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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. Oktober 2017 | 21:11 Uhr

Zaschendorf : Biberdamm erneut illegal zerstört

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Bereits der zwei Vorfall in diesem Jahr im Zaschendorfer Feldgehölz / Kuhlenerin entdeckte es beim Spaziergang mit ihrem Hund

von
erstellt am 13.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde ein Biberdamm, ca. 200 Meter abseits der Bundesstraße 104, Abzweig Zaschendorf, illegal entfernt. Die gestern noch gut sichtbaren Spuren im Feldgehölz-Boden lassen erkennen, hier war jemand mit schwerer Technik zugange. Auf der Graben-Sohle konnte man zudem den jetzt freigelegten Anfang von zwei Biber-Erdbauen erkennen.

Bereits am 19. Februar 2015 war es an der Stelle zur illegalen Biberdamm-Beseitigung gekommen (SVZ berichtete). „Dabei handelt es sich eindeutig um eine Straftat, ich werde sofort Anzeige erstatten. Durch den Dammabriss wurde der Lebensraum der streng geschützten Biber vernichtet. Eine Genehmigung zum Entfernen des Damms hat es definitiv nicht gegeben“, erklärte seinerzeit Mario Krüger, Ranger im Naturpark Sternberger Seenland vor Ort gegenüber SVZ.

Jetzt geschah es an der gleichen Stelle erneut; dort, wo der kleine offene Graben im Bruch in einem Rohr verschwindet. Das Wasser kommt von den verrohrten umliegenden Feldern und fließt durchs Feldgehölz. Gleich hinter dem zerstörten Biberdamm wandert das kühle Nass wieder unterirdisch verrohrt weiter bis in den nahen Mickowsee.

Die erneute Straftat, um nichts anderes handelt es sich rechtlich, entdeckte Irene Lale aus Kuhlen beim Spaziergang mit ihrem Hund. „Am Montag (vor Wochenfrist – d. Red.) war noch alles in Ordnung. Beim erneuten Spaziergang am Sonnabend war der Biberbau zerstört“, so ihr Ehemann Hans-Dieter gestern beim Anruf am „Heißen Draht“. Jedes Jahr wieder würde der Biberdamm an der Stelle zerstört. „Der Biber wird regelrecht niedergemacht, das finde ich nicht in Ordnung“, erklärt Hans-Dieter Lale gegenüber SVZ.

Die Heimatzeitung informierte gestern das zuständigen Wariner Naturparkzentrum, das vom erneuten Vorfall noch keine Kenntnis hatte. Naturparkleiter Volker Brandt sah sich umgehend die Sache vor Ort an. Wer den Damm beseitigte, ist derzeit offen. Es sehe laut Brandt so aus, als ob einer das Pappelwäldchen durchforstet habe. Man wolle jetzt genauer nachforschen…

Im Feldgehölz halten sich laut der Naturpark-Ranger vor allem jüngere Biber auf, die die mindestens seit ca. zehn Jahren am Mickowsee bestehende Familien-Burg üblicherweise im Alter von zwei Jahren verlassen müssen. Das heißt, die Jungtiere werden aus der elterlichen „Wohnung“ geworfen“ um Platz für eine neue Biber-Generation zu machen. Als Zwischenstation für ein neues Revier dient den Zweijährigen vom Mickowsee dann häufig besagtes Feldgehölz.

Übrigens: Aufgrund des SVZ-Artikels vom 21. Februar meldeten sich damals drei Tage später zwei Männer im Sternberger Polizeirevier. Einer der beiden gab laut Polizei zu, dass er den Schaden bei Baggerarbeiten verursacht habe. Laut jüngster Zählung leben im Naturpark Sternberger Seenland 331 Biber, acht mehr als im Vorjahr. 

 

UPDATE 13.10.: Biberdamm-Entfernung  war genehmigt
 

Die Entfernung des Biberdamms im Feldgehölz von Zaschendorf, über die SVZ gestern berichtete,  war „doch genehmigt“, informierte gestern Jan Lippke, stellvertretender Leiter des Naturparks Sternberger Seenland. Es habe eine interne Kommunikationspanne gegeben. Er und sein Chef Volker Brandt, der wegen des angeblich illegalen Biberdamm-Entfernens am Montag extra zum Feldgehölz gefahren war, wussten von der Erlaubnis bis heute nichts.

Laut Lippke gab es in dem konkreten Fall eine „Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim“ an den Wasser- und Bodenverband in Warin. Dieser löste den Auftrag aus.

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