Sternberg : Betrüger treiben ihr Unwesen am Telefon

Vertrauliche Daten sollten am Telefon nicht weitergegeben werden.
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Vertrauliche Daten sollten am Telefon nicht weitergegeben werden.

Es häufen sich auch in Sternberg Anrufe von angeblichen Inkassounternehmen.

svz.de von
28. Dezember 2014, 21:30 Uhr

Sternberg Seit knapp drei Wochen erhalten vor allem ältere Bürger in Sternberg und  Umgebung vermehrt Anrufe von angeblichen Inkassounternehmen, wie eine besorgte Leserin (Name der Redaktion bekannt)  mitteilte. Auch sie wurde von der Wuppertaler Nummer 02023-695956 belästigt, unter der mutmaßliche Betrüger bisher stets gleich vorgehen.

Als die 64-Jährige den Hörer abnimmt, stellt sich der Anrufer mit Stefan Groß von einem namenlosen Inkassobüro vor. Ob unsere Leserin denn schon den Pfändungsbescheid bekommen hätte, fragt er zunächst. Die Sternbergerin hätte die Zeitschrift  Hörzu abonniert und ihre Gewinnspielbeteiligung nicht gekündigt. So wären nun Kosten von über 600 Euro entstanden, die sie bezahlen solle. Die 64-Jährige hatte tatsächlich die Zeitschrift abonniert, aber nie ein Gewinnspiel abgeschlossen, wie sie gegenüber SVZ erklärt. Auch lebt sie von ihrer geringen Rente und könne den Betrag definitiv nicht bezahlen, wie sie auch Stefan Groß am Telefon erläutert habe. „Können Sie denn wenigstens 180 Euro bezahlen?“ habe er gefragt. Nach etwa 15 Minuten Diskussion am Telefon habe er dann schließlich aufgegeben und  das Gespräch  beendet. Solche Fälle wären der Hörzu bekannt, wie SVZ in einem Telefonat bestätigt wurde, man stecke aber noch in den Nachforschungen. „Auf jeden Fall aber bei derartigen Forderungen nichts  bezahlen und solche Anrufe einfach ignorieren“, hieß es außerdem von der Hörzu.

SVZ recherchierte  im Internet und fand auf dem Portal „Wem gehört die Nummer“ - einer Website, auf der Telefonnummern überprüft  werden können - viele Kommentare von vermeintlichen Opfern eben dieser Nummer. „Betrüger!“ und „Vorsicht absolute Abzocke und Erpressernummer!“ sind nur einige der durch die Bank negativen Kommentare, die SVZ dort zu lesen bekam. Außerdem führt die Website einen Gefährlichkeitsindex für Telefonnummern. Diese Wuppertaler Nummer erreichte dabei eine Gefährlichkeit von 95 Prozent.

Die Rufnummer konnte weder von der Betroffenen, noch von der SVZ zurückgerufen werden. Gründe hierfür, so Niels Hafenrichter, Pressesprecher der Deutschen Telekom AG, könnte es viele geben. Beispielsweise könnte das angebliche Inkassounternehmen ankommende Anrufe blockiert  oder die Rufnummer manipuliert haben. Das bedeutet, dass der Anrufer von sich eine andere Rufnummer bei seinen Opfern anzeigen lässt, als die, von der er tatsächlich anruft. Dieses so genannte „Call ID Spoofing“ ist aber, so Hafenrichter „nicht gänzlich unmöglich, aber eher unwahrscheinlich“.

Auch die Bundesnetzagentur wurde inzwischen über diesen Rufnummern-Missbrauch in Kenntnis gesetzt.

Für alle Betroffenen gilt  zunächst: Nicht von  den Anrufern  einschüchtern lassen und   niemals über das Telefon Bankdaten herausgeben.  Im Zweifelsfall sollte der Hörer aufgelegt und das Gespräch beendet werden.

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