Heuchert GmbH & Co. KG stillgelegt : Betonwerk Kuhlen produziert nicht mehr

<strong>Die Produktion im Betonwerk Kuhlen</strong> wurde eingestellt, das vorhandene Sortiment, ob selbst hergestellt oder zugekauft,  wird aber wie bisher verkauft, sagt Geschäftsführer Fred Heuchert. <fotos>rüdiger Rump</fotos> Bild rechts: <strong>Der markante Betonknoten</strong>, der an der B 104 gegenüber dem Abzweig nach Crivitz in die Höhe ragt,  steht gewissermaßen als Wahrzeichen für das Kuhlener Werk. Ob er künftig nur zur Erinnerung bleibt oder vielleicht doch weiter auf den Betrieb aufmerksam macht, ist völlig ungewiss.
Die Produktion im Betonwerk Kuhlen wurde eingestellt, das vorhandene Sortiment, ob selbst hergestellt oder zugekauft, wird aber wie bisher verkauft, sagt Geschäftsführer Fred Heuchert. rüdiger Rump Bild rechts: Der markante Betonknoten, der an der B 104 gegenüber dem Abzweig nach Crivitz in die Höhe ragt, steht gewissermaßen als Wahrzeichen für das Kuhlener Werk. Ob er künftig nur zur Erinnerung bleibt oder vielleicht doch weiter auf den Betrieb aufmerksam macht, ist völlig ungewiss.

Die Maschinen zur Herstellung von Pflastersteinen und Betonplatten sind stillgelegt, das Betonwerk Kuhlen produziert nicht mehr. Der Verkauf des vorhandenen Sortiments geht weiter.

svz.de von
29. Januar 2013, 05:51 Uhr

Kuhlen | Meterhoch türmt sich Rechteckpflaster auf dem riesigen Betriebshof, an der Seite liegen Stapel anderer Betonsteinwaren. Doch es sind Lücken entstanden, der Nachschub bleibt aus: In der Heuchert GmbH & Co. KG in Kuhlen direkt an der Bundesstraße 104 stehen die Maschinen zur Herstellung von Pflastersteinen und Betonplatten seit Ende vergangenen Jahres still. "Ja, wir haben die Produktion eingestellt", bestätigt Geschäftsführer Fred Heuchert. "Aber wir sind nicht in Insolvenz, das möchte ich betonen. Das Betonwerk besteht erst einmal als Handelsbetrieb weiter, wir verkaufen wie bisher das vorhandene Sortiment, das wir selbst hergestellt oder zugekauft haben."

Die Maschinen, zwei für Pflastersteine und drei für Betonplatten, seien stillgelegt und konserviert worden, "eingemottet", wie es landläufig heiße. Die 14 gewerblichen Arbeitnehmer in der Produktion und vier Angestellten im Büro erhielten allerdings ihre Kündigung. Einige hätten erfreulicherweise schon eine neue Arbeitsstelle gefunden, sagt Heuchert. Gerade zu langjährigen Kollegen bestehe weiter Kontakt. Die Kündigung dürfte indes kaum jemanden überrascht haben. Er habe die Betriebszahlen Jahr für Jahr offen dargelegt, und die seien nicht besser geworden, erklärt der Geschäftsführer.

Nachfrage und Wettbewerbssituation hätten zu der Stilllegung gezwungen. "Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", fügt Heuchert an. Andere Unternehmen mit mehreren Betriebsstätten, die weit verteilt seien, hätten den Marktpreis gemacht. "Wir haben versucht, als kleiner Mittelständler und allein auf weiter Flur, dagegen anzukämpfen. Die Treue einiger Baustofffachhändler ermutigte uns lange Zeit zum Weitermachen. Und wir hofften, dass sich die Preise ,erholen’, allerdings vergeblich. Nun ließ die wirtschaft liche Situation leider keine andere Möglichkeit", stellt der Geschäftsführer fest.

Die Kostenexplosion auf dem Energiemarkt sowie die Erhöhungen für Rohstoffe seien auf dem Markt nicht durchsetzbar gewesen. Das kleine Werk in Kuhlen habe das volle Sortiment vorhalten müssen, um für den Fachhandel interessant zu sein. Mit einer Spezialisierung auf wenige Produkte, die für Betriebsstätten in einem großen Verbund dieser Branche in Frage komme, habe ein kleiner Einzelbetrieb bei der gegenwärtigen Marktlage keine Chance, so Heuchert.

Dabei hätte das Kuhlener Betonwerk in diesem Jahr ein Jubiläum feiern können. 1992 begann der Aufbau, 1993 verließen die ersten Pflastersteine die modernen Anlagen. In einem Jahr wurden es um die 250 000 Quadratmeter, eine Fläche von fast 40 Fußballfeldern. Außerdem wurden bis zu 20 000 Quadratmeter Betonplatten sowie 131 Kilometer Bordsteine und Rasenkanten produziert. Aus Kuhlen kam beispielsweise die gesamte Pflasterung von Straßen und Wegen in der Schweriner Gartenstadt, einem neuem Wohngebiet zwischen Ludwigsluster und Hagenower Straße, sowie für das Areal rund um die ehemalige Molkerei in der Möwenburgstraße. Und Gemeinden aus der ganzen Umgebung hätten Betonsteine für ihre Ortsdurchfahrten aus dem Werk in der Region bezogen, setzt Fred Heuchert die Aufzählung fort. Er selbst sei vor elf Jahren mit Familie hierher übergesiedelt und heimisch geworden - was er auch gern bleiben wolle.

Die Maschinen könnten jederzeit wieder in Betrieb genommen werden. Heuchert hofft auf einen Käufer, der das Werk dann weiter betreibt. Eine weitere, wenn auch nicht gerade favorisierte Variante sieht er darin, dass ein Interessent mit Ausnahme der Hallen alles erwirbt, die Produktionstechnik demontiert und an anderer Stelle wieder aufbaut. Ein Ausverkauf einzelner Maschinen sei für ihn derzeit nicht vorstellbar. Auf einen eigenen Neustart des Werkes mit dem markanten Betonknoten, dem Wahrzeichen an der B 104, macht sich Heuchert allerdings wenig Hoffnung. Dafür müsste sich, sagt er, die Markt situation grundlegend ändern. Womit der erfahrene Geschäftsmann gegenwärtig aber überhaupt nicht rechnet. Der Betonwarensektor bleibe "ein sehr hart umkämpfter Markt".

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