei, sagt der Hobby-Fotograf: „Leider nicht“. Und darüber habe er sich schon manches Mal geärgert. Wie vor ein paar Wochen, „da hatten wir von Rothen kommend, einen Abendhimmel mit Wolkenformationen, aber die Kamera lag zu Hause. Oder zwischen Golchen und Keez, wo Kraniche standen...“.

Die Ausstellung von Egon Stöbe ist bis Mitte Juni in Weberin zu besichtigen. Das „Naschwerk“ ist immer freitags von 14 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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