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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

12. Dezember 2017 | 13:15 Uhr

Warin : Biber-Zählung im Seenland

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Naturparkranger Mario Krüger und Birgit Erlebach sind zwischen Warin, Region um Wendorf, Görslower Ufer und Gardener See unterwegs.

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Eine dünne Eisschicht auf den ehemaligen Fischteichen beiderseits der Straße zwischen Klein Labenz und Mankmoos zeugt noch vom Winter-Intermezzo. Seit einiger Zeit schon gibt’s  an einem der Teiche einen Biberdamm. „Es scheint sich um Warin herum eine richtig große Population überall in den kleinen Wasserlöchern abzuzeichnen“, sagt Biber-Experte Mario Krüger, Ranger im Naturpark Sternberger Seenland. Zusammen mit Kollegin Birgit Erlebach steht derzeit das jährliche Biber-Monitoring an.

Bis vorige Woche hatten die Ranger „60 der insgesamt 170 Reviere fertig kartiert“. Das Biber-Gebiet um Warin reiche hoch bis Qualitz, wo das dortige Hechtholz laut Krüger „eine Art Sackgasse bildet, da die Äcker danach alle verrohrt sind“.

Die aktuellen Bibergrenzen im Naturpark sind im Süden das Görslower Ufer bei Schwerin, westlich hat der Nager bisher „noch nicht den Wariner Glammsee und den Neuklostersee besiedelt, im Norden bildet Qualitz die Grenze; und nordostwärts kartierte Birgit Erlebach zwei Biber-Familien am Gardener See. Einige der streng geschützten Tiere habe man auch an den benachbarten Naturpark Nossentiner/ Schwinzer Heide „abgegeben“, wie Krüger schmunzelnd anmerkt. So ist der Biber jetzt auch in der Klädener Plage bei Dobbertin angekommen.

Nager saßen Frostzeit in ihren Burgen ab

Zugleich stellten die Ranger fest, dass sich beim „Hotspot“ (Krüger) mit der höchsten Dichte um Wendorf herum die  Population selber reguliere.  „Dort haben wir mindestens zehn verlassene Reviere   vorgefunden. Die Nahrung wird hier langsam knapp.“

Seit Ende Januar sind die Ranger wieder unterwegs, nachdem sie zuvor beim Frost  pausierten. „An den stehenden Gewässern war die Biber zwei Wochen lang eingefroren. Bis zu drei Wochen halten sie es so aus, ohne rauszukommen, sie greifen auf Fettreserven zurück. Die müssen es gewusst haben, wie lange die Kälte dauert. Nach dem Motto: Zwei Wochen sitzen wir in der Burg ab“, so Krüger. Dieser betätigte sich in den Vorjahren auch als Wetter-Biber (SVZ berichtete). Doch für 2016 wollte er keine Prophezeiung wagen, was wir  – anhand des Nager-Verhaltens – für einen Winter erwarten können. „Ich habe zu spät mit der Beobachtung begonnen“, wehrte der Ranger alle Wetter-Biber-Fragen ab.

Anfang März wollen die Biber-Zähler durch sein, um die Ergebnisse am 16. April beim 17. Bibertag in Alt Necheln zu präsentieren. 2015 wurden im Naturpark Sternberger Seenland 331 Biber gezählt, acht mehr als im Jahr davor. 2015 waren es 163 bekannte Reviere, davon 83 mit Reproduktion. Mit „um die 330“ Tiere  wird auch diesmal gerechnet.

Die Wiederansiedlung der Biber im Warnow-Gebiet hatte  in den 90ern mit elf ausgesetzten  Exemplaren  angefangen.  Landesweit sind es aktuell ca. 1500 Tiere.

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