Partnerschule : Bienvenue in Neukloster

Die Achtklässler aus Neukloster und Valenciennes fertigten gestern in der Aula gemeinsam Collagen an, ausgehend vom berühmten Käthe-Kollwitz-Plakat „Nie wieder Krieg“ aus dem Jahre 1924. Fotos: Roland Güttler
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Die Achtklässler aus Neukloster und Valenciennes fertigten gestern in der Aula gemeinsam Collagen an, ausgehend vom berühmten Käthe-Kollwitz-Plakat „Nie wieder Krieg“ aus dem Jahre 1924. Fotos: Roland Güttler

Austauschschüler aus Valenciennes am Sonnenkamp-Gymnasium willkommen geheißen.

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23. Mai 2017, 12:00 Uhr

Bienvenue (Willkommen) in Neukloster hieß es eine Woche lang am Sonnenkamp-Gymnasium der Klosterstadt. Heute Vormittag geht es wieder gen Nordfrankreich für die 23 Achtklässler der Partnerschule in Valenciennes, dem Collège Charles Eisen, sowie die drei Lehrerinnen Nathalie Dee, Catherine Wattier und Anne Elkihel.

Bereits seit 15 Jahren gibt es die Schulpartnerschaft, wobei der Schüleraustausch jeweils in Klasse acht stattfindet. 23 Schüler aus Neukloster, die Französisch als zweite Fremdsprache gewählt haben, weilten Anfang April in der 41 000-Einwohner-Stadt im Département Nord, deren Gründung wahrscheinlich gar auf die Merowinger zurückgeht.

Seit dem 16. April nun kam es zum Gegenbesuch aus Valenciennes, „mit dem Kennenlernen des Familien- und Schullebens sowie eines Rahmenprogramms“, erläutert Gisela Vannahme; zusammen mit Birgit Brethack Französischlehrerin am Sonnenkamp-Gymnasium.

Vannahmes Pendant auf französischer Seite ist Deutschlehrerin Anne Elkihel. Sie beide sind die Partnerschul-Initiatoren. „Ich habe mich über die Behörden bewusst um eine Austauschschule bemüht. Valenciennes’ Partnerstadt Düren sollte es nicht sein, ich wollte ein bisschen weiter, die neuen Länder, Ostdeutschland entdecken. Und Frau Vannahme hatte den gleichen Willen zum Austausch. Es sollte etwas in Nordfrankreich sein, damit es nicht zu weit ist“, erzählt Anne Elkihel.

Seit nunmehr 15 Jahren gibt es nun diese wahrlich gelebte Schulpartnerschaft. Mit dem Wohnen bei Gasteltern lernen die jungen Menschen zugleich ganz praktisch die unterschiedlichen Kulturen Norddeutschlands und Nordfrankreichs kennen. Wobei das Prinzip gilt: Wer zum Austausch nach Valenciennes mit will, dessen Eltern müssen dann beim Gegenbesuch auch einen französischen Schüler bei sich aufnehmen. So wohnten die 23 Mädchen und Jungen vom Collège Charles Eisen in den vergangenen Tage u.a. in Bad Kleinen, Ventschow, Neuburg, Warin, Neukloster oder auf der Insel Poel.

Das 2017er-Programm stand unter dem Motto „Auf der Suche nach einem Ideal“, erläutert Anne Elkihel. Dieses beinhaltete den Besuch des Schlosses Ludwigslust samt des dortigen Parkgeländes, um so laut Gisela Vannahme „höfisches Lebens und die Geschichte kennenzulernen“. In Güstrow ging es um die „gesellschafts-kritische Auseinandersetzung mit Ernst Barlach und Käthe Kollwitz. Deren Gesicht stand Pate für Barlachs berühmten Schwebenden Engel“, betont Gisela Vannahme.

Von Kollwitz stammt auch das Plakat „Nie wieder Krieg“ (1924). Mit Fragmenten davon sollten die deutschen und französischen Achtklässler eine aktuelle Beziehung mittels collagierender Elemente herstellen. Die Güstrow-Visite war vor allem für Anne Elkihel ein Herzenswunsch. „Ich habe gerade mit 50 ein neues Deutsch-Studium angefangen – zur deutschen Außenpolitik von 1974 bis 1990.“ Wegen des legendären Treffens von Bundeskanzler Helmut Schmidt und DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker im Dezember 1981 in der Barlachstadt wollte Elkihel unbedingt das Güstrower Rathaus fotografieren. „Doch das ist gerade bedeckt, wird saniert, die Fassade habe ich so nicht zu sehen bekommen“, meint die Französin etwas enttäuscht.

Während die Gäste aus Valenciennes heute wieder abreisen, weilt Maële Peylachon, die in Lyon deutsche Literatur und Kultur studiert, seit Anfang Oktober bereits und noch bis Ende Mai am Gymnasium Neukloster. Als Fremdsprachen-Assistentin „gibt sie zwölf Stunden die Woche. Aber nicht selbstständig“, so Vannahme, die den Vorteil einer französischen Muttersprachlerin hervorhebt. Das wirke sich motivierend auf die Kinder aus, eine Sprache zu lernen. Es muss ja nicht immer Englisch sein“, betont Gisela Vannahme. Unterdessen hat Maële Peylachon festgestellt, dass die Lehrer in Deutschland „weniger streng als in Frankreich sind. Die Schüler können im Unterricht essen und trinken. Das gibt es in Frankreich nicht.“  

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