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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. Oktober 2017 | 08:05 Uhr

Sternberg : Biene aus Metall für Lütt Acker

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ein gefördertes Projekt hat Metallkünstlerin Takwe Kaenders mit mit vier jungen Leuten aus Afghanistan und Eritrea verwirklicht.

von
erstellt am 19.Jun.2017 | 21:00 Uhr

So groß hatte sich niemand in Lütt Acker die Biene vorgestellt, die seit dieser Woche Besucher begrüßt. Für Takwe Kaenders, Metallgestalterin und Emailkünstlerin vom Verein Rothener Hof, stand diese Größe aber von Anfang an fest. Damit sich das Kunstwerk inmitten der grünen Idylle nicht verliere. Kaenders hat es in einer Projektwoche mit vier jungen Leuten aus Afghanistan und Eritrea angefertigt, zuvor den Platz mit ausgesucht, das Vorhaben konzipiert und eine Zeichnung zu Papier gebracht. Vor zwei Jahren wurde das Projekt geplant und nun vom Landesjugendring gefördert. Das Thema „Biene schweißt zusammen“ könnte kaum besser passen. Seit 2015 wird hier als Teil des Leader-Programms „Bienenstraße Mecklenburg“ emsig an „Lütt Acker summt – Bienenvielfalt in Sternberg“ gearbeitet, finanziert mit insgesamt 97 000 Euro aus mehreren Quellen (wir berichteten). Und um das Kunstwerk auf dem rund 7000 Quadratmeter großen Gelände mit neun Gartenbereichen zusammen zu fügen, bedurfte es eines Schweißgerätes.


Die Vier wollten gern nach Sternberg zurück


„Ganz ehrlich, die Jungs sind Spitze“, lobt Takwe Kaenders. „Sie wollen was lernen, das merke ich jeden Tag, und lassen sich alles genau erklären.“ Jawid, Kudus, Hedrom und Ahmed leben in einer Wohngemeinschaft und werden vom Verein Dialog + Action ehrenamtlich betreut. Sie gehörten 2015, als der Flüchtlingsstrom nach Deutschland am größten war, zu 14 unbegleiteten Jugendlichen, die im Sternberger Seehotel untergebracht wurden. Nach dessen Schließung mussten sie umziehen und kamen an unterschiedliche Standorte. Die Vier aber wollten gern zurück. Der Verein fand eine Möglichkeit, dass sie – inzwischen volljährig – als Wohngemeinschaft in der Karl-Marx-Straße leben können.

„Wie Jawid schweißt, ist ein Hammer“, sagt die professionelle Metallgestalterin anerkennend. Sie wisse, dass er in Afghanistan keine Schule besucht habe, weder schreiben noch lesen könne. Doch der Junge sei oft eine Stunde lang mit dem Fahrrad zu einer Autowerkstatt gefahren und habe dort geschweißt. Ein anderer aus der Runde sei mehr „der künstlerische Typ“, so Kaenders, ein Dritter wolle „vom Flexen bis zum Schweißen“ möglichst viel lernen.

Klaus Werner, der Lütt Acker, das Umweltprojekt von Dialog + Action, leitet, freut sich über das Engagement und das Ergebnis der Projektwoche. Dieses wird am Freitag feierlich übergeben, so dass die Metallbiene die Besucher am Tag der offenen Imkerei begrüßt. Daran beteiligt sich Lütt Acker am Sonnabend, 24. Juni, von 10 bis 16 Uhr zum dritten Mal. Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen. Es werde vielen Fragen nachgegangen, macht Irene Werner, Vorsitzende von Dialog + Action, neugierig: Wie lebt ein Honigbienenvolk? Wie werde ich Imker? Warum sind Bienen so wichtig? Welche Rolle spielen die Wildbienen im Gefüge der Natur? Hinzu komme vieles andere Wissenwertes, Unbekanntes und Faszinierendes, so die Vereinsvorsitzende.

An diesem Tag werde auch das zweite Modul zu „Lütt Acker summt – Bienenvielfalt in Sternberg“ eröffnet, ein gläsernes Kommunikationszentrum mit einem Raum für Workshops, einer kleinen Ausstellung mit Präparaten und vielen Informationen. Ein kleiner Küchentresen ermöglicht Schaukochen mit Honig, das Zuschauer von außen, gemütlich auf Bänken sitzend, verfolgen können.

Über das gesamte Wochenende gehört Lütt Acker zu den 48 Gärten beim „Tag der offenen Gartentür“, den die Aktion „Natur im Garten MV“ zum vierten Mal veranstaltet . Alle sind mit der Gartenplakette „Natur im Garten“ ausgezeichnet. Geöffnet ist Sonnabend und Sonntag von 10 bis 16 Uhr.

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